20. Mai 2020 / 17:51 Uhr

Kommentar zum neuen Vertrag von Manuel Neuer beim FC Bayern: Verlängerung mit Schatten

Kommentar zum neuen Vertrag von Manuel Neuer beim FC Bayern: Verlängerung mit Schatten

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Manuel Neuer hat seinen Vertrag in München bis 2023 verlängert - doch es bleibt ein bitterer Beigeschmack, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp.
Manuel Neuer hat seinen Vertrag in München bis 2023 verlängert - doch es bleibt ein bitterer Beigeschmack, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp. © imago images/Sven Simon
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Am Ende ging alles schneller als gedacht: Manuel Neuer verlängerte seinen Vertrag beim FC Bayern bis 2023. Doch nach den zahlreichen Querelen in den vergangenen Wochen bleibt bei der Einigung ein bitterer Beigeschmack , meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp.

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Natürlich konnte sich eigentlich niemand so richtig vorstellen, dass die beiden noch mal getrennte Wege gehen. Dass Manuel Neuer noch mal ein anderes Trikot als das des FC Bayern München trägt und in den nächsten Jahren ein anderer Torwart im Kasten des Rekordmeisters steht. Doch die Nebengeräusche, die es zuletzt rund um die Verhandlungen zwischen dem Kapitän und seinem Arbeitgeber gab, ließen zumindest Spekulationen laut werden, dass die Parteien am Ende doch nicht zu einer Einigung kommen könnten. Das ist seit heute Geschichte: Neuer verlängerte seinen Vertrag bis 2023.

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Beim üblichen Pressemitteilungs-Blabla wurde natürlich von allen Seiten betont, wie froh und glücklich man ist, wie lieb man sich hat und dass Neuer selbst wie auch sein Verein sowieso die Allergrößten sind. Doch sowohl die deutlich kürzere Laufzeit (Neuer wollte bis 2025 bleiben) als auch die Umstände samt öffentlichen Missmutsbekundungen lassen einen anderen Schluss zu: Es hat heftig gerappelt hinter den Kulissen. Es ging – wie so oft – um Macht, Kohle, um Wertschätzung und Verkündungshoheit. Alleine die unterschiedlichen Aussagen von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge und seiner Nummer 1 am vergangenen Wochenende zeigten, dass nicht alles so harmonisch ist, wie die Protagonisten es gerne glaubhaft machen wollen.

Am Ende bleibt zusammen, was zusammen gehört

Es gab Indiskretionen, die Neuer gar nicht gefallen haben und in seinem Kopf zumindest ein klitzekleines Hintertürchen öffneten, sich doch noch mal anderweitig umzuschauen. Am Ende aber bleibt zusammen, was zusammen gehört. Neuer passt zu Bayern, Bayern passt zu Neuer – und beide sind noch stark und hungrig genug, um in den nächsten Jahren zusammen nach den höchsten Zielen zu greifen.

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Mit Thomas Müller, Alexander Nübel und Timo Werner: Der SPORTBUZZER schaut in die Glaskugel und zeigt, wie der Kader des FC Bayern München 2023 aussehen könnte. ©

Dennoch hängt ein Schatten über der Verlängerung, der sich nicht sofort verziehen wird. Vor allem Neuer wird in den nächsten Monaten genau beobachten, wie sich die Dinge entwickeln, auch im Bezug auf seinen neuen Stellvertreter Alexander Nübel. Dass er sich seiner exponierten Stellung durchaus bewusst ist, hat der vierfache Welttorhüter in den letzten Wochen durchblicken lassen. Sollte ihm irgendetwas nicht passen, wird er auch künftig auf den Tisch hauen. Ehe hin, Vertrag her.