08. Dezember 2019 / 17:48 Uhr

VfB Krieschow klaut dem FSV Luckenwalde die Sahnehaube (mit Galerie)

VfB Krieschow klaut dem FSV Luckenwalde die Sahnehaube (mit Galerie)

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Der FSV Luckenwalde (weiße Trikots) erkämpfte sich viele Torchancen, scheiterte aber auch immer wieder am glänzenden VfB-Torhüter Nash-Daniel Amankona (grün). 
Der FSV Luckenwalde (weiße Trikots) erkämpfte sich viele Torchancen, scheiterte aber auch immer wieder am glänzenden VfB-Torhüter Nash-Daniel Amankona (grün).  © Lars Sittig
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NOFV-Oberliga Süd: Der FSV Luckenwalde unterliegt und verpasst einen neuen Hinrunden-Vereinsrekord.

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Den Blick auf das große Ganze mochte sich Dirk Heinze nicht vom Moment verderben lassen, der eine unangenehme Überraschung bereit gehalten und den Rekordversuch seines Vereins gestoppt hatte. „Wir haben eine überragende Hinrunde gespielt, trotz der Niederlage gegen den VfB Krieschow und darüber freuen wir uns“, sagte der Präsident des FSV Luckenwalde, „um Rekorde geht es uns nicht vordergründig, das haben wir ehrlich gesagt nicht weiter auf dem Schirm.“

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In Bildern: FSV Luckenwalde unterliegt dem VfB Krieschow.

Der FSV Luckenwalde (weiße Trikots) musste eine Niederlage gegen den VfB Krieschow hinnehmen. Zur Galerie
Der FSV Luckenwalde (weiße Trikots) musste eine Niederlage gegen den VfB Krieschow hinnehmen. © Lars Sittig

Der Sonnabendnachmittag im Werner-Seelenbinderstadion in Luckenwalde erinnerte ein bisschen an eine Party, bei der ein Gast heimlich Kirsche und Sahnehaube von der Torte klaut – der Rest der Backware aber bleibt trotzdem eine gelungene Kreation. Mit einem Heimsieg gegen den VfB in der NOFV Oberliga Süd hätte Luckenwalde die erfolgreichste Hinrundenbilanz in der Clubhistorie hinlegen können, unterlag aber vor 196 Zuschauern gegen das Team aus dem Süden Brandenburgs mit 1:3 (1:1). Trotzdem liegt der FSV (35 Punkte) weiter mit drei Punkten Vorsprung auf den FC Carl Zeiss Jena II (32) und zehn Zählern vor dem mutmaßlich ersten Aufstiegskonkurrenten FC Eilenburg (25) an der Tabellenspitze und auf Kurs Richtung vierte Liga. Bei einem Abstieg des Jenenser Profiteams aus der dritten Liga wäre die Reserve nicht aufstiegsberechtigt – der Rückstand des FCCZ auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt nach der 0:3-Niederlage der Thüringer gegen Unterhaching zwölf Zähler.

Befeuert wurde der missglückte Luckenwalder Rekordversuch von dem Umstand, dass Krieschow in Sachen Effizienz im Gegensatz zum FSV einen Sahnetag erwischt hatte. Bereits kurz nach dem Anpfiff ging der VfB durch einen Treffer von Fabian Lieschka mit 1:0 in Führung (2.), ließ zwar wenig später zwei weitere Großchance liegen, schlug aber nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Marcel Hadel (30.) kurz nach dem Seitenwechsel durch Andy Hebler (50.) und in der 72. Spielminute durch Martin Dahm eiskalt zu. Das FSV-Ensemble, für einen Oberligisten ungewöhnlich variantenreich und technisch stark, zeigte deutlich, warum es souverän an der Spitze steht: In einer unterhaltsamen Partie erspielte sich Luckenwalde viele hochkarätige Torchancen – verfügte aber nicht über den nötigen Punch, um den VfB-Riegel tatsächlich zu knacken.

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„Vom Gefühl her hätte Luckenwalde in der zweiten Hälfte noch ganz oft aufs Tor schießen können, aber irgendwie war immer ein Spielerbein dazwischen oder sie haben das Tor nicht getroffen oder unser Torhüter hat gehalten“, sagte VfB-Trainer Toni Lemke anschließend auf der Pressekonferenz. „Wir haben alles reingeworfen, Mann und Maus und alles Mögliche.“ FSV-Coach Jan Kistenmacher befand: „Der Sieg war nicht ganz unverdient, Krieschow war sehr effektiv und in den Zweikämpfen stark, aber wir haben letztendlich eine Torwartshow des VfB erlebt. Wir haben sechs bis sieben Großchancen herausgespielt, es gab drei Bälle, die in den Winkel gegangen sind, die hätten alle einschlagen müssen, das hat er überragend gemacht.“


VfB-Keeper Nash-Daniel Amankona hatte beim Landesderby eine Reihe glänzender Reaktionen gezeigt und am Ende maßgeblich den Sieg mitgesichert. „Wir haben die zweite Niederlage kassiert, aber ich möchte noch mal daran erinnern, wir spielen bisher eine überragende Saison“, sagte Jan Kistenmacher. Nur die Sahnehaube hatte der VfB Krieschow geklaut.