13. August 2019 / 17:19 Uhr

VfB Lübeck winkt beim Heider SV die Regionalliga-Tabellenführung

VfB Lübeck winkt beim Heider SV die Regionalliga-Tabellenführung

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Die VfB-Spieler um Kapitän Daniel Halke vor dem Pokalspiel gegen St. Pauli.
Die VfB-Spieler um Kapitän Daniel Halke vor dem Pokalspiel gegen St. Pauli. © Agentur 54°
Anzeige

Die Tränen nach dem bitteren Aus im DFB-Pokal gegen den FC St. Pauli sind bei den Grün-Weißen getrocknet, der Blick geht wieder vorn: Beim „kleinen HSV“ steht am Mittwoch Liga-Lust nach Pokal-Frust an.

Anzeige
Anzeige

Nur 72 Stunden nach dem Pokalhighlight gegen den FC St. Pauli geht es für den VfB Lübeck schon an diesem Mittwoch weiter. In der Regionalliga Nord gastieren die Grün-Weißen beim Aufsteiger Heider SV (18.30 Uhr, Meldorfer Straße). Nachdem Montag frei war, sah Trainer Rolf Landerl seine Burschen Dienstag Nachmittag wieder. Da schon am Sonnabend das nächste Heimspiel gegen St. Pauli II (14 Uhr) und anschließend das Landespokal-Viertelfinale bei Oberligist PSV Neumünster (21. August, 18.30 Uhr) ansteht, ist wohl davon auszugehen, dass der Österreicher rotieren wird. Kehrt Benjamin Gommert ins Tor zurück oder erhält Neu-Stürmer Nicolas Hebisch endlich eine Chance? „Wir machen uns ein Bild, wie es bei den Jungs von der körperlichen Frische und mental aussieht“, sagt er. Der grandiose Pokalfight hat definitiv Kraft gekostet. „Wir hatten einen Zweitligisten am Rande der Niederlage“, blickt er voller Stolz zurück.

VfB Lübeck - FC St. Pauli: Die besten Bilder

Die Spieler des VfB Lübeck stehen nach der Niederlage vor dem eigenen Fanblock in der Pappelkurve. Zur Galerie
Die Spieler des VfB Lübeck stehen nach der Niederlage vor dem eigenen Fanblock in der Pappelkurve. ©
Anzeige

Jetzt geht's um die Meisterschaft

Nach dem Pokal bekräftigten die Spieler, sich nun voll und ganz der Meisterschaft und somit den ausgegeben Aufstieg in die dritte Liga zu widmen. „Wir haben die Möglichkeit, die Tabellenführung zu übernehmen. Das sollte im Fokus stehen“, gibt Landerl als Marschroute aus, nachdem sich Meister Wolfsburg II 3:3 vom Hamburger SV II getrennt hat. Während seinen Spieler die Bilder des bitteren Pokal-Ausscheidens immer wieder durch den Kopf gingen, war Landerl tags darauf schon zur Tagesordnung übergegangen und beschäftigte sich mit dem nächsten Gegner. „Klar, war auch ich traurig. Doch wir müssen das schnell abhaken.“

Mehr zum VfB Lübeck

Heide ist punktlos Letzter

Die noch punktlosen Heider belegen nach drei Spielen den letzten Tabellenplatz. Während es auswärts zwei deftige Klatschen (1:5 beim Hamburger SV II und 1:6 in Norderstedt) gab, haben sich die Dithmarscher zu Hause beim 0:1 gegen Werder Bremer II teuer verkauft. „Der Gegner hatte im Gegensatz zu uns eineinhalb Wochen frei und wird sich gerade vor eigenem Publikum motiviert präsentieren“, glaubt der VfB-Coach.

Abenteuer Regionalliga für "kleinen HSV"

Für die Heider ist die vierte Liga ein Abenteuer. Es wurde bewusst auf teure Neuzugänge verzichtet. „Der Saisonstart ist nicht völlig überraschend für uns“, sagt HSV-Trainer Sönke Beiroth den LN. „Wir haben vorher gesagt, dass wir mit der gleichen Mannschaft in die neue Saison gehen. Wir wollen nachhaltig arbeiten.“ Die Regionalliga sei ein Geschenk für den Traditionsverein. „Wir werden unseren Weg nicht verlassen. Auch nicht, wenn wir zur Winterpause nur zwei Punkte haben sollten. Für uns geht es zunächst darum, volle Konzentration und Leidenschaft zu zeigen.“

Vor dem Spiel

VfB-Kader: Gommert, Raeder, Riedel, Halke, Kim, Grupe, Weißmann, Lippert, Thiel, Matovina, Mende, Malone, Deichmann, Schelle, Hoins, Arslan, Fernandes, Hobsch, Parduhn, Hebisch, Will, Bombek, Bock (am Mittwoch vor der Abfahrt werden noch vier Spieler gestrichen) 

Nicht im Kader: Franziskus (Reha nach OP), Schuchardt

Schiedsrichterin: Susann Kunkel (36/Hamburg; die für den SV Eichede pfeifende LN-Sportlerin des Jahres leitet zum fünften Mal ein Punktspiel der Lübecker). Assistenten: Jannik Schneider, Tom-Lennart Maschmann.

Anpfiff: Mittwoch, 18.30 Uhr, Stadion an der Meldorfer Straße, 25746 Heide

Scorerrangliste: VfB Lübeck (2019/2020)

Ahmet Arslan: 7 Tore.  Zur Galerie
Ahmet Arslan: 7 Tore.  ©

Bilgen hatte sich angeboten

Zuletzt hatte sich der zurzeit vereinslose Lübecker Beytullah Bilgen (29, zuletzt bei Oberliga-Meister NTSV Strand 08) angeboten. „Wir werden überlaufen von Spieleranfragen. Doch können und wollen wir uns keine Spieler leisten. Entweder kommen die Spieler aus Heide oder aus dem Umkreis von 50 Kilometern“, betont Beiroth, der die Lübecker im TV gegen St. Pauli beobachtet und großen Respekt vor den Grün-Weißen hat.

Beiroth schwärmt vom VfB

Für den 57-Jährigen ist es ein Duell zweier ungleicher Mannschaften. Während die Spieler des „kleinen HSV“ noch arbeiten müssen, trifft sich die Landerl-Elf am Mittwoch um 9.30 Uhr zum Anschwitzen, ehe es mit dem Bus Richtung Westküste geht. „Der VfB hat eine extrem hohe Qualität, die er im Pokal eindrucksvoll bestätigt hat. Es hat sich herauskristallisiert, warum sie als Top-Favorit gehandelt werden“, meint Beiroth und gerät vor dem Landesderby ins Schwärmen: „Sie haben einen überragenden Trainer, der ein klares Konzept hat. Die Mannschaft wurde nochmals verstärkt. Der VfB ist spieltechnisch und taktisch sehr gut und konditionell auf einem gigantischen Niveau.“

Regionalliga-Saison 2019/2020 VfB Lübeck

Los ging die Saison 2019/2020 am 27. Juli 2019 mit einem 3:1-Heimsieg über den SSV Jeddeloh. Vor 2413 Zuschauern auf der Lohmühle trafen Tommy Grupe (v.l.), Ahmet Arslan und Patrick Hobsch. Zur Galerie
Los ging die Saison 2019/2020 am 27. Juli 2019 mit einem 3:1-Heimsieg über den SSV Jeddeloh. Vor 2413 Zuschauern auf der Lohmühle trafen Tommy Grupe (v.l.), Ahmet Arslan und Patrick Hobsch. ©

Tobi Hass fällt aus - Polterabend!

Der Liganeuling hofft auf ähnlich viele Zuschauer wie gegen die Bremer Bundesligareserve, als 2335 Zuschauer für eine tolle Kulisse gesorgt hatten. Landerl erwartet eine ähnliche Atmosphäre wie bei Altona: „Ein enger Platz und viele Fans. Da kann man sich nur freuen.“ Während die Lübecker personell die Qual der Wahl haben, muss Beiroth mit Tobias Hass (Polterabend) auf einen seiner besten und schnellsten Spieler verzichten. „Auch wenn uns der VfB in allen Belangen überlegen ist, freuen wir uns auf einen schönen Abend“, sagt der HSV-Coach. Die Bilanz spricht klar für den Aufstiegsaspiranten. Der VfB kommt in 57 Duellen auf 30 Siege bei 15 Unentschieden und nur 12 Niederlagen.

ANZEIGE: 50% auf dein Spieler-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Lübeck
Sport aus aller Welt