13. August 2020 / 15:30 Uhr

Vertrag verlängern, vorneweg gehen: Wolfsburgs Steffen will Führungsspieler werden

Vertrag verlängern, vorneweg gehen: Wolfsburgs Steffen will Führungsspieler werden

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Will zum Führungsspieler reifen: Renato Steffen vom VfL Wolfsburg.
Will zum Führungsspieler reifen: Renato Steffen vom VfL Wolfsburg. © 2020 Getty Images
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Sein Vertrag beim VfL Wolfsburg läuft in einem Jahr aus, Renato Steffen würde gern bleiben - und auf dem Platz noch mehr Verantwortung übernehmen. Der Schweizer hat es sich als Ziel gesetzt, beim Fußball-Bundesligisten zum Führungsspieler zu reifen.

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In Wolfsburg fühlt er sich pudelwohl und beim VfL ist Renato Steffen nun auch sportlich voll und ganz angekommen - allerdings läuft sein Vertrag in einem Jahr aus. Doch die Zeichen stehen auf Verbleib, denn der Flügelspieler würde gern verlängern und der Fußball-Bundesligist würde ihn gern halten. Doch damit nicht genug: Der Außenbahner möchte künftig noch mehr Verantwortung auf und neben dem Platz übernehmen und zu einem Führungsspieler unter Trainer Oliver Glasner reifen.

Eine Einigung zwischen Spieler und Verein gibt es zwar noch nicht, aber es sieht stark danach aus, dass Steffen beim VfL demnächst einen neuen Kontrakt unterschreibt. "Ich denke, in den nächsten Wochen werden Gespräche geführt mit meinem Berater und dem Verein", kündigt der 28-Jährige an, der im Januar 2018 vom FC Basel nach Wolfsburg gekommen war. "Es ist schön, dass der Klub gern mit mir verlängern würde, bei mir sieht es genauso aus. Ich fühle mich hier sehr wohl und würde gerne hierbleiben", sagt Steffen.

Der Schweizer vergleicht die VW-Stadt ein wenig mit seiner Heimat: "Die Leute sind angenehm und freundlich hier. Wenn man rausgeht, wird man meist in Ruhe gelassen. Wenn die Menschen etwas fragen, sind sie sehr höflich. Und mit unserem neuen Haus fühle ich mich noch heimischer."

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Josip Brekalo (Vertrag bis 2023): In Top-Form ist der dribbelstarke Außenbahner gesetzt, einige Klubs sind schon auf ihn aufmerksam geworden. Insgesamt bestritt er86 Bundesliga-Partien (Notendurchschnitt 2019/20: 3,62). Zur Galerie
Josip Brekalo (Vertrag bis 2023): In Top-Form ist der dribbelstarke Außenbahner gesetzt, einige Klubs sind schon auf ihn aufmerksam geworden. Insgesamt bestritt er86 Bundesliga-Partien (Notendurchschnitt 2019/20: 3,62). ©

Und nicht nur vom Umfeld her, auch sportlich läuft es bei Steffen in Wolfsburg inzwischen richtig gut. "Bei mir ist es so, dass es ein bisschen länger gebraucht hat, bis alles funktioniert hat – aber das ist bei mir immer so", so der Profi, dem in seinem ersten Halbjahr beim VfL nur eine Vorlage und in der Folge-Saison fünf Tore und ein Assist gelungen waren.

Oft musste der flexibel einsetzbare Offensivspieler statt vorne rechts woanders aushelfen. "Man kann dann spielen, das ist das Schönste. Aber es ist schwer, wenn man auf seiner Position gerade gut drauf ist und dann woanders reinrutscht", merkt Steffen an. "Ich habe das angesprochen, da wurde mir dann aber auch gesagt, dass die Leistung auf meiner Position stimmen muss – und das habe ich mir zu Herzen genommen."

In der abgelaufenen Spielzeit lief es besser, vor allem in der Rückrunde glänzte der Flügelspieler überwiegend auf rechtsaußen - er kam auf sechs Tore und drei Vorlagen. "In der Rückrunde habe ich so gespielt wie ich es von mir erwarte – wenn auch nicht in jedem Spiel, aber in den meisten. Viel hängt bei mir davon ab, wie viel Vertrauen ich bekomme, weil ich allgemein kein einfacher Spieler bin. Aber wenn man weiß, wie man mich zu händeln hat, gebe ich auch viel zurück."

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Kein einfacher Spieler, wie meint Steffen das? Er beschreibt sich selbst als "sehr temperamentvoll" und er wird "schnell mal sauer, wenn etwas nicht so gelingt". Doch nicht nur das: "Wenn mir etwas nicht passt, kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem ich es anspreche. Dann kann ich mit den Konsequenzen leben, wenn es jemanden dann nicht passt oder man noch etwas klären muss."

Und diese offene und direkte Art hilft ihm, und damit will er auch der Mannschaft helfen. "Für mich hat es etwas mit Ehrlichkeit zu tun. Ich sage es lieber direkt ins Gesicht als wenn man hintenrum redet. Dass das nicht jedem passt, ist auch klar. Aber es gehört dazu, in einer Mannschaft Dinge anzusprechen, die nicht so angenehm sind. Das erwarte ich andersrum auch mir gegenüber", betont Steffen.

Also möchte er Führungsspieler werden? "Ich möchte gern in so eine Rolle reinkommen, ja. Ich probiere, die Mannschaft zu pushen. Ich bin aber gerade noch in der Findungsphase, was diese Aufgabe anbelangt", sagt Steffen, der diesen Schritt aber auch noch von etwas anderem abhängig macht: "Es kommt auch darauf an, wie die Mannschaft das aufnimmt. Wollen sie mich überhaupt in so einer Rolle. Ich merke schnell, ob zugehört wird oder ob direkt Kontra kommt. Bisher wurde es aber gut aufgenommen."

Grundsätzlich findet er es wichtig, "dass man eine klare Hierarchie in der Mannschaft hat. Da spielt es für mich keine Rolle, ob jemand jung oder alt ist. Wenn jemand Leistung zeigt, hat er auch das Recht, den Mund aufzumachen."