14. Juli 2020 / 13:07 Uhr

Verstärkung für vorn gesucht: Der Kader der VfL-Frauen ist noch nicht fertig

Verstärkung für vorn gesucht: Der Kader der VfL-Frauen ist noch nicht fertig

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ralf Kellermann plant weiter: Lena Oberdorf (l.) gehört zu den Zugängen für die neue Saison, Claudia Neto (M.) zu den Abgängen.
Ralf Kellermann plant weiter: Lena Oberdorf (l.) gehört zu den Zugängen für die neue Saison, Claudia Neto (M.) zu den Abgängen. © 2019 Getty Images
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Meisterschaft und Pokalsieg sind eingefahren, der Champions-League-Titel ist für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg noch drin. Bis zum Turnier in Spanien soll der Kader vergrößert werden. Und schon jetzt ist klar: Bayern und der VfL werden auch in der kommenden Saison das Maß aller Dinge in der Bundesliga sein.

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Es ist Sommerpause - aber weder die Saison noch die Kaderplanung sind bei den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg vorbei. Ab dem 21. August wird in Spanien die Endrunde der Champions League gespielt, der VfL trifft im Viertelfinale auf Glasgow City. Bis dahin will der erneute Double-Sieger noch eine Offensivspielerin verpflichten.

"Eigentlich", so Ralf Kellermann, sportlicher Leiter der VfL-Frauen, "sind nach dem Abschied von Madelen Janogy sogar noch zwei Plätze im Kader frei." Aber einen wolle man sich für einen eventuellen Winter-Transfer offenhalten. Der Vertrag mit Janogy wurde am 1. Juli nach nur einem halben VfL-Jahr aufgelöst, die Schwedin möchte wegen gesundheitlicher Probleme in ihrer Heimat bleiben. Gesucht wird darum noch eine Angreiferin, die Stürmerin oder Offensiv-Außen spielen kann.

So haben die VfL-Frauen den DFB-Pokalsieg 2020 gefeiert!

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So haben die VfL-Frauen den DFB-Pokalsieg 2020 gefeiert! © Getty Images

Idealerweise wäre der dann fünfte und wohl letzte Neuzugang schon am 24. Juli da - dann endet mit einem Corona-Test der Urlaub der VfLerinnen. "Aber das", so Kellermann, "wird sehr schwierig umzusetzen sein. Wir hoffen allerdings, dass sie dann zur Champions League dabei sein kann." Das Transferfenster öffnet am Mittwoch und schließt in diesem Jahr Corona-bedingt erst am 5. Oktober.

Mit Torhüterin Katarzyna Kiedrzynek (Paris), Lena Oberdorf (Essen), Pauline Bremer (Manchester City) und Kathy Hendrich (Bayern) hat der VfL bisher vier Spielerinnen verpflichtet. Dem stehen die Abgänge von Sara Gunnarsdottir (Lyon), Noelle Maritz (Arsenal), Claudia Neto (Florenz), Kristine Minde (Rosenborg), Torhüterin Hedvig Lindahl (Atletico Madrid) und Janogy gegenüber. Kurios: Beim Champions-League-Turnier könnte es ein schnelles Wiedersehen mit Lindahl (im Halbfinale), Gunnarsdottir oder Maritz (im Finale) geben.

VfL-Frauen tragen sich ins Goldene Buch der Stadt Wolfsburg ein

VfL-Frauen tragen sich ins Goldene Buch der Stadt Wolfsburg ein. Zur Galerie
VfL-Frauen tragen sich ins Goldene Buch der Stadt Wolfsburg ein. © Boris Baschin

Ähnlich wie beim VfL gab's auch beim nationalen Konkurrenten FC Bayern ein Leistungsträgerinnen-Wechselspiel. Neben Hendrich verließen unter anderem Melanie Leupolz (Chelsea), Dominika Škorvánková (Montpellier) und Mandy Islacker (Köln) den FCB, dafür kommen mit Marina Hegering, Lea Schüller (beide Essen) und Klara Bühl (Freiburg) drei deutsche Nationalspielerinnen, außerdem haben sich die Müchnerinnen mit der Schwedin Hanna Glas (Paris), der Österreicherin Sarah Zadrazil (Potsdam) und der Niederländerin Viviane Asseyi (Bordeaux) internationale Verstärkung gesichert. Vom Rest der Liga setzen sich beide Klubs in Sachen Kaderstärke damit weiter ab. "Wenn wir und der FC Bayern in der kommenden Saison nicht die ersten beiden Plätze belegen", so Kellermann, "dann ist in den Vereinen viel schiefgelaufen."

In Bildern: Die Transfers der Frauen-Bundesliga 2020/2.

Auch in der Corona-Krise treiben die Vereine der Frauenfußball-Bundesliga ihre Personalplanungen für die neue Saison voran. Der SPORTBUZZER fasst die wichtigsten Transfers zusammen. Zur Galerie
Auch in der Corona-Krise treiben die Vereine der Frauenfußball-Bundesliga ihre Personalplanungen für die neue Saison voran. Der SPORTBUZZER fasst die wichtigsten Transfers zusammen. ©

In der Vorbereitung auf die Königsklasse der alten Spielzeit und auf die neue Saison (die Bundesliga 2020/21 startet am 4. September) verzichtet der VfL in diesem Jahr auf das übliche Österreich-Trainingslager, wird lediglich ein Kurz-Trainingslager in Deutschland absolvieren. Neben Torfrau Julia Kassen (die fest zum Kader der Bundesliga-Mannschaft gehören wird) sind dann mit Lotta Cordes und Lisanne Gräwe zwei weitere Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs dabei. "Die Ferien liegen in diesem Jahr günstig, die jungen Spielerinnen können über mehrere Wochen die komplette Vorbereitung mitmachen", so Kellermann. Inwieweit sie angesichts des engen Terminplans in den ersten Saisonwochen auch eine Alternative für den Bundesliga-Kader sein können, werde man dann sehen.

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Leicht wird's nicht - denn der Sprung aus dem Nachwuchs in eines der besten Frauenfußball-Vereinsteams der Welt ist schwierig. Jahr für Jahr verlassen darum viele VfL-Talente Wolfsburg - zuletzt wechselten etwa Ereleta Memeti (Freiburg), Nina Räcke, Antonia Baaß (beide Essen) und Miray Cin (Duisburg) den Verein. Der VfL sieht das aber nicht als Makel. "Im Gegenteil", so Kellermann, "wir sehen es durchaus auch als unsere Aufgabe, regelmäßig Spielerinnen für die Bundesliga auszubilden - und sind zufrieden, wenn uns das gelingt".