28. Oktober 2020 / 08:21 Uhr

Ein Verteidiger mit Topwerten: Timo Hübers spielt Statistikkönig bei Hannover 96

Ein Verteidiger mit Topwerten: Timo Hübers spielt Statistikkönig bei Hannover 96

Jonas Szemkus und Andreas Willeke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Abwehrstar:
 Timo Hübers ist Leistungsträger bei 96 und cooler Stabilisator, auch die Spieleröffnung liegt ihm. Die Statistik untermauert seine Führungsrolle im Team von Kenan Kocak. 
Abwehrstar: Timo Hübers ist Leistungsträger bei 96 und cooler Stabilisator, auch die Spieleröffnung liegt ihm. Die Statistik untermauert seine Führungsrolle im Team von Kenan Kocak.  © imago images
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In der Innenverteidigung von Hannover 96 ist Timo Hübers neben Simon Falette gesetzt. Der 24-Jährige überragt mit Topwerten in dieser Saison. Deshalb ist es kein Wunder, dass 96 unbedingt mit ihm verlängern möchte. Sein Vertrag läuft aus, Profi-Boss Martin Kind spricht von "guten Gesprächen". 

Der Karriereweg war zwar nicht leicht für Timo Hübers – schon zweimal bremsten schwere Knieverletzungen ihn lange aus –, aber der 24-Jährige hat sich erst ran- und dann reingekämpft bei 96 und ist mittlerweile unverzichtbar. Kein Wunder also, dass die Entscheider den auslaufenden Vertrag gern langfristig verlängern wollen. Wie wichtig Hübers für das Team von Kenan Kocak ist, beweist auch die Statistik.

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Ein schlaues Köpfchen

Gegen Erstligaabsteiger Düsseldorf wurde erneut deutlich, dass 96 ein erstligareifes Duo im Abwehrzentrum hat. Hübers und Sommereinkauf Simon Falette (28) schoben sich sicher die Bälle zu und zogen so die Fortunenketten auseinander. Der Spitzenwert von Hübers: 107 Ballkontakte.

Die Sammlung an Topwerten ist auch mit Blick auf die gesamte bisherige Saison lang: Hübers hat die meisten Ballkontakte aller Zweitligakicker, den drittbesten Zweikampfwert der Vielkämpfer mit mehr als 50 Duellen und Platz zwei bei den angekommenen Pässen. Seine verlässliche Ausbüglerqualität und die gute Spieleröffnung sind zwar nicht ganz so leicht in Zahlen abzubilden, aber spürbar.

Hübers ist präsent in der Abwehrzentrale und ein schlaues Köpfchen – auch für die Kabine. 96-Coach Kocak berief den Masterstudenten (Wirtschaftswissenschaften) in diesem Sommer erstmals in den Mannschaftsrat.

Das ist Timo Hübers: Bilder seiner Karriere

Timo Hübers wurde am 20. Juli 1996 in Hildesheim geboren. Bei Hildesia Diekholzen lernte der 1,90 Meter große Innenverteidiger das Fußballspielen. Zur Galerie
Timo Hübers wurde am 20. Juli 1996 in Hildesheim geboren. Bei Hildesia Diekholzen lernte der 1,90 Meter große Innenverteidiger das Fußballspielen. ©

Auch sonst hat der verlässliche Verteidiger viele Fans im Klub. „Timo Hübers macht das richtig, indem er nebenbei studiert und so auch für die Zeit nach der Profikarriere lebt“, lobt 96-Profichef Martin Kind, „er verdaddelt seine Zeit nicht, so wie es andere tun, die dann keine Antworten für das weitere Leben haben.“

Gut für 96, dass Hübers auch auf dem Platz die richtigen Antworten findet. Den Profichef überrascht das nicht allzu sehr. „Wir haben nur Verträge mit Spielern geschlossen, die auch das Potenzial für die 1. Liga haben“, betont Kind. Das gilt auch für Hübers’ Abwehrpartner Falette (Vertrag bis 2023). Grundsätzlich gilt: Der Wunsch ist, mit der eingespielten Mannschaft aufzusteigen und sie dann nur punktuell zu verstärken. Auf der Innenverteidiger-Position sieht sich 96 gut aufgestellt mit dem erstklassigen Duo.


96 ist in Gesprächen mit Hübers

Den Vertrag mit dem Statistikkönig wollen Kind, Kocak und Sportdirektor Gerhard Zuber langfristig verlängern. Einen festen Zeitplan, in dem der Deal stehen muss, gibt es nicht. Aber gute Leistungen we­cken bekanntlich Begehrlichkeiten für Hübers, auch von anderen Klubs. Eine schnelle Einigung würde da nicht schaden. Der Kontakt mit dem Hübers-Lager steht jedenfalls, verrät Kind: „Wir sind in guten Gesprächen.“

Das große 96-Pfund könnte die Loyalität sein – von beiden Seiten. Der Klub hielt in den schweren Verletzungszeiten zu Hübers, der nach dem Kreuzbandriss 2018 beinahe anderthalb Jahre mit Knieproblemen zu kämpfen hatte. Anfang 2020 kehrte er zurück, seitdem ist er fit und Stammkraft. Auch Hü­bers ist unheimlich loyal, er fühlt sich wohl in Hannover.

Der gebürtige Hildesheimer kickt – mit einem Jahr Unterbrechung 2016/17 beim 1. FC Köln II – bereits seit zwölf Jahren bei 96 und durchlief die Nachwuchsteams. Jetzt wohnt er in Linden und kommt mit dem Rad zum Profitraining.

Klingt schon nach erstklassigen Voraussetzungen für eine langfristige Verlängerung. Damit das erstklassige Abwehrduo 96 auch in den kommenden Jahren Stabilität verleiht.

Die Statistik: Bester Abfangjäger der 2. Liga

Meiste angekommene Pässe:

1.) Lars Lukas Mai – 266 (Darmstadt)

2.) Timo Hübers – 258 (Hannover 96)

3.) Stephan Ambrosius – 254 (HSV)

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4.) Sebastian Schonlau – 251 (Paderborn)

5.) Maxim Leitsch – 226 (Bochum)

Zweikampfquote (mindestens 50 Duelle):

1.) Sebastian Schonlau – 73,03 Prozent

2.) Marco Komenda – 68,00 (Kiel)

3.) Timo Hübers – 66,33

4.) Hauke Wahl – 65,96 (Kiel)

5.) Moritz Heyer – 65,06 (HSV)

Ballkontakte:

1.) Timo Hübers – 376

2.) Fabian Holland – 369 (Darmstadt)

3.) Sebastian Schonlau und

      Stephan Ambrosius – 351

5.) Lars Lukas Mai – 345

Abgefangene Bälle:

1.) Timo Hübers – 20

2.) Max Besuschkow (Regensburg),

     Patrick Mainka (Heidenheim) und

     Sören Gonther (Aue) – 15

5.) Sebastian Schonlau,

     Sebastian Ohlsson (St. Pauli) und

     Ron Schallenberg (Paderborn) – 13