09. Dezember 2019 / 22:26 Uhr

VfB Stuttgart wieder Dritter: Videobeweis-Wirbel überschattet Befreiungsschlag gegen Nürnberg

VfB Stuttgart wieder Dritter: Videobeweis-Wirbel überschattet Befreiungsschlag gegen Nürnberg

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Angeführt von Ex-Nationalspieler Mario Gomez hat sich der VfB Stuttgart wieder auf den Relegationsplatz geschossen. Überschattet wurde der Sieg gegen Nürnberg aber von diversen Videobeweis-Szenen.
Angeführt von Ex-Nationalspieler Mario Gomez hat sich der VfB Stuttgart wieder auf den Relegationsplatz geschossen. Überschattet wurde der Sieg gegen Nürnberg aber von diversen Videobeweis-Szenen. © Getty
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Der VfB Stuttgart ist zurück in der Erfolgsspur. Im Duell der Absteiger gelang den Schwaben ein Heimsieg gegen den kriselnden 1. FC Nürnberg und die Rückkehr auf den dritten Platz. Der Takt der Partie wurde allerdings vom Videobeweis mitbestimmt, der sich aus Sicht vieler Fans nur allzu häufig meldete.

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Der VfB Stuttgart ist auf den Relegationsplatz der 2. Bundesliga zurückgekehrt. Die Schwaben bezwangen den 1. FC Nürnberg in der heimischen Mercedes-Benz-Arena mit 3:1 (0:1) und schoben sich am 1. FC Heidenheim vorbei auf Rang drei. Die Partie wurde überschattet vom Einsatz des Videobeweises, der den VfB im ersten Durchgang nach zwei aberkannten Toren noch frustrierte und der den Stuttgartern im zweiten Durchgang zupass kam. Nürnberg bleibt mit Ex-Stuttgart-Coach Jens Keller enttäuschender 16. und tief im Abstiegskampf. Nachdem Michael Frey (10.) die Gäste schmeichelhaft in Führung geschossen hatte, glich Joker Silas Wamangituka (58.) per Handelfmeter aus. 74 Sekunden später traf Mario Gomez, Philipp Förster (74.) machte alles klar.

Nach Schlusspfiff war das wichtigste Gesprächsthema einmal mehr eines, das eigentlich gar nicht im Mittelpunkt stehen soll - der Videobeweis. "Der Ablauf des Spiels wird so komplett verändert - vor allem, wenn er so oft eingesetzt wird wie heute", bemängelte Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat den Videobeweis später in der Mixed Zone. "Es entsteht das Gefühl, dass mittlerweile nichts mehr ohne den Videobeweis entschieden wird."

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Zwei Stuttgart-Tore aberkannt - Gomez wieder beteiligt

Die Nürnberger profitierten im ersten Durchgang vom wiederkehrenden Pech der Gastgeber mit dem Videobeweis. Nachdem Michael Frey (10.) die Franken mit einem harten und platzierten Schuss in Führung geschossen hatte, verpassten die Schwaben eine sofortige Reaktion. Stattdessen pfiffen die Fans, weil die Schwaben von Trainer Tim Walter sich aus ihrer spielerischen Krise nicht befreien konnten. Das gelang erst mit zunehmender Spieldauer - und nicht ohne Rückschläge.

Ärgern musste sich zunächst Mario Gomez, dem in der Vorwoche drei Tore vom Videobeweis zunichte gemacht wurden. Der 34-Jährige hatte den VAR daraufhin in seiner aktuellen Form wörtlich als "Scheiße" bezeichnet. Sein Foulspiel vor dem vermeintlichen Ausgleichstor durch Wataru Endo (28.) - er hatte nach einem Standard Nürnbergs Behrens weggecheckt - wurde von Schiedsrichter Robert Schröder übersehen und erst von VAR Christof Günsch erkannt. Nur Augenblicke später traf dann Gomez selbst, bei seinem Kopfball stand er aber hauchdünn im Abseits - auch diesem Tor wurde die Anerkennung verweigert.

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Erst nach Wiederanpfiff hatten die deutlich überlegenen Gastgeber dann auch Glück - auch und vor allem beim Videobeweis. Der stark aufspielende Joker Wamangituka stellte zunächst die linke Abwehrseite der Franken vor Probleme und verwandelte dann einen Handelfmeter (58.) sicher zum Ausgleich. Diesen hatte Schröder erst nach Einsatz des Videobeweises gegeben, nachdem Schleusener im Strafraum mit dem Ellenbogen statt mit dem Kopf am Ball war. Eine richtige Entscheidung, die Gomez nur 74 Sekunden später vergolden konnte. Er überwand FCN-Keeper Dornebusch zum 2:1. Wieder meldete sich der Videoschiedsrichter, griff nach einem Kopfballduell von Endo gegen Geis aber nicht ein - zum Glück, denn das wäre ein Fehler gewesen.

Lohkemper verpasst das mögliche 2:2 für Nürnberg

Stuttgart kontrollierte das Spiel nun, hätte allerdings fast das 2:2 kassiert. Frey steckte einen Konter zu Lohkemper durch, der vollkommen unbedrängt aber nur das Außennetz traf. Der VfB machte das besser - und kam nach einer Balleroberung von Ascacibar, einer herausragenden Vorlage von Mario Gomez und einem kühlen Abschluss von Philipp Förster (72.) zum 3:1. Dornebusch hätte diesen Versuch parieren können.