27. Dezember 2020 / 12:48 Uhr

VfB Leisnig kann Corona-Jahr nichts Gutes abgewinnen: "Tat richtig weh"

VfB Leisnig kann Corona-Jahr nichts Gutes abgewinnen: "Tat richtig weh"

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Alle Beteiligten hoffen auf ein baldiges Licht am Ende des Tunnels. © Christian Modla
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Viele Vereine leiden an den Folgen der Corona-Pandemie. Vor allem den Kindern und Jugendlichen wird ein wichtiger Bestandteil ihrer Freizeitgestaltung genommen. Der Jugendleiter des VfB Leisnig, Olaf Kloss, schildert die aktuelle Lage beim Verein und erklärt, dass die Verantwortlichen alles versuchen, um diesem Trend entgegenzuwirken.

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Leisnig. Sie sind zwar häufig nicht unbedingt die Flaggschiffe, dafür meist die Herzstücke der Fußballvereine – die Nachwuchsmannschaften. Gerade den Kindern und Jugendlichen geht aufgrund der Corona bedingten Aussetzung des Trainings- und Spielbetriebes momentan ein ganz wichtiger Bestandteil ihrer Freizeitgestaltung verloren. Wir haben uns bei Verantwortlichen des Nachwuchsbereiches in den Vereinen der Region umgehört, was unter den Nägeln brennt und wo der Schuh drückt.

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Je länger die Zwangspause, umso größer die Gefahr

Wie werden die durch die abermalige sportliche Zwangspause entstehenden Schwierigkeiten überbrückt? Wird ein schleichender Mitgliederrückgang durch Entwöhnung vom Sport befürchtet und wie kann dem entgegen gewirkt werden? Welche Pläne gibt es für die Zukunft? Wie wird das bisherige Abschneiden der einzelnen Teams eingeschätzt? Wie soll mit dem laufenden Spieljahr verfahren werden? Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen veröffentlichen wir in loser Reihenfolge, heute ist der VfB Leisnig an der Reihe.

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Olaf Kloss ist Jugendleiter bei den Muldestädtern, betreut obendrein die kleinsten Fußballer im VfB-Trikot und kann dem Corona-Jahr 2020 selbst mit allergrößter Anstrengung nichts Gutes abgewinnen. Insbesondere wenn er an seine G-Junioren-Kicker denkt, verschlechtert sich seine Laune blitzartig.

Die aktuelle Situation sei mehr als bescheiden, genau genommen nimmt der Nachwuchschef ein ähnlich klingendes und noch viel derberes Wort in den Mund: „Wir haben die Bambini-Trainingsgruppe beständig aufgebaut, hatten zuletzt 30 Kinder auf dem Platz und nach einem Monat war plötzlich Feierabend. Von einen Tag auf den anderen, das tat wirklich richtig weh. Und kein Mensch weiß, wann es weiter geht. Im Januar garantiert noch nicht und gerade zu dieser Zeit hat der beliebte Hallenfußball Hochkonjunktur. Ich will es nicht hoffen, doch wir müssen realistisch gesehen mit der einen oder anderen Abmeldung rechnen. Je länger die Zwangspause andauert, umso größer ist die Gefahr.“


Hoffen auf Normalität

Allerdings werfen die Verantwortlichen des Leisniger Jugendfußballs alles in ihrer Macht stehende in die Waagschale, um diesem Trend entgegenzuwirken. Man halte mit Hilfe von Videokonferenzen ständigen Kontakt miteinander und versuche die Phase des sportlichen Lockdowns so sinnvoll wie möglich zu überbrücken. Immerhin sind die Rot-Weißen in verschiedenster Form in sämtlichen Altersklassen vertreten. Auf Großfeld besteht eine intensive Zusammenarbeit mit dem Lokalrivalen BC Hartha, vor allem im C-Jugendbereich herrscht kein Mangel an Personal.

In der ersten Mannschaft mischen sechs Akteure vom VfB mit, das zweite Team betreiben die Leisniger mit zusätzlicher Beteiligung des Nachbarn SV Aufbau Waldheim federführend. Bei den E- und F-Junioren schickt man sogar jeweils zwei Mannschaften in den Wettkampf. Ein Rennen, welches Anfang November erneut jäh ausgebremst wurde. Wenn es wieder aufgenommen werden kann, soll aus der Sicht von Kloss „erst einmal die erste Halbserie zu einem regulären Abschluss gebracht werden. Ob es dann noch zu Play-off-Begegnungen oder dergleichen reicht, bleibt abzuwarten. Denn die im vergangenem Spieljahr angewandte Quotienten-Regelung war mit ziemlicher Sicherheit kaum im Sinne des Erfinders, jedoch ging es eben nicht anders.“

Unterdessen drücken Olaf Kloss und seine Mitstreiter beim VfB Leisnig ganz feste die Daumen, dass in den kommenden Wochen die Infektionskurve entscheidend nach unten geht, die Schritte auf dem Weg zurück zur Normalität kürzer werden und das viel beschriebene Licht am Ende des Tunnels näher kommt. In der Gesellschaft genau so wie beim Sport. Schließlich möchte der Bambini-Coach bald wieder mit seinen Kids auf dem grünen Rasen dem runden Leder hinterher jagen. Gerne mit 30 oder noch mehr Kindern, weil sich momentan irgendwie jeder Fußballtrainer nach einem derartigen Ameisenhaufen sehnt.