13. April 2019 / 17:44 Uhr

VfB Lübeck siegt vor Gericht: Kein Geisterspiel auf der Lohmühle

VfB Lübeck siegt vor Gericht: Kein Geisterspiel auf der Lohmühle

Jürgen Rönnau
Lübecker Nachrichten
Im November hatten Lübecker Fans in Kiel gezündelt.
Im November hatten Lübecker Fans in Kiel gezündelt. © Agentur 54°
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Sportgericht revidiert Urteil gegen Auflagen - Geldstrafe bleibt bei 2000 Euro

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Der VfB Lübeck hat sich erfolgreich gegen ein drohendes Geisterspiel zur Wehr gesetzt. Das Sportgericht des Norddeutschen Fußballverbandes (NFV) hatte die Grün-Weißen dazu wegen wiederholter Pyro-Zündelein bei Auswärtsspielen verdonnert, an diesem Samstag nahm das Verbandsgericht die Strafe nach mehrstündiger Verhandlung in Hamburg wieder zurück.

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„Ich freue mich, dass man unserer Argumentation folgen konnte“, sagte Vorstandssprecher Thomas Schikorrra, der den Klub in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt vertreten hatte und der zuvor von einer „völlig überzogenen und unverhältnismäßigen Strafe“ gesprochen hatte. Er führte nach der Verhandlung aus, die von dem ehemaligen VfB- und Holstein-Spieler Heiko Petersen geleitet wurde: „Die Verurteilung zu einem Geisterspiel wurde aufgehoben, die Geldbuße von 2000 Euro aber bleibt bestehen – und wir haben Auflagen zu erfüllen.“

Die sehen so aus: Bei Auswärtsspielen muss der VfB ab dem 1. Mai zu den nächsten zehn Regionalligaauswärtsspielen des VfB längstens bis zum 31. Dezember 2019 auf eigene Kosten zwei „gewerbliche“ Ordner entsenden (zunächst also am 3. Mai nach Bremen und am 10. Mai nach Flensburg). Kleines Entgegenkommen: 1000 Euro der 2000 Euro Geldstrafe dürfen in diese Maßnahme investiert werden. Diesen Kompromiss hatte Schikorra bereits im Vorwege der gestrigen Verhandlung vorbereitet. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, ein VfB-Auswärtsspiel ohne Fans zu bestreiten (so hatte Energie Cottbus bereits einmal ein Geisterspiel abgewehrt). Allerdings fand diese Idee wenig Gegenliebe, da vor allem die Auswärtsspiele oft wenig gut gesichert sind – Beleg dafür: das „Zündeln“ der VfB-Fans hat immer nur auswärts stattgefunden, weil dort die „Security“ vielfach überfordert ist. Schikorra: „Ich hoffe, die Fans verstehen den Wink mit dem Zaunpfahl. Pyrotechnik schadet uns einfach.“