11. Mai 2021 / 12:26 Uhr

Serie: Verteidiger Armin Wurm über den langen Anlauf in die Grizzlys-Saison

Serie: Verteidiger Armin Wurm über den langen Anlauf in die Grizzlys-Saison

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
SPORT, Eishockey, Magentasport-Cup, Grizzlys Wolfsburg - Düsseldorfer EG
Endlich wieder Eishockey: Armin Wurm (h.) und die Grizzlys konnten im November endlich spielen. © Britta Schulze
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Eine Serie riss und die Grizzlys Wolfsburg fanden sich mal wieder im Tale der Tränen. Zum vierten Mal im Finale, zum vierten Mal deutscher Eishockey-Vizemeister. Über die Saison berichtet in einer SPORTBUZZER-Serie Armin Wurm, der für die Grizzlys in jedem Finale spielte.

Eine Serie riss und die Grizzlys Wolfsburg fanden sich mal wieder im Tale der Tränen. Zum vierten Mal im Finale, zum vierten Mal deutscher Eishockey-Vizemeister. Über die Saison berichtet in einer SPORTBUZZER-Serie Armin Wurm, der für die Grizzlys in jedem Finale spielte.

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„Langsam, aber sicher realisiere ich, was wir alles erreicht haben. Die eine Seite sagt, ich kann stolz sein, die andere in mir trauert aber immer noch dem verlorenen Finale hinterher. Es war eine ganz andere Saison. Normal geht es am 1. Mai los, zwei Wochen Teamtraining, eine Woche individuell, eine Woche frei.

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Teil 1 der Armin-Wurm-Serie

Nun war alles ganz anders. Viel mehr Training im Homeoffice. Ich habe mir ein paar Sachen aus dem Kraftraum geholt, um das Sommertraining zu Hause zu machen. Ich war lange optimistisch, dass es mit dem Saisonstart wie geplant klappt. Als dann aber der Sommer ins Land ging, es August wurde, die Corona-Zahlen langsam hochgingen, dann fing ich schon an zu überlegen, und dann haben wir auch untereinander gesprochen: ,Wie soll das ohne Zuschauer funktionieren, wie soll das finanziell gehen?’ Uns war bald klar, dass es nicht zu einem normalen Saisonstart kommen kann. Jeder hat ein bisschen Sorge gehabt, ob man überhaupt spielen kann. Wir waren ja schon zeitweise in Kurzarbeit, die Ungewissheit, ob man spielen kann, war ein unangenehmes Gefühl. Trotzdem musste man trainieren, trainieren, trainieren, um topfit zu sein, wenn es losgeht.

Mit Charly Fliegauf und Finanzchef Hartmut Rickel hat die ganze Mannschaft mehrere Zoom-Meetings gehabt. Sie haben uns aufgeklärt, wie die Situation ist. Die haben einen richtig guten Job gemacht. Ich finde, die Spieler und der ganze Verein können froh sein, dass er so einen starken Hauptsponsor hinter sich hat, der uns so ein gutes Gefühl gegeben hat. Wir haben dadurch schnell gewusst, dass es bei uns auch ohne Zuschauer eine Saison geben kann. In Wolfsburg wurde immer mit offenen, fairen Karten gespielt, das rechne ich und das rechnen wir als Mannschaft dem Verein und dem Hauptsponsor hoch an.

Nur leider war das ja nicht bei allen Vereinen so. Wir hörten von dem einen oder anderen Klubs, man wisse dort noch nicht, ob und wie es dort klappen kann. Das waren keine schönen Eindrücke. Für uns blieb es aber ganz schwierig. Wir trainierten und trainierten. Ohne konkreten Ziel-Termin. Wenn es dann losgeht, ist man als Spieler froh, die Vorfreude aufs Eis ist riesig. Und die wurde dann wieder genommen. Wieder verschoben. Das war mental nicht einfach, da mussten wir uns wieder aufraffen, haben gesagt: ,Komm wir bleiben dran’, haben unsere Arbeit weiterhin oft zu Hause gemacht.

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Ein Schock war, als Janik Möser Corona hatte, sich später eine Herzmuskelentzündung herausstellte, das war für ihn, für uns, für alle krass. Mit solch einem Verlauf hat ja keiner gerechnet. Für ihn war das besonders bitter. Neu im Team, dann auf unbestimmte Zeit und erst mal mit unabsehbaren Folgen raus. Das hat uns alle nachdenklich gemacht.

Der Magentasport-Cup im November - das war schön. Endlich, endlich Eishockey, auch wenn es nur um die Goldene Ananas ging. Das Gefühl, mit der Mannschaft in einem Spiel auf dem Eis zu stehen, das war einfach unglaublich. Der Cup war gut, um wieder rein zu kommen, wieder Gefühl zu kriegen. Es war nicht schön, dass wir da nicht bringen konnten, was wir wollten. Aber meine Einschätzung war: Es ist zu sehen, dass wir Potenzial haben, und es gibt noch einiges aufzuarbeiten. Manche starten besser in Vorbereitungsspiele, andere weniger. Ich fand es bei uns nicht beunruhigend, denn es waren für fast alle siebeneinhalb Monate ohne jedes Spiel gewesen. Normalerweise ist das nicht so, da hat es spätestens im September schon Testspiele gegeben.“

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Der Start in die DEL-Saison

  • Armin Wurm war 2009 vom EV Füssen zu den Grizzlys gestoßen, der Allgäuer ist längst ein Wolfsburger geworden, mit einer Vorsfelderin verheiratet und seit knapp einem Jahr Familienvater. Der kampfstarke Verteidiger hat inzwischen 589 DEL-Partien, davon 95 in Play-Offs für die Grizzlys absolviert.