09. August 2019 / 22:14 Uhr

VfB Lübeck selbstbewusst in den DFB-Pokal: Egal, ob St. Pauli oder Barcelona

VfB Lübeck selbstbewusst in den DFB-Pokal: Egal, ob St. Pauli oder Barcelona

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Marvin Thiel (l.) hebt den Finger und zeigt an, dass er der einzige VfBer im Kader ist, der schon 2016 gegen St. Pauli im DFB-Pokal (hier mit Christopher Buchtmann) spielte. 
Marvin Thiel (l.) hebt den Finger und zeigt an, dass er der einzige VfBer im Kader ist, der schon 2016 gegen St. Pauli im DFB-Pokal (hier mit Christopher Buchtmann) spielte.  © Agentur 54°
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Grün-Weiß mit reichlich Cup-Erfahrung - einer erreichte mit dem FC Bayern sogar schon das Finale 

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Der VfB Lübeck ist bereit für sein großes Spiel, der FC St. Pauli kann kommen. Im Stadion wird letzte Hand angelegt, letzte Sitzschalen ausgetauscht, ebenso Werbebanden – auf dem Platz ein letztes Training, am Samstag um 10 Uhr. Der Respekt vor dem Zweitligisten ist spürbar – aber auch das eigene Selbstbewusstsein. Spielmacher und Goalgetter Ahmet Arslan drückt das so aus: „Ob der Gegner Pauli oder Barcelona heißt, ist mir egal. Wenn ich spiele, will ich gewinnen – das ist nicht anders, als wenn ich zuhause Uno gegen meine Mutter spiele.

Ahmet Arslan stichelt gegen Kiezklub

Arslan ist einer von sieben Spielern im VfB-Kader, die bereits im DFB-Pokal gespielt haben, diese ganz besondere Atmosphäre kennen. Der Grün-Weiße mit der irreführenden Rückennummer 5 (gehörte früher klassisch dem Libero) hat im August 2017 im Trikot des VfL Osnabrück mit zum endgültigen Niedergang des Bundesligadinos HSV beigetragen, für den er zuvor selbst gespielt hat. Beim Erstrunden-3:0 schoss er das dritte Osnabrücker Tor – sein Jubel gegen die alten Kameraden war verhalten. Er macht keinen Hehl daraus, dass sein Herz für den Rautenklub schlägt. Da muss man sich in Hamburg entscheiden. „Ich bin ganz ehrlich, ich mag St. Pauli nicht so“, sagte er jetzt der „Bild“-Zeitung.

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Wie Arslan ist auch Tommy Grupe bisher nur einmal im Pokal aktiv gewesen. 2015 durfte er als Einwechselspieler mithelfen, dass Hansa Rostock sich über ein 0:0 gegen Lautern ins Elfmeterschießen kämpfte, dann aber dort mit 4:5 verlor. Er sagt mit Blick auf Sonntag: „In so einem Spiel ist es egal, wie du in der Liga gestartet bist. Das ist ein anderes Spiel, ein K.o.-Spiel.“

Florian Riedel mit größter Pokalerfahrung

Die meisten DFB-Pokalspiele im VfB-Kader aber hat Florian Riedel. Dreimal war er mit dem VfL Osnabrück (2011 zusammen mit Kevin Kampl gegen 1860 München, 2:3 nach Verlängerung), mit dem 1. FC Kaiserslautern (2013 beim 7:0 gegen Neckarsulm) und mit Eintracht Trier (2016 beim 0:3 gegen Borussia Dortmund mit Aubameyang, Dembelé, Schürrle, Kagawa und Co.) im Einsatz. „Das sind die Spiele, die Spaß machen und in denen man als unterklassiger Verein nichts zu verlieren hat“, sagt er. Und in Richtung Pauli:„Wir wollen der Stadt Lübeck zeigen, welch geiler Fußball bei uns gespielt wird. Ich hoffe, dass viele der 11 000 Zuschauer danach wieder ins Stadion kommen.“

VfB Lübeck im DFB-Pokal

24 Spiele hat der VfB Lübeck im DFB-Pokal bislang bestritten. 1965 gastierte 1860 München auf der Lohmühle. Immer wieder klärte der VfB haarige Situationen, wehrte sich tapfer - wie hier Jürgen Brinckmann. Schließlich gewann die Mannschaft von Max Merkel - 1965 immerhin Bundesliga-Vierter, 1966 sogar Deutscher Meister - mit 1:0 durch den eingewechselten Hansi Küppers. Zur Galerie
24 Spiele hat der VfB Lübeck im DFB-Pokal bislang bestritten. 1965 gastierte 1860 München auf der Lohmühle. Immer wieder klärte der VfB haarige Situationen, wehrte sich tapfer - wie hier Jürgen Brinckmann. Schließlich gewann die Mannschaft von Max Merkel - 1965 immerhin Bundesliga-Vierter, 1966 sogar Deutscher Meister - mit 1:0 durch den eingewechselten Hansi Küppers. ©
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Ebenfalls dreimal im DFB-Pokal war Nicolas Hebisch im Einsatz. 2010 und 2011 mit Babelsberg wurde er beim 1:2 gegen den VfB Stuttgart und beim 0:2 gegen Duisburg eingewechselt – genau wie 2014 beim Magdeburger 1:0-Sieg gegen Augsburg. Ob er jetzt dabei sein wird nach langer Verletzung? Hebisch: „Klar möchte ich gern spielen. Das entscheidet aber der Trainer. Ich kann mich nur anbieten.“

Auch beide Torhüter haben DFB-Pokalerfahrung – und nach den Trainingseindrücken ist gar nicht so sicher, wer im Tor steht. Benjamin Gommert flog 2015 mit Meppen nicht nur in der ersten Runde per 0:4 gegen den 1. FC Köln aus dem Wettbewerb, sondern auch mit Rot wegen einer Notbremse schon früh vom Platz. Sein Konkurrent Lukas Raeder stand derweil bei seinem Ausbildungsklub FC Bayern im Tor beim 5:1 im Halbfinale 2014 gegen Lautern – zusammen mit der Weltelite um Ribéry, Robben, Kroos, Lahm und Co

Marvin Thiel:"Unsere Mannschaft ist besser als damals"

Und dann ist da noch Marvin Thiel. Er ist tatsächlich der einzige VfBer, der bereits vor drei Jahren beim 0:3 in der ersten Pokalrunde gegen Pauli auf dem Platz stand. „Es freut mich, dass ich immer noch dabei bin, solch ein Highlight genießen darf“, sagt er. „Unsere Mannschaft ist deutlich breiter und besser als damals aufgestellt. Nichtsdestotrotz sind wir der Underdog. Wir sind aber bereit und wissen, dass es ein besonderes Spiel ist."

Bilder der letzten Begegnung: VfB Lübeck gegen den FC St. Pauli im August 2016

Die Hamburger Fans sammeln sich am Hinterausgang des Lübecker Bahnhofes. Zur Galerie
Die Hamburger Fans sammeln sich am Hinterausgang des Lübecker Bahnhofes. © Felix König

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