10. August 2019 / 18:03 Uhr

VfB Lübeck verspricht FC St. Pauli heißen Tanz, Trainer Rolf Landerl: "Über die Grenzen gehen und darüber hinaus."

VfB Lübeck verspricht FC St. Pauli heißen Tanz, Trainer Rolf Landerl: "Über die Grenzen gehen und darüber hinaus."

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Machte seine Grün-Weißen nach dem Abschlusstraining heiß: VfB-Trainer Rolf Landerl bei seiner Ansprache vor dem Highlight im DFB-Pokal gegen den FC St Pauli.
Machte seine Grün-Weißen nach dem Abschlusstraining heiß: VfB-Trainer Rolf Landerl bei seiner Ansprache vor dem Highlight im DFB-Pokal gegen den FC St Pauli. © Agentur 54°
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Auch wenn der Zweitligist aus Hamburg am Sonntag (15.30 Uhr) im DFB-Pokal beim Regionalligisten Favorit ist, spricht einiges für den Außenseiter...

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Ganz Lübeck hofft am Sonntag auf eine Überraschung im DFB-Pokal. Wie schon vor drei Jahren gastiert Zweitligist FC St. Pauli um 15.30 Uhr auf der Lohmühle. Damals hieß es 0:3 – und dieses Mal? Das Stadion ist mit 11 000 Zuschauern (davon 2242 Gästefans) restlos ausverkauft. Egal, mit wem man sich in den letzten Tagen unterhalten hat, die Chancen des VfB Lübeck werden als nicht schlecht eingeschätzt.

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Genau 78 Tage ist es her, dass Ahmet Arslan mit seinem verwandelten Strafstoß im Landespokal-Finale gegen Weiche Flensburg für die Qualifikation zur ersten Runde sorgte. Die Vorfreude auf das „Bonusspiel“ ist bei den Grün-Weißen täglich gestiegen. „Das ist ein Highlight“, sagt Kapitän Daniel Halke stellvertretend. Trainer Rolf Landerl hat versucht, sich von der aufkommenden Euphorie in der Stadt nicht anstecken zu lassen. „Wir haben uns wie vor jedem Spiel vorbereitet und alles genauso gemacht wie in der Meisterschaft“, sagt er. Einzig das Medieninteresse sei größer als sonst gewesen.

Beim 0:3 des VfB vor drei Jahren musste das Spiel in der zweiten Halbzeit unterbrochen werden, da VfB-Fans Pyrotechnik zündeten und eine Fahne verbrannten.
Beim 0:3 des VfB vor drei Jahren musste das Spiel in der zweiten Halbzeit unterbrochen werden, da VfB-Fans Pyrotechnik zündeten und eine Fahne verbrannten. © Agentur 54°
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Malone für Mende?

Den Gegner hat der Österreicher am Millerntor gegen Fürth (1:3) beobachtet. „Wir stellen uns auf eine Mannschaft mit einer stabilen Defensive und schnellem Umschaltspiel ein“, sagt er. Zu den Schwächen der Luhukay-Elf wollte er sich nicht äußern. Es darf aber wohl davon ausgegangen werden, dass in erster Linie die Aktionen des norwegischen Nationalspielers und Antreibers Mats Möller Daehli unterbunden werden sollen. Geht man nach den letzten Trainingseindrücken, könnte Ryan Malone für Sven Mende die Löcher im Mittelfeld stoppen. „Beide haben ihre Berechtigung, zu spielen“, lässt sich Landerl gewohnt nicht in die Karten schauen. „Auf jeden Fall wollen wir stabil stehen und Nadelstiche setzen.“

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Die Fünferkette dürfte mit Florian Riedel, Halke, Tommy Grupe, Tim Weißmann und Marvin Thiel stehen, davor Malone (Mende), rechts Turbomann und Flankengeber Yannick Deichmann und Dennis Hoins (links) sowie Arslan und der gut aufgelegte Patrick Hobsch im Angriff. Bleibt die Torwartfrage: Spielt Benjamin Gommert oder erhält Neuzugang Lukas Raeder eine Chance? Gommert war im Landespokal-Finale neben Arslan mit einem parierten Strafstoß der Held und hielt in der Liga bis dato fehlerfrei. Landerl fordert Leidenschaft pur. „Wir müssen an die Grenzen gehen und darüber hinaus“, betont der 44-Jährige, dessen Elf seit November 2018 ungeschlagen ist.

VfB Lübeck im DFB-Pokal

24 Spiele hat der VfB Lübeck im DFB-Pokal bislang bestritten. 1965 gastierte 1860 München auf der Lohmühle. Immer wieder klärte der VfB haarige Situationen, wehrte sich tapfer - wie hier Jürgen Brinckmann. Schließlich gewann die Mannschaft von Max Merkel - 1965 immerhin Bundesliga-Vierter, 1966 sogar Deutscher Meister - mit 1:0 durch den eingewechselten Hansi Küppers. Zur Galerie
24 Spiele hat der VfB Lübeck im DFB-Pokal bislang bestritten. 1965 gastierte 1860 München auf der Lohmühle. Immer wieder klärte der VfB haarige Situationen, wehrte sich tapfer - wie hier Jürgen Brinckmann. Schließlich gewann die Mannschaft von Max Merkel - 1965 immerhin Bundesliga-Vierter, 1966 sogar Deutscher Meister - mit 1:0 durch den eingewechselten Hansi Küppers. ©
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Der Funke soll überspringen

Der Funke soll zu den Fans herüberspringen. „Ich glaube, dass es an einem richtig guten Tag nicht unmöglich ist, Pauli zu schlagen, wenn wir die Fans auf unsere Seiten ziehen können“, hofft Halke auf eine bedingungslose Unterstützung von den Rängen. Der Routinier verspricht einen „heißen Tanz. Wir müssen es schaffen, gleich in den ersten Minuten in die Zweikämpfe zu kommen. Wichtig ist, dass wir das Spiel vor dieser tollen Kulisse genießen und uns in einen Rausch spielen. Wir sind Außenseiter und haben keinen Druck. Wir wissen aber auch, dass wir eine gute Form haben. St. Pauli ist schon ein bisschen in Zugzwang“, glaubt Halke.

Die Quoten sind gesunken

Dass die Chancen nicht schlecht stehen, zeigen auf die Wettbüros: Stand die Quote für einen Sieg der Landerl-Elf erst bei 6,0, ist diese zuletzt auf bis 3,3 gesunken. Der Zweitligist erreichte seit 2005/06 bei 13 Anläufen nur fünf Mal die zweite Runde.

Vor dem Spiel

VfB-Kader: Gommert, Raeder, Riedel, Halke, Kim, Grupe, Weißmann, Lippert, Thiel, Matovina, Mende, Malone, Deichmann, Hoins, Schelle, Arslan, Hebisch, Parduhn, Fernandes, Hobsch.

Pauli-Kader: Himmelmann, Brodersen, Bednarczyk, Knoll, Miyaichi, Hoffmann, Möller Daehli, Buballa, Diamantakos, Kalla, Conteh, Hornschuh, Gyökeres, Buchtmann, Sobotta, Dursun, Zehir, Loubongo-M’Boungou.

DFB-Pokal-Regel: Anders als in der Regionalliga dürfen jeweils 20 Spieler auf der offiziellen Kaderliste stehen, sechs Ersatzspieler dürfen sich gleichzeitig während des Spiels aktiv an der eigenen Grundlinie vorbereiten. Während in der Regionalliga vier U23-Spieler im Kader stehen müssen, gibt es diese Altersbegrenzung im DFB-Pokal nicht.

Schiedsrichter: Frank Willenborg (40; Osnabrück), er pfiff auch das VfB-Pokalspiel 2010 gegen Duisburg (0:2). Assistenten: Guido Kleve, Daniel Riehl. Vierte Offizielle: Dr. Riem Hussein.

Anreise/Parkplätze: Der P&R-Parkplatz ist den Gästen vorbehalten, die Zufahrt zwischen Hansehalle und Avia-Tankstelle ist nur mit Durchfahrtschein möglich, der Hagebaumarkt bietet aber seinen Parkplatz an. Es wird dringend empfohlen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Zeiten: Anstoß erfolgt am Sonntag um 15.30 Uhr. Stadionöffnung bereits um 12.45 Uhr, Kassen werden nicht geöffnet, weil das Spiel ausverkauft ist.
Liveberichte: Umfangreich ist der LN-Sportbuzzer mit Liveticker, anschließender Einzelkritik, Stimmen zum Spiel, Bildergalerie am Ball. Live im TV bei Sky, im Hörfunk bei NDR2 und Welle Nord – und bei Amazon.

Bilder der letzten Begegnung: VfB Lübeck gegen den FC St. Pauli im August 2016

Die Hamburger Fans sammeln sich am Hinterausgang des Lübecker Bahnhofes. Zur Galerie
Die Hamburger Fans sammeln sich am Hinterausgang des Lübecker Bahnhofes. © Felix König

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