19. Dezember 2019 / 17:59 Uhr

VfB Lübeck verlängert mit Tommy Grupe bis 2022

VfB Lübeck verlängert mit Tommy Grupe bis 2022

Jürgen Rönnau
Lübecker Nachrichten
VfB-Sportdirektor Rocco Leeser und Tommy Grupe nach dessen Vertragsunterschrift.
VfB-Sportdirektor Rocco Leeser und Tommy Grupe nach dessen Vertragsunterschrift. © VfB Lübeck
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Erste Amtshandlung des neuen Sportchefs Rocco Leeser - Benjamin Gommert läuft wieder, Daniel Halke fehlt verletzt gegen Altona

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Erster Arbeitstag für den neuen Sportdirektor Rocco Leeser – und gleich konnte er mal ein Ausrufezeichen setzen. Gegen Mittag erschien einer der wichtigsten Spieler des VfB auf der Geschäftsstelle an der Lohmühle, hatte ein kurzes Date: Tommy Grupe, Abwehrchef und längst ein bisschen der „Vater der Kompanie“, verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2022. Kein anderer Grün-Weißer, weder Spieler, noch Trainer – und auch nicht der neue Sportchef – hat einen derart langfristigen Kontrakt.

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"Eine Institution, ein Vorbild"

„Das ist ein klares Signal und ein Zeichen unserer Wertschätzung“, erklärte Vorstandssprecher Thomas Schikorra, der die Vorgespräche mit Grupe geführt hatte. „Tommy war vom ersten Tag an ein Anführer bei uns auf dem Platz, er ist längst eine Institution bei uns, ist ein Vorbild. Und er ist ein VfBer, wie die Fans sie lieben.“ Schmunzelnd fügt er hinzu: „Als Innenverteidiger kann man bei uns zur Legende werden, siehe zum Beispiel Jürgen Brinckmann, Lui Marheineke oder Timo Neumann. Tommy hat das Zeug dazu, einer in dieser Reihe zu werden.“ Grupe, der mit Frau – einer gebürtigen Lübeckerin – und Söhnchen in Travemünde lebt, meint: „Der Verein und ich verfolgen mit dem Aufstieg in die 3. Liga die gleichen Ziele. Von daher hat nichts dagegen gesprochen, hier zu bleiben.“ Klar, dass der neue Vertrag sowohl für die Regionalliga, wie auch für die 3. Liga Gültigkeit hat.

Die Führung für den VfB Lübeck beim 5:0 bei Holstein Kiel II durch Tommy Grupe

Nur ein Spiel ausgesetzt

Tommy Grupe – das ist fast schon ein Markenzeichen. Für Zuverlässigkeit, für Teamführung, für Sicherheit im eigenen Sechzehner – und mittlerweile auch für enorme Torgefahr gerade bei Standards. Sechs Tore hat der 1,93-m-Innenverteidiger in dieser bisher halben Saison erzielt – so viele, wie in der gesamte Serie 2018/19. Aussagestark auch andere Werte: Grupe hat seit seinem Einstieg im Sommer 2018 beim VfB alle Regionalligaminuten absolviert – bis auf 28 im Spiel gegen den VfL Oldenburg, weil er in der 62. Minute Gelb-Rot sah. Und dann fehlte er natürlich in der anschließenden Partie gegen den VfB Oldenburg, weil er gelbrot gesperrt war. Diese Partie verloren die Grün-Weißen ohne ihre Abwehrsäule bezeichnenderweise mit 1:5.

Mehr zu Tommy Grupe

Mit Marc ter Stegen, Kevin Volland und Mario Götze gespielt

Gelernt hat der gebürtige Rostocker all das bei Hansa. Als Siebenjähriger hat er die „Kogge“ geentert, ist immer dort geblieben – abgesehen von einem eher unglücklichen Einjahresintermezzo bei Preußen Münster. Mit Hansa ist er sogar Deutscher Meister der A-Jugend geworden, wurde vom DFB gesichtet und durfte 16mal mit dem Adler auf der Brust für Deutschland spielen – zusammen mit heutigen internationalen Stars wie Marc ter Stegen, Kevin Volland oder Mario Götze. „Klar, dass man die Wege der Jungs verfolgt“, sagt der 27-Jährige, der neben der Fußballausbildung auch sein Abitur gebaut und ein Jahr lang BWL studiert hat. „Aber ich bin auch stolz und zufrieden mit dem, was ich erreicht habe. Und ich bin ja noch nicht am Ende, wir haben mit dem VfB noch viel vor, ich sehe hier großes Potenzial.“

Tommy Grupe - beim VfB Lübeck und dem FC Hansa Rostock in Bildern

Tommy Grupe freut sich mit Daniel Franziskus und Tim Weissmann über ein Tor für den VfB Lübeck. Angefangen hatte Tommys Laufbahn in Rostock. Zur Galerie
Tommy Grupe freut sich mit Daniel Franziskus und Tim Weissmann über ein Tor für den VfB Lübeck. Angefangen hatte Tommys Laufbahn in Rostock. ©

"Diese Unterstützung ist schon außergewöhnlich"

Was ihn besonders und zusätzlich motiviert, sind die Fans beim VfB. „Diese Unterstützung ist schon außergewöhnlich für einen Regionalligisten“, weiß Grupe. „Ich kenne das ähnlich aus Rostock, erlebe das jetzt wieder auf der Lohmühle – das hilft uns als Team sehr. Und wir werden alles tun, diesen tollen Fans zum Jahresabschluss am Samstag gegen Altona noch einmal Grund zum Feiern zu geben.“

"Keine Eile" bei weiteren Verlängerungen

Leeser, der neue Sportdirektor, freut sich, dass er an seinem ersten Arbeitstag gleich eine „so wichtige“ Vertragsverlängerung abschließen durfte. „Das ist ein sehr gutes Zeichen“, sagt der 52-Jährige, bremst aber, dass es jetzt eine Serie von weiteren Unterschriften geben wird angesichts von 16 auslaufenden Spieler- und drei im Sommer endenden Trainerverträgen. Leeser. „Wir haben da doch keine Eile. Vielleicht wird es noch eins, zwei weitere vorzeitige Verlängerungen geben – aber vor allem werden wir die Zeit im Trainingslager in Chiclana Ende Januar, Anfang Februar nutzen, um uns zu unterhalten.“

Gommert läuft, Halke muss pausieren

Leeser nutzte die Gelegenheit, gleich mal nah „an der Truppe“ zu sein, war „draußen“ beim Training in Groß Grönau. Zufrieden stellte er fest, dass Benjamin Gommert nach langer Verletzung seine erste Laufeinheit absolvierte – weniger erfreut registrierte er, dass Daniel Halke mit einer Zerrung passen musste und auch gegen Altona nicht spielen wird.