10. Mai 2019 / 22:34 Uhr

VfB Lübeck: 0:0 in Flensburg - es bleibt nur ein Pünktchen Hoffnung

VfB Lübeck: 0:0 in Flensburg - es bleibt nur ein Pünktchen Hoffnung

Jürgen Rönnau
Lübecker Nachrichten
Die Enttäuschung nach dem Spiel war groß. Die Grün-Weißen hatten sich gegen Flensburg so viel vorgenommen.
Die Enttäuschung nach dem Spiel war groß. Die Grün-Weißen hatten sich gegen Flensburg so viel vorgenommen. © Agentur 54°
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Titel, Aufstieg? Jetzt muss ein Megawunder her - Frankfurt-Feeling: Fans trösten ihre traurigen VfB-Helden

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"Schade, Lübeck, Meisterschaft vorbei“, klang es hämisch unterm Abendhimmel im Flensburger Manfred-Werner-Stadion aus dem Weiche-Fanblöckchen, als die Spieler des VfB Lübeck zu ihren treuen mitgereisten Anhängern schlichen. 0:0 hatten sie nur gespielt, hatten im Landesderby nur einen Punkt geholt – zu wenig, um sich ihren großen Traum von Meisterschaft und Aufstieg doch noch zu erfüllen. Dazu bedürfte es schon eines Megawunders, müsste der VfL Wolfsburg II seine letzten beiden Spiele an diesem Samstag gegen Egestorf und am kommenden Samstag gegen Rehden verlieren.

Tittel statt Gommert - Keeper fiel verletzungsbedingt aus

Alle Grün-Weißen wussten worum es geht, als sie sich gegen Mittag auf den Weg nach Flensburg machten. Ein Härtetest hatte kurz zuvor derweil Gewissheit darüber gegeben, dass es nicht verantwortbar wäre, Benjamin Gommert nach seinem Schädelhirntrauma gegen Werder II ins Tor zustellen. Der Keeper war nicht einmal im Kader, Kevin Tittel hütete den VfB-Kasten – erstmals wieder seit dem 4:0 am 24. November 2018 in Jeddeloh.

Zu viele Remis kosten die Aufstiegsträume

Damals begann die unglaubliche Serie des VfB, seitdem ist er ungeschlagen, rückte Tabellenführer Wolfsburg mehr und mehr auf den Pelz. Zuletzt aber, als es anfing, um die Wurst zu gehen, zeigten die Grün-Weißen Nerven. Aus den letzten vier Spielen gab es nur einen Sieg und drei Remis – wurden wertvolle sechs Punkte liegengelassen. Punkte, die am Ende fehlen werden.

Daniel Franziskus wird schmerzlich vermisst

Auch in Flensburg spürte man bei den Gästen den Druck, der auf ihnen lastete. Ihr Spiel wirkte schleppend, es fehlte Frische und Esprit. Bloß keinen Fehler machen, schien das Motto zu lauten. In die Innenverteidigung war Kapitän Daniel Halke für den zuletzt angeschlagenen Dongsu Kim zurückgekehrt, Marvin Thiel war nach abgebrummter Gelbsperre für Kresimir Matovina wieder auf der linken Seite dabei. Eigentlich spielte der VfB mit seiner Erfolgsgarantieelf – wenn da nicht im Sturmzentrum der gerade am Knie operierte Daniel Franziskus fehlen würde...

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Daniel Halke vergibt beste Möglichkeit

Es dauerte, bis der VfB vor 1482 Zuschauern einigermaßen ins Spiel gefunden hatte. Bis zum ersten Torschuss verging aber eine geschlagenen halbe Stunde, bis Sven Mende sich ein Herz fasste. Der Ball ging aber knapp über das 08-Tor (32.). Zu vermerken war dann höchstens noch ein Schuss ans Außennetz durch Ahmet Arslan (38.), der diesmal keine besonderen Akzente setzen konnte. Und dann war es doch seine Ecke, die Halke am langen Pfosten nicht im Weiche-Tor unterbringen konnte (45.). Das war wohl die beste Chance für den VfB in den ersten 45 Minuten.

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In der Pause werden sie sich die Meinung gesagt haben, werden sich gegenseitig motiviert haben – jedenfalls war danach mehr Feuer im VfB-Spiel. Auch Möglichkeiten gab es durch Florian Riedel (68., Distanzschuss, den Keeper Kirschke hielt) oder durch Halkes Kopfball (74.) – aber auf der anderen Seite musste Tittel auch zweimal gegen Marvin Ibekwe retten ( 79., 81.). So blieb’s beim 0:0, das am Ende gerecht war.

Europa-Pokal-Stimmung nach dem Spiel

Und als die maßlos enttäuschten VfBer sich bei ihren rund 150 mitgereisten Fans bedanken wollten, erlebten sie ein kleines Frankfurt-Feeling: Der Anhang sang, feierte, tröstete seine deprimierten „Helden“ – ein bisschen so, wie es die Eintracht-Fans so sensationell am Donnerstagabend nach dem Europa-League-Aus in London getan hatten. Dann trat der VfB um 21.39 Uhr den Rückweg seiner letzten Dienstreise 2018/19 an.

Was die Spieler und Trainer zum Spiel sagen, könnt ihr hier lesen.

Statistik zum Spiel:

SC Weiche Flensburg: Kirschke – Njie, Jürgensen. (90. J. Ostermann) Walter – Pastor Santos, Paetow, Hartmann, Thomsen, F. Meyer (46. K. Schulz) – Ibekwe, Isitan (76. Wirlmann)

VfB Lübeck: Tittel – Riedel, Halke, Grupe, Weißmann, Thiel – Mende, Deichmann (85. Richter), Hoins (82. Nogovic) – Arslan, Will (64. Parduhn)

Schiedsrichter: Christian Scheper (Emstek)

Zuschauer: 1482 (davon rund 150 aus Lübeck)

Gelbe Karten: – / Hoins (2). Mende (5., damit im letzten Spiel gesperrt)

Mit Volker Giering

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