16. März 2020 / 22:40 Uhr

VfB-Lübeck-Trainer Rolf Landerl: Sorgenvoller Blick nach Österreich

VfB-Lübeck-Trainer Rolf Landerl: Sorgenvoller Blick nach Österreich

Jürgen Rönnau
Lübecker Nachrichten
Die Spieler des VfB Lübeck sollen sich während der Fußball-Zwangspause aufgrund des Corona-Vitus zuhause fit halten.
Die Spieler des VfB Lübeck sollen sich während der Fußball-Zwangspause aufgrund des Corona-Vitus zuhause fit halten. © Agentur 54°
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Corona-Pandemie: Keine Aktivitäten auf der Lohmühle bis 19. April - Spieler im Individual-Coach-Modus.

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VfB Lübeck im "Homeoffice"

Lange bevor der Norddeutsche Fußballverband sich am späten Montagnachmittag durchringen konnte, den Spielbetrieb in der Regionalliga „bis auf Weiteres, mindestens aber bis zum 19. April“ einzustellen, hatte der VfB Lübeck in der Corona-Krise reagiert, alle Aktivitäten im Klub entsprechend der Verordnung der Hansestadt eingestellt, die Geschäftsstelle geschlossen und auch die Ligaspieler mit individuellen Trainingsplänen ins „Homeoffice“ geschickt.

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Arslan, Deichmann und Co. bekommen Trainingsprogramm für zuhause

In kleinen Gruppen empfing Trainer Rolf Landerl seine Jungs am Montag in den Katakomben des Stadions – aber nur kurz, um sie mit Übungsutensilien wie Blackrolls, Bändern, Matten und Bällen auszurüsten. Per Whatsappgruppe hatte er ihnen vorher schon ein Arbeitsprogramm nach Hause geschickt, das zunächst bis Dienstag ausgelegt ist, dann bis in die nächste Woche hinein aktualisiert wird.

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Landerl: "Österreich ist uns eine Woche voraus, so schlimm wird's hier auch noch"

„Wir bemühen uns, die Kontakte untereinander so gering wie möglich zu halten, die Jungs sind auch angewiesen, wenn überhaupt, dann wirklich nur in ganz kleinen Gruppen, vielleicht zu zweit, zusammen zu trainieren. Wir haben jetzt vor allem auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Die Lage ist beunruhigend, wir nehmen das sehr ernst“, sagt Landerl, den die Situation sehr nachdenklich stimmt. „Als Österreicher bin ich noch näher dran am Thema, meine Familie und Freunde berichten mir von dort – sie sind uns immer eine Woche voraus in der Corona-Entwicklung, darum kann ich mir ausmalen, was hier in Deutschland und in Lübeck noch auf uns zukommt.“ In seiner Heimat ist es mittlerweile verboten, Gruppen von mehr als fünf Personen zu bilden. Lösen diese sich nicht freiwillig auf, droht ein Strafgeld von 2180 Euro. Wer einen Tabubereich wie etwa einen Spielplatz betritt, muss mit 3600 Euro Bußgeld rechnen. Personen, die trotz Quarantäneanordnung das Haus verlassen, müssen 1450 Euro Strafe zahlen.

VfB-Neuzugang Mirko Boland: Bilder seiner Karriere

Am 17.08.2012 war Mirko Boland mit Eintracht Braunschweig beim VfB Lübeck zu Gast. Das damalige Aufeinandertreffen in der ersten Runde des DFB-Pokals gewann Braunschweig mit 3:0 - Boland traf in der 67. Minute zum vorentscheidenden 2:0. Zur Galerie
Am 17.08.2012 war Mirko Boland mit Eintracht Braunschweig beim VfB Lübeck zu Gast. Das damalige Aufeinandertreffen in der ersten Runde des DFB-Pokals gewann Braunschweig mit 3:0 - Boland traf in der 67. Minute zum vorentscheidenden 2:0. ©

Trainingsbetrieb: Ausnahmeregel für die VfB-Spieler?

Unterdessen hatte Vorstand Florian Möller beim Lübecker Gesundheitsamt nachgefragt, ob für die VfB-Spieler eine ähnliche Sonderregelung gelte, wie etwa für Kaderathleten oder die Fußballer des HSV und des FC St. Pauli, denen in Hamburg unter Auflagen ein Training erlaubt ist. In der Hansestadt war man überfragt, gab die Angelegenheit an die übergeordnete Stelle in Kiel weiter – eine Antwort steht noch aus. Der VfB ließ aber schon wissen: „Wir prüfen unabhängig von der Antwort aus Kiel, inwieweit selbst bei einer etwaigen Erlaubnis aktuell die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes zu verantworten ist.“

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