02. Mai 2021 / 19:22 Uhr

Versöhnlicher Saisonabschluss: Seawolves beeindrucken mit 21 Punkte-Comeback

Versöhnlicher Saisonabschluss: Seawolves beeindrucken mit 21 Punkte-Comeback

Marten Vorwerk
Ostsee-Zeitung
Die Rostock Seawolves bejubeln den 107:104-Erfolg gegen Science City Jena am letzten Spieltag der Saison
Die Rostock Seawolves bejubeln den 107:104-Erfolg gegen Science City Jena am letzten Spieltag der Saison © Gunnar Rosenow
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Rostocks Zweitliga-Korbjäger zeigen in der zweiten Halbzeit beim 107:104-Erfolg gegen Jena ihre ganze Klasse. Damit werden sie Dritter in ihrer Play-off-Gruppe, aus der nun keiner in die 1. Bundesliga aufsteigt.

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Das zauberte Seawolves-Cheftrainer Dirk Bauermann doch noch ein Lächeln aufs Gesicht. Strahlend klatschte er nach dem 107:104 (42:61)-Sieg über Science City Jena mit seinem Co-Trainer Christian Held ab. Damit verabschiedeten sich die Basketballer der Rostock Seawolves heute Abend versöhnlich aus der Saison 2020/21. Ein unglaubliches 21 Punkte-Comeback gegen den Aufstiegsaspiranten aus Thüringen war dafür verantwortlich. Der Gast aus Jena verspielte dagegen die große Chance zum Aufstieg.

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Bauermann, der das Coaching über weite Strecken der Partie seinem Assistenten Christian Held überließ, war sehr glücklich über den Saisonabschluss und meinte: „Die Jungs haben unglaublich viel Charakter und Wille gezeigt. So zurückzukommen, zeigt einfach wie gut die Jungs sind. Ein toller Abschluss einer großartigen Saison, die am Ende leider nicht mit dem Aufstieg gekrönt wurde.“

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Schon vor der Partie herrschte in der Stadthalle eine spezielle Stimmung. Während die Seawolves um nichts mehr spielten, ging es für Jena noch um den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Unterschiedlicher konnten die Vorzeichen also kaum sein.

Die Gäste aus Thüringen kamen deutlich besser ins Spiel, führten nach dem ersten Viertel schon mit neun Punkten (28:19). Im zweiten Spielabschnitt wuchs der Rückstand der Rostocker weiter, zwischenzeitlich sogar bis auf 21 Punkte. Es lief wenig zusammen bei den Hausherren, Jena war dagegen sehr treffsicher. Halbzeitstand: 42:61 aus Rostocker Sicht.

Kaum jemand rechnete zu diesem Zeitpunkt noch mit einer Wende. Doch die Seawolves kamen mit einer ganz anderen Körpersprache aus der Kabine, zeigten Moral und auch welch Qualität im Team steckt. Punkt für Punkt kämpften sie sich ran. Angeführt von einem überragenden Chris Carter, der 29 Punkte auflegte und einem treffsicheren Dreierschützen Tyler Nelson drehten die Seewölfe das Spiel in einer spannenden Schlussphase doch noch und stürzten Jena ins Tal der Tränen.

Chris Carter, der seine beste Saisonleistung zeigte, hatte Tränen in den Augen und sagte: „Wir wussten, dass wir diesen Rückstand noch aufholen können. Wir konnten befreit aufspielen, hatten nichts zu verlieren. Ich wünschte die Play-offs wären vorher anders verlaufen und wir hätten den Aufstieg geschafft. Ich wollte diese tolle Saison auf keinen Fall mit einem Negativerlebnis beenden.“

Da im Parallelspiel die Bayer Giants Leverkusen gegen Artland gewannen, geht das Aufstiegsrecht an den Tabellenrsten Leverkusen. Die Rheinländer haben allerdings nicht für die 1. Liga gemeldet. Somit steigt kein Team aus der Gruppe in die Bundesliga auf. Ein Resultat des fragwürdigen Play-off-Formats in dieser Spielzeit.

Seawolves: Carter 29 Punkte/1 Rebound, Nelson 18/4, Loesing 14/3, Gloger 14/2, Yakhchali 10/1, Theis 10/4, Lacey 6/3, Jost 3/1, Zakis 3/0, Wright 0/1, Buchholz.