06. Juni 2019 / 19:45 Uhr

VfB Lübeck holt Doublegewinner vom FC Bayern München

VfB Lübeck holt Doublegewinner vom FC Bayern München

Jürgen Rönnau
Lübecker Nachrichten
Lukas Raeder im Trikot des FC Bayern München. 
Lukas Raeder im Trikot des FC Bayern München.  © imago
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Lukas Raeder war 2014 Manuel-Neuer-Vertreter - jetzt wechselt er zur Lohmühle - Kevin Tittel verlässt den VfB

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Der VfB Lübeck meldet den fünften Neuzugang zur Saison 2019/20 – ein Transfer mit einer sensationellen Vita: Doublesieger mit dem FC Bayern München unter Pep Guardiola 2014, sogar Gewinner der Champions League, weil er dem Kader gegen Real Madrid und ManU angehörte – er war der Mann hinter Manuel Neuer. Sein Name. Lukas Raeder, 25-jähriger Keeper, zuletzt mit Rot-Weiß Essen ebenso am Drittligaaufstieg gescheitert wie der VfB, bei dem er jetzt bis 2021 unterschrieben hat. Er dürfte sich einen heißen Kampf mit Benny Gommert um die Nummer eins im grün-weißen Tor liefern. Der bisherige Ersatzmann Kevin Tittel, dessen Vertrag ausläuft, verlässt den VfB.

Schnoor lobt Gesamtpaket: "Er wird uns nochmals stärker machen."

„Lukas hat in seiner jungen Karriere schon reichlich internationale Erfahrung gesammelt“, weiß Sportdirektor Stefan Schnoor. „Sowohl beim FC Bayern im täglichen Training als auch in Portugal und England. Er ist ein moderner Torwart, der auch fußballerische Stärken mitbringt. Mit diesem Gesamtpaket wird er unseren Kader nochmals stärker machen.“ Worauf Schnoor anspielt: nach seiner Bayern-Zeit hat Raeder für den portugiesischen Erstligisten Vitoria Setubal (27 Eiinsätze) gespielt, danach eine Saison für den englischen Drittligisten Bradford City (1 Einsatz) bevor er 2018 für ein Jahr in seine Heimatstadt Essen wechselte.

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Zurück nach München, zum ganz großen Fußball. Raeder hatte die Jugendabteilungen von MSV Duisburg, Rot-Weiß Essen und Schalke 04 durchlaufen, ehe er 2012 zu den Bayern kam. Dort war er für die U23 vorgesehen, die unbedingt wieder in die 3. Liga aufsteigen sollte, durfte aber auch am Training mit Superkeeper Manuel Neuer teilnehmen – und gestand später, dass er „unglaublich viel vom tatsächlich besten Torwart der Welt“ gelernt habe.

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Als Neuer sich verletzte und auch sein direkter Vertreter Tom Starke ausfiel, schlug die große Stunde für Raeder. Gegen Borussia Dortmund wurde er eingewechselt, konnte das 0:3 aber nicht verhindern. Danach stand er beim 2:0 gegen Braunschweig in der Startelf – und beim 5:1 im DFB-Pokalhalbfinale gegen Lautern erneut. Schließlich durfte er mit auf den legendären Rathausbalkon am Marienplatz, durfte mit den Bayern dort das Double feiern. Und wenig später sogar den Champions-League-Sieg.

Blackout vermasselt Aufstieg und besiegelt Abschied beim FCB

Doch dann war Schluss beim FCB für ihn, Guardiola wollte als Neuer-Backup einen Mann mit internationaler Erfahrung haben. Vielleicht nahm man Raeder aber auch übel, dass er der Bayern-Zweiten quasi den Aufstieg in die 3. Liga verpatzte. Die war damals am 1. Juni 2014 eigentlich schon oben, musste in der Relegation gegen Fortuna Köln nur noch die Sekunden runterzählen, da passierte es: Vierte Minute der Nachspielzeit, ein letzter hoher Ball wird von den Fortunen einfach mal lang in Richtung FCB-Tores getreten, setzt am Strafraumrand auf. Eigentlich keine Gefahr. Torwart Raeder springt hoch, greift zu – doch der Ball rutscht ihm durch die Hände. Kölns Laux ist da, köpft ins Tor, seine Fortuna in die 3. Liga. Der Ex-VfB-Lübecker, damals Kollege beim FCB von Raeder, Tobias Schweinsteiger erinnert sich: „Der Schiri hat mir noch auf dem Platz gesagt, hätte Lukas den Ball festgehalten, hätte er sofort abgepfiffen.“

Lukas Raeder umzingelt von den Bayern-Spielern Javi Martinez, Philipp Lahm, Thomas Müller und Mario Götze (von links). 
Lukas Raeder umzingelt von den Bayern-Spielern Javi Martinez, Philipp Lahm, Thomas Müller und Mario Götze (von links).  ©
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Das war’s für Raeder beim FCB, man hört danach wenig von ihm. Jetzt greift er mit dem VfB wieder an. „Sportdirektor Stefan Schnoor und Torwarttrainer Walter Franta haben mich schnell davon überzeugt, diesen Schritt zu gehen“, sagt der 1,94-m-Hüne. „Uns vereint das Ziel Dritte Liga. Ich bin überzeugt, bei der Umsetzung mithelfen zu können.“

VfB Lübeck: Spieler der Saison 2019/20

Platz 10 (1,4%) - Sven Mende: Richtig auffallen tut der Strippenzieher im Mittelfeld erst, wenn er mal fehlt. Schmerzlich vermisst hatte der VfB ihn zum Beispiel bei der ersten Saisonniederlage gegen Havelse (Gelb-Rotsperre). Zur Galerie
Platz 10 (1,4%) - Sven Mende: Richtig auffallen tut der Strippenzieher im Mittelfeld erst, wenn er mal fehlt. Schmerzlich vermisst hatte der VfB ihn zum Beispiel bei der ersten Saisonniederlage gegen Havelse (Gelb-Rotsperre). ©

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