13. Oktober 2021 / 18:08 Uhr

VfB Lübeck befördert Stürmer-Talent: "Ich bin dankbar."

VfB Lübeck befördert Stürmer-Talent: "Ich bin dankbar."

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Kaniwar Uzun durfte im Spiel gegen Schalke 04 bereits beim VfB Lübeck mitwirken.
Kaniwar Uzun durfte im Spiel gegen Schalke 04 bereits beim VfB Lübeck mitwirken. © Agentur 54°
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Der junge Kaniwar Uzun spielte bereits mit den Gedanken mit dem Fußballspielen aufzuhören. Nun hat er den Spaß am Sport wiedergefunden.

Der VfB Lübeck hat Kaniwar Uzun aus der U23 befördert. Der 22-jährige und 1,96 m große Stürmer unterschrieb einen leistungsbezogenen Vertrag bis 30. Juni 2022 beim Regionalliga-Fünften.

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Fast hätte das Stürmer-Talent mit dem Fußball aufgehört. „Es ging mir persönlich nicht so gut durch Schule und eine begonnene Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann. Ein weiterer Grund war die Corona-Pandemie“, verrät er den LN. Mit dem Wechsel zu den Grün-Weißen im August 2020 änderte sich das jedoch schlagartig. Diesen hatte sein Berater Kamil Krol (33) eingefädelt, der selbst beim VfB (bis 2007) gespielt hat. Gleich im ersten U23-Training netzte er gleich zweistellig ein. Uzun ist ein Spätstarter. Erst mit knapp elf Jahren hat der in Unna geborene Offensivspieler mit türkischen Wurzeln angefangen, in einem Verein zu spielen.

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Seine ersten Stationen waren Holzwickeder SC und Eintracht Dortmund. Danach kickte er in der U17 und U19 beim Hombrucher SV, ehe er als A-Jugendlicher zum SC Paderborn ging. Bis dahin spielte er auch auf der 6er und 10er Position. Zum Stürmer wurde er ausgebildet, weil „ich groß bin und Bälle festmachen kann.“ Bereits in der Vorbereitung war er einige Male im Einsatz, gehörte in acht Spielen zum Spieltagskader und feierte im vierten Saisonspiel bei Holstein Kiel II (0:1) auch sein Regionalliga-Debüt. Insgesamt kam „Kani“ in dieser Saison bislang zu drei Regionalliga-Einsätzen und fünf Spielen im Oberliga-Team.

Regionalliga soll nicht die Endstation sein

„Ich bin dankbar, dass der VfB mir das Vertrauen schenkt. Das ist ein geiler und guter Schritt. Erstmal will ich ankommen. Die Regionalliga soll aber nicht das Endlevel sein“, erzählt der Stürmer mit der Rückennummer 38. Besonders seinen Siegeswillen möchte er einbringen. „Ich will helfen, dass wir als Mannschaft richtig durchstarten, und mein Bestes für den Verein geben. Wenn du das VfB-Trikot trägst, musst du mehr als einhundert Prozent geben. Der Verein ist wie eine Familie.“

Auf einen Job neben dem Fußball legt Uzuns Familie viel wert

Als er nach Lübeck kam, wohnte er zunächst ein Jahr bei seiner Tante. Im Sommer hat er eine eigene Wohnung in der Triftstraße bezogen – ganz in der Nähe der Lohmühle. Seinen Aushilfsjob im Restaurant Café del Sol will er weiter ausüben. „Ich bin ein demütiger Mensch. Man muss zweigleisig im Leben planen. Zum anderen ist das wichtig für meine Eltern“, betont er. Sein dortiger Chef und Betriebsleiter Jan Hauschildt sagt: „Ich freue mich riesig für Kani, der ein richtig feiner Mensch ist.“

Leeser ist mit seiner Entwicklung sehr zufrieden

Rocco Leeser lobt seine Entwicklung. „Kani hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten als sehr lernwillig gezeigt und sich stetig verbessert. Er hat sich diese Beförderung verdient. Wir haben immer gesagt, dass der Weg von der U23 in die Regionalliga in dieser Saison sehr kurz ist, und das zeigt sich in diesen Wochen. Wir trauen Kani einen weiteren Entwicklungsschritt zu“, sagt der VfB-Sportdirektor. Mit der Beförderung dokumentiert der Verein, dass man es mit der Nachwuchsförderung ernst meint.


Freundschaftsspiel: VfB Lübeck - Schalke 04 0:2

Die AOK verlängert ihren Sponsorenvertrag mit dem VfB Lübeck bis 2023. Zur Galerie
Die AOK verlängert ihren Sponsorenvertrag mit dem VfB Lübeck bis 2023. ©

Im Freundschaftsspiel gegen Schalke 04 (0:2) durften gleich acht U23-Talente reinschnuppern. Neben Sven Freitag, Melo Nogueira da Silva, Randy Gyamenah und Minou-Claude-Exauce Tsimba-Eggers dürften vor allem Linksaußen Mika Urbanski (18, kopfballstark, fleißig) sowie den Innenverteidigern Lasse Jetz (18, Linksfuß, gute Dynamik) und Nick Neca (22, 1,99 m großer Verteidiger) gute Aussichten haben. Das sind die Positionen, wo durch Verletzungen zuletzt die größten Vakanzen entstanden sind.

Seine Bodenständigkeit wird immer wieder gelobt

U23-Coach Lars Hopp verliert zwar einen Leistungsträger, freut sich aber über die Entscheidung: „Kani ist auch nach Einsätzen in der Regionalliga immer mit der richtigen Einstellung zur U23 zurückgekehrt und hat mit Leistung überzeugt. Ihm einen Vertrag zu geben, ist das richtige Signal auch an unsere anderen Jungs, für die die Liga-Mannschaft das Ziel ist.“ Hopp beschreibt Uzun als geilen Typen und hebt vor allem dessen gutes Spielverständnis und Timing hervor. „Er setzt seinen Körper gut ein“, sagt der 45-Jährige gegenüber den LN. „Zudem hat er ein Auge für seine Mitspieler. Er ist bodenständig und selbstbewusst.“