15. Juli 2019 / 15:22 Uhr

Nachfolger von VfB-Präsident Wolfgang Dietrich? Cem Özdemir reagiert auf Stuttgarter Fan-Forderung

Nachfolger von VfB-Präsident Wolfgang Dietrich? Cem Özdemir reagiert auf Stuttgarter Fan-Forderung

Marina Kormbaki
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Grünen-Politiker Cem Özdemir ist Fan und Mitglied des VfB Stuttgart
Grünen-Politiker Cem Özdemir ist Fan und Mitglied des VfB Stuttgart © imago /Jan Huebner
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Cem Özdemir begrüßt den Rücktritt von Präsident Wolfgang Dietrich beim VfB Stuttgart. Der Grünen-Politiker wird nach der Demission des Klubchefs schon als potenzieller Nachfolger gehandelt – beim RND reagiert er.

Grünen-Politiker und VfB-Mitglied Cem Özdemir hat den Rücktritt von Wolfgang Dietrich als Präsident des Stuttgarter Zweitligisten begrüßt und sich zu einem möglichen eigenen Engagement bei den Schwaben geäußert. „Ich bin erleichtert, dass Wolfgang Dietrich den Weg frei gemacht hat, damit der VfB in Zukunft raus aus den Negativschlagzeilen und rein in die Erfolgsspur kommt“, sagte der 53-Jährige dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Der Fußball muss wieder im Vordergrund stehen! Als Präsidentin oder Präsident wünsche ich mir eine Person, hinter der sich die VfB-Familie versammeln kann, die den Verein eint statt spaltet. Zusätzlich wünsche ich mir an der Spitze mehr Sportkompetenz und die Einbindung verdienter Spieler.“

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Nachdem der ehemalige Grünen-Bundesvorsitzende die Vorgänge rund um die peinlich verlaufene VfB-Mitgliederversammlung am Sonntag vor Ort verfolgt und per Twitter kommentiert hatte, war er von einigen Fans aufgefordert worden, selbst das Amt des Vereinspräsidenten zu übernehmen. Sogar der Hashtag #yeswecem wurde etabliert. Özdemir: „Das Vertrauen der Fans ehrt und berührt mich. Aber hier geht es gerade nicht um einzelne Namen, sondern darum, was für den VfB am besten ist.“

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Der höchst umstrittene Dietrich hatte sein Amt am Montagvormittag niedergelegt. Einen Tag nach der wegen technischer Probleme abgebrochenen Mitgliederversammlung verkündete der 70-Jährige diese Entscheidung auf seiner Facebook-Seite. „Ich kann und will nicht mehr verantwortlich für alles gemacht werden, was beim VfB Stuttgart berechtigt oder unberechtigt nicht gut funktioniert“, schrieb Dietrich. Den Grad an „Feindseligkeit und Häme“, den er auf der Mitgliederversammlung erlebt habe, hätte er „nicht für möglich gehalten“.

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Die Veranstaltung war am Sonntag kurz vor der Abstimmung über eine Abwahl Dietrichs abgebrochen worden, weil das für die Mitglieder eingerichtete WLAN im Stuttgarter Stadion nicht funktionierte. Mit ihren Handys hätten sich die rund 4500 anwesenden Stimmberechtigten einloggen sollen, um unter anderem über Dietrichs Zukunft abstimmen zu können. Nachdem Dietrich die Veranstaltung unter lautstarken Pfiffen beendet hatte, wurde er von Personenschützern aus dem Innenbereich des Stadions begleitet.

Noch am Sonntagabend hätten ihn das Präsidium, Vereinsbeirat und Aufsichtsrat gebeten, dennoch weiterzumachen. Aber er könne „nicht mehr einer Organisation vorstehen, die weder willens ist, sich mit mir gemeinsam diesen Interessen entgegenzustellen, noch in der Lage, den einwandfrei funktionierenden Ablauf einer Mitgliederversammlung zu gewährleisten“, schrieb der ehemalige Unternehmer. Dietrich war ursprünglich bis 2020 gewählt, stand aber seit Monaten bei einem Teil der VfB-Anhänger massiv in der Kritik.

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