01. Juni 2019 / 18:30 Uhr

VfB Lübeck holt Aufstiegsstürmer

VfB Lübeck holt Aufstiegsstürmer

Jürgen Rönnau
Lübecker Nachrichten
Lübecks vierter Neuzugang: Mittelstürmer Nicolas Hebisch (29) kommt vom FC Viktoria Köln.
Lübecks vierter Neuzugang: Mittelstürmer Nicolas Hebisch (29) kommt vom FC Viktoria Köln. © imago/masterpress
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Nicolas Hebisch schaffte schon zweimal den Sprung in die 3. Liga, spielet schon selbst gegen Trainer Rolf Landerl - kommt allerdings nach einem Jahr Pause direkt aus der Reha . . .

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Der VfB Lübeck vermeldet den vierten Neuzugang für die neue Saison. Vom frischen Drittligaaufsteiger Viktoria Köln kommt mit Nicolas Hebisch ein sehr erfahrener Stürmer an die Lohmühle. Kleines Handicap: der 29-Jährige, der bis zum 30. Juni 2021 unterschrieben hat, konnte zum Kölner Aufstieg nichts beitragen, weil er die ganze Saison wegen eines Kreuzbandrisses pausieren musste.

Die Neuzugänge des VfB

Dennoch könnte er der Mann sein, den man an der Nahtstelle zwischen Regional- und 3. Liga braucht, an der sich der VfB befindet. Denn Hebisch kennt sich da aus. „Nicolas weiß, was man tun muss, um aufzusteigen“, sagt Stefan Schnoor über seinen neuen Mittelstürmer. Mit dem SV Babelsberg gelang ihm 2010 und mit dem 1. FC Magdeburg 2015 jeweils der Sprung in die 3. Liga. Und auch auf seinen weiteren Stationen kratzte er gleich mehrfach an der dritthöchsten deutschen Fußballklasse. Mit der TSG Neustrelitz scheiterte er jedoch 2014 und mit dem SV Waldhof Mannheim 2017 und 2018 in den Aufstiegsspielen. Gut, dass es 2019/20 für den VfB keine Relegation geben kann, denn im kommenden Jahr steigt der Meister der Regionalliga Nord direkt auf.

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Wie fit ist Hebisch?

Wie fit kommt der gebürtige Berliner zum VfB, wird er gleich helfen können? Immerhin dürfte Daniel Franziskus nach seiner Knie-OP zum Saisonbeginn ausfallen. Patrick Hobsch, der erhoffte „Backup“, fiel nach seinem Wechsel im vergangenen Sommer ebenfalls sofort verletzt aus bis zum Jahresende, kam dann nur langsam in Schwung und konnte sein Potenzial bisher nur andeuten. Und auch ein weiterer Stürmer, Cemal Sezer, ist oft genug ein Sorgenkind, laboriert immer wieder an Verletzungen. Er fehlte so in elf Punktspielen (68 Tage Pause), Franziskus verpasste zehn Spiele (65 Tage Pause bisher), Hobsch konnte in 25 Spielen nicht in den Kader berufen werden (Pause: 180 Tage).

VfB Lübeck: Spieler der Saison 2019/20

Platz 10 (1,4%) - Sven Mende: Richtig auffallen tut der Strippenzieher im Mittelfeld erst, wenn er mal fehlt. Schmerzlich vermisst hatte der VfB ihn zum Beispiel bei der ersten Saisonniederlage gegen Havelse (Gelb-Rotsperre). Zur Galerie
Platz 10 (1,4%) - Sven Mende: Richtig auffallen tut der Strippenzieher im Mittelfeld erst, wenn er mal fehlt. Schmerzlich vermisst hatte der VfB ihn zum Beispiel bei der ersten Saisonniederlage gegen Havelse (Gelb-Rotsperre). ©
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Viel Erfahrung, kopfballstark, schnell

Schnoor versucht alle Zweifel im Keim zu ersticken. „Nicolas steht seit drei Monaten wieder voll im Training“, beruhigt er. „Und der Medizincheck hat ebenfalls grünes Licht gegeben.“ Dem Sportdirektor ist wichtiger, auf die Tugenden des Angreifers zu verweisen, zählt auf. „Nicolas hat schon höherklassig gespielt, bringt viel Erfahrung mit, ist kopfballstark und trotz seiner Größe ein schneller Spieler.“ Der 1,91-Mann hat 76 Drittliga- (7 Tore), acht Aufstiegsspiele zur 3. Liga (2 Tore), drei DFB-Pokal-Partien und 140 Regionalligaeinsätze (44 Tore) zu Buche stehen. Bevor er ein Jahr in Köln „verschenkte“, spielte Hebisch bei Waldhof Mannheim, 1. FC Magdeburg, TSG Neustrelitz, Berliner AK, FSV Zwickau und davor vier Jahre beim SV Babelsberg, nachdem er in der U19-Bundesliga bei TeBe Berlin auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Ahmet Arslan hat sich die Riesen-Fahne der Fans geschnappt. Zur Galerie
Ahmet Arslan hat sich die Riesen-Fahne der Fans geschnappt. ©

Neustart in Lübeck

„Der VfB ist für mich nach dem enttäuschenden Jahr in Köln so etwas wie ein Neustart“, erklärt Hebisch in einem offiziellen Statement via VfB, dem er dankbar sei „für das entgegengebrachte Vertrauen“. Und er kündigt an: „Ich komme natürlich mit der Ambition, noch einmal höherklassig zu spielen, an die Lohmühle. Ich habe den VfB zuletzt intensiv verfolgt, komme in eine intakte, starke Mannschaft und bin überzeugt, diese Ambitionen hier noch einmal verwirklichen zu können.“

Gute Erinnerungen an die Lohmühle...

Hebisch hat übrigens persönlich gute Erinnerungen an sein neues Arbeitsumfeld, die Lohmühle. Dort spielte er als 19-Jähriger Youngster mit Babelsberg, wurde beim 1:0 der Potsdamer am 31. Oktober 2009 eingewechselt. Im Rückspiel am 24. April 2010 lief es noch besser für ihn. Trainer Didi Demuth ließ ihn durchspielen, Hebisch erzielte den Endstand zum 2:0 per Kopf, am Ende stieg Babelsberg in die 3. Liga auf. Beim VfB hieß der Spielmacher zu der Zeit übrigens Rolf Landerl. Beim 0:2 flog er damals im Karl-Liebknecht-Stadion wegen einer Tätlichkeit vom Platz.

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