13. Mai 2022 / 20:38 Uhr

VfB Stuttgart und Hertha im Fernduell um den Klassenerhalt: Sportpsychologe erklärt den mentalen Druck

VfB Stuttgart und Hertha im Fernduell um den Klassenerhalt: Sportpsychologe erklärt den mentalen Druck

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der VfB Stuttgart und Hertha BSC hoffen vor dem letzten Spieltag noch auf den direkten Klassenerhalt.
Der VfB Stuttgart und Hertha BSC hoffen vor dem letzten Spieltag noch auf den direkten Klassenerhalt. © IMAGO/Jan Huebner/Sportfoto Rudel/Privat (Montage)
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Am Samstagnachmittag werden die Fans des VfB Stuttgart, Hertha BSC und Arminia Bielefeld zittern: Es geht in Fernduellen um den Verbleib in der Bundesliga. Ein unglaubliche Drucksituation für die Profis der jeweiligen Vereine. Sportpsychologe Matthias Herzog erklärt, was vor den Partien für die Spieler wichtig ist. 

Am letzten Spieltag geht es für viele Klubs in der Bundesliga um nichts mehr, für einige um alles. Der VfB Stuttgart kämpft um den Klassenerhalt, kann nur mit einem eigenen Sieg gegen den 1. FC Köln und gleichzeitiger Niederlage von Hertha BSC bei Borussia Dortmund noch auf Platz 15 springen. Der Hertha wiederum reicht ein Punkt für den sicheren Klassenerhalt. Arminia Bielefeld hat nur noch theoretische Chancen auf den Verbleib im Oberhaus des deutschen Fußballs. Bei den Fernduellen im Abstiegskampf zählt aber nicht nur, wer am Samstagnachmittag die besseren Beine hat, auch der Kopf ist entscheidend.

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"Das Problem ist schon die Begrifflichkeit“, sagt Sportpsychologe Matthias Herzog, der unter anderem mit der Mannschaft von Zweitligist Hannover 96 zusammenarbeitete. "Spieler und Trainer reden oft davon, den Abstieg zu verhindern, anstatt die Klasse zu halten. Das löst im Kopf bereits etwas aus." Wichtig für den Fachmann vor solchen Entscheidungsspielen: Den gewohnten Rhythmus nicht verändern. "Die Spiele werden schon von außen künstlich hochgepusht, im Inneren muss Ruhe herrschen. Das heißt, am letzten Spieltag den gleichen Ablauf, wie am zehnten. Nicht gewollt etwas ändern, Menschen sind ritualisiert." Vor allem kann zusätzlicher Stress für Probleme sorgen. "Der Körper übersäuert und das hat Einfluss auf die Leistung", weiß Herzog. Auch das Risiko von Verletzungen steigt durch den biologischen Prozess.

Entscheidend ist vor dem finalen Spieltag den vollen Fokus auf sich selbst zu legen, der Siegesdruck wie beim VfB, kann durch positive Kommunikation beeinflusst werden. "Zum Beispiel durch das Aufzeigen von Dingen, die mit einem Sieg verbunden sind. Dann DARF das Team vielleicht in der 1. Liga bleiben. Mit einer Muss-Gewinnen-Drohkulisse wird nicht viel zu erreichen sein." Zumal nicht jeder ein Oliver Kahn ist, "der solche Entscheidungsspiele geliebt hat".

Für den Kampf um den Klassenerhalt sieht Herzog den VfB am letzten Spieltag leicht im Vorteil: "Sie kommen aus einem positiven 2:2 bei Bayern München, Hertha hat hingegen keinen guten Lauf." Mit einem Sieg am vergangenen Spieltag gegen Mainz hätte das Team von Trainer Felix Magath den Klassenerhalt schon klarmachen können, es setzte aber eine 1:2-Niederlage. Deshalb kommt es jetzt zum Fernduell mit dem VfB und der Arminia - das Beine und Kopf entscheiden.