20. November 2021 / 14:06 Uhr

Verständnis und scharfe Kritik: RB Leipzig reagiert auf Rückkehr der Geisterspiele

Verständnis und scharfe Kritik: RB Leipzig reagiert auf Rückkehr der Geisterspiele

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Wieder einmal dürfen die Fans von RB Leipzig bei Heimspielen nicht ins Stadion.
Wieder einmal dürfen die Fans von RB Leipzig bei Heimspielen nicht ins Stadion. © dpa
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Für RB Leipzig stehen in den kommenden Wochen erneut Geisterspiele auf dem Plan. Der Freistaat Sachsen hat einen Teil-Lockdown verhängt. Die Verantwortlichen des Bundesligisten erkennen die Dramatik der Pandemie-Lage an, betonten in einem Statement aber, kein Verständnis dafür zu haben, "dass es die sächsische Regierung überhaupt zu dieser Situation hat kommen lassen".

Leipzig. Sachsens Staatsregierung hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie einmal mehr einschneidende Maßnahmen zur Reduzierung der Kontakte verhängt. Der Teil-Lockdown betrifft neben den Amateursportlerinnen und -sportlern, die mit Erreichen des 16. Lebensjahres zur Untätigkeit gezwungen sind, auch die Profis. Die dürfen zwar weiter trainieren und spielen, müssen ab Montag aber auf ihre Fans verzichten. Die Geisterspiele sind zurück, auch bei RB Leipzig.

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Tragfähige Konzepte nicht umgesetzt

Der Bundesligist äußerte sich am Samstagmittag zu den am Vorabend in Dresden getroffenen Beschlüssen. "Die Situation in Deutschland, vor allem aber in Sachsen, ist ernst. Wir sind aufgrund der hohen Infektionszahlen und der hohen Auslastung der Krankenhausbetten sehr besorgt", schrieb der Club in einem Statement. "Daher akzeptieren und respektieren wir die neue Gesetzeslage, denn wir haben Verständnis dafür, dass jetzt alles getan werden muss, um den weiteren Anstieg der Corona-Infektionen zu stoppen."

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Bei allem Verständnis für die Schwere der Lage schießt RB dennoch scharf in Richtung der politisch Verantwortlichen. "Die höchste Infektionsrate aller Bundesländer einhergehend mit der niedrigsten Impfquote ist ein Beleg dafür, dass die Politik es in Sachsen bislang nicht geschafft hat, tragfähige Konzepte umzusetzen, um die Pandemie wirksam einzudämmen", hieß es. Leidtragende seien neben "den vielen hart arbeitenden Menschen in Pflegeberufen und Arztpraxen, Kliniken, Krankenhäusern und Gesundheitsämtern" eben auch die Veranstalter, zu denen RB mit seinen Heimspielen gehört.

Hoffnung, dass Teil-Lockdown wirkt

Die am Freitag verkündeten Maßnahmen sollen zunächst bis zum 12. Dezember betreffen. Die Ränge der Red-Bull-Arena müssen demnach in den Partien gegen Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und auch im Champions-League-Hit gegen Manchester City leer bleiben. "Fußball ohne Fans ist einfach ein anderes Spiel", so der Verein. Für das Team, das zuletzt durchaus von der Energie seiner Anhängerinnen und Anhänger profitiert hatte, macht es das nicht leichter. Zumal die Leipziger im deutschen Fußball-Oberhaus aktuell die einzigen sind, die in einem leeren Stadion ran müssen.

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Was den Verantwortlichen am Cottaweg, den Kickern und ihren Fans bleibt, ist die Hoffnung darauf, "dass diese neue Gesetzeslage rasch dazu führt, den R-Wert signifikant zu senken, damit wir nach dieser langen Zeit der Pandemie möglichst bald wieder zu mehr Normalität zurückkehren können.“

RB vermied es im Club-Statement tunlichst, auf die finanziellen Verluste durch die anstehenden Geisterspiele hinzuweisen. Die liegen im Millionen-Bereich. Wie die Rückgabe der im Vorverkauf bereits erworbenen Tickets ablaufen soll, wollen die Verantwortlichen zeitnah mitteilen.

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