16. Februar 2020 / 08:09 Uhr

Eine Restungewissheit bleibt: Macht Hannover 96 mit Kenan Kocak weiter?

Eine Restungewissheit bleibt: Macht Hannover 96 mit Kenan Kocak weiter?

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Chancen steigen mit ihrem positiven Ergebnis, dass Kenan Kocak (links) und Gerhard Zuber auch in der kommenden Saison bei Hannover 96 das sportliche Sagen haben.
Die Chancen steigen mit ihrem positiven Ergebnis, dass Kenan Kocak (links) und Gerhard Zuber auch in der kommenden Saison bei Hannover 96 das sportliche Sagen haben. © Florian Petrow
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Hannover 96 steckt in der Zwickmühle: Einerseits gilt es, möglichst schnell Planungssicherheit in der Trainerfrage herzustellen. Andererseits scheut Martin Kind eine verfrühte Vertragsverlängerung. Wunsch des 96-Chefs ist es aber, mit Kenan Kocak und auch Gerhard Zuber weiterzumachen.

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Nein, „es geht nicht um mich, sondern nur um Hannover 96“, sagte Kenan Kocak vor dem Spiel gegen den Hamburger SV zu der Frage, ob es schon Gespräche über eine Vertragsverlängerung gegeben habe. Wenn es aber um die 96-Zukunft geht, dann stellt sich natürlich auch die Frage, wer in der nächsten Saison Trainer sein wird. Kocaks Vertrag gilt ja nur bis zum Juni.

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Kind will nicht mehr lange warten

96-Chef Martin Kind steckt in der Zwickmühle. Einerseits will er mit Kocak verlängern, andererseits aber nicht alte Fehler wiederholen. Die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Trainer André Breitenreiter kostete 96 eine Millionensumme. Dennoch will Kind nicht mehr lange warten. „Kocak weiß doch, wie ich denke“, erklärte er.

Bilder vom Spiel der 2. Bundesliga zwischen Hannover 96 und dem Hamburger SV

Hannover 96 gegen den Hamburger SV - da treffen Freunde aufeinander. Zur Galerie
Hannover 96 gegen den Hamburger SV - da treffen Freunde aufeinander. ©

Offenbar hat der 75-Jährige dem Trainer schon bei der Anstellung im November vergangenen Jahres signalisiert, dass es mit ihm weitergehen wird, wenn 96 die Ziele erreicht. Und die aktuelle Vorgabe heißt nur noch – möglichst schnell möglichst großen Abstand zur Ab­stiegs­zo­ne zu schaffen. „Wir brauchen Planungssicherheit“, meinte Kind. Das gilt auch für Gespräche mit Wunschspielern für die nächste Saison. Denn die Profis wollen wissen, wer dann ihr Trainer sein wird.

„Er hat mein volles Vertrauen. Er ist ehrlich, direkt und loyal, alles wichtige Eigenschaften“, sagte Kind. Es läuft alles auf Kocak zu, aber eine Restungewissheit bleibt, falls 96 doch wieder eine Pleitenserie hinlegen sollte.

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Kind will nicht nur die Zusammenarbeit mit Kocak, sondern auch mit Sportchef Gerhard Zuber übers Saisonende hinaus fortsetzen. „Ich hoffe das sehr“, sagte Kind. Die Sehnsucht des 96-Chefs ist, mit Kocak und Zuber endlich ein Duo gefunden zu haben, das 96 in eine bessere Zu­kunft führen könnte. Zu­ber habe auch signalisiert, dass er bereit sei, dauerhaft bei 96 zu bleiben.

Das sei auch unabhängig vom Rechtsstreit mit dem Sportchef, den Kind „zur Not bis zum BGH“ austragen will. „Dabei geht es um eine wichtige Rechtsfrage für den Profifußball. Die DFL unterstützt uns dabei“, erklärte Kind, „die Frage muss geklärt werden, ob der Vertrag eines leitenden Mitarbeiters nach zwei Jahren unbefristet sein darf.“

Die Stimmen zum Spiel von Hannover 96 gegen den Hamburger SV

Marvin Bakalorz: Ich hätte gedacht, dass drei Minuten nachgespielt werden, nicht fünf. Vielleicht müssen wir bei Standards im Strafraum in bisschen härter sein, damit die Leute nicht an uns vorbeikommen. Am Ende steht, dass die Mannschaft ein sehr gutes Spiel gemacht hat. Zur Galerie
Marvin Bakalorz: "Ich hätte gedacht, dass drei Minuten nachgespielt werden, nicht fünf. Vielleicht müssen wir bei Standards im Strafraum in bisschen härter sein, damit die Leute nicht an uns vorbeikommen. Am Ende steht, dass die Mannschaft ein sehr gutes Spiel gemacht hat." ©

Was wird aus Klitzpera?

Vorerst gilt Gerhard Zubers Vertrag nach dem erstinstanzlichen Urteil als unbefristet. Ebenfalls noch unter Vertrag bei 96 steht Alexander Klitzpera. Der 42-Jährige war für den entlassenen Sportchef Jan Schlaudraff, was Zuber für Manager Horst Heldt war. Anders als mit Zuber strebt 96 aber eine schnelle Vertragsauflösung mit Schlaudraffs Assistent an.

Wenn Klitzpera nicht beim Training der Profis zuschaut, soll er im Nachwuchszentrum Daten in eine neue Software eingeben. Nach dem nächsten Auswärtsspiel in Bielefeld könnte 96 die Zusammenarbeit beenden – mit einer fälligen Abfindung.