20. April 2019 / 21:52 Uhr

VfB Stuttgart entlässt Trainer Markus Weinzierl - U19-Coach Willig übernimmt

VfB Stuttgart entlässt Trainer Markus Weinzierl - U19-Coach Willig übernimmt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Trainer Markus Weinzierl muss nach nur sechs Monaten beim VfB Stuttgart gehen.
Trainer Markus Weinzierl muss nach nur sechs Monaten beim VfB Stuttgart gehen. © Getty
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Der VfB Stuttgart zieht die Reißleine: Nach nur 193 Tagen im Job hat der VfB Stuttgart Trainer Markus Weinzierl entlassen. Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden, interimsweise übernimmt U19-Trainer Nico Willig.

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Nur 23 Spiele lang war Markus Weinzierl Trainer des VfB Stuttgart, jetzt ist auch der 44-Jährige Geschichte. Nach der peinlichen 0:6-Niederlage gegen dem FC Augsburg beurlaubten die Schwaben den Chefcoach, der erst im Oktober als Nachfolger von Tayfun Korkut verpflichtet worden war. Weinzierl ist bereits der vierte Trainer der Stuttgarter, der nach einer Pleite gegen den FCA seinen Posten räumen muss - nach Alexander Zorniger, Armin Veh und Bruno Labbadia. Interimstrainer wird bis zum Ende der Saison der bisherige U19-Coach Nico Willig, bisher im Profibereich ein unbeschriebenes Blatt.

„Wir haben mehrfach betont, dass es unser klarer Wunsch war, die Saison mit Markus Weinzierl und dem Trainerteam zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen", sagte Sportvorstand Thomas Hitzlsperger in einer ersten Stellungnahme. "Nach dem überaus enttäuschenden Spiel in Augsburg sind wir aber zu der Überzeugung gekommen, dass wir die Situation neu bewerten müssen und ein klarer Schnitt zwingend notwendig ist." Über Willig sagte Hitzlsperger: "Er hat in den vergangenen Jahren im Nachwuchsbereich des VfB sehr gute Arbeit geleistet und hat sich sofort dazu bereit erklärt, dem VfB in dieser schwierigen Situation zu helfen."

Das sind die möglichen Nachfolger von Markus Weinzierl beim VfB Stuttgart

<b>Nico Willig</b> übernimmt den VfB bis zum Ende der Saison, danach dürfte es eine neue Lösung geben. Im Jahr 2015 hat er zusammen mit Domenico Tedesco, Alexander Nouri und Kenan Kocak die Ausbildung zum Fußballlehrer erfolgreich abgeschlossen. Aktuell ist der 38-Jährige Trainer der U19 der Schwaben.  Zur Galerie
Nico Willig übernimmt den VfB bis zum Ende der Saison, danach dürfte es eine neue Lösung geben. Im Jahr 2015 hat er zusammen mit Domenico Tedesco, Alexander Nouri und Kenan Kocak die Ausbildung zum Fußballlehrer erfolgreich abgeschlossen. Aktuell ist der 38-Jährige Trainer der U19 der Schwaben.  ©
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Weinzierl wurde die verheerende Bilanz der letzten Wochen zum Verhängnis: Der Ex-Schalker holte nur 0,70 Punkte pro Spiel, konnte lediglich vier Partien gewinnen. Nächste Aufgabe der Stuttgarter ist das schwere Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am nächsten Samstag. Fünf Spiele bleiben den Schwaben noch, um den Klassenerhalt noch zu verhindern. "Ich kann nicht in die Zukunft schauen, wir werden das in Gesprächen aufarbeiten", sagte Weinzierl bei Sky und antwortete auf die Frage, ob er Trainer der Schwaben bleiben werde: "Diese Frage begleitet mich nun schon seit drei Monaten. Ich habe heute keine Argumente gesammelt."

Sportvorstand Hitzlsperger vermied klares Bekenntnis

"Wie funktioniert die Mannschaft? Wie ist das Zusammenspiel Trainer und Mannschaft? Das ist die Grundlage für die Entscheidung, die ich dann treffen muss", sagte Sportvorstand Thomas Hitzlsperger zuletzt im Anschluss an die Niederlage gegen Leverkusen. "Ich habe einen sehr guten Austausch mit Markus, muss es aber auch immer wieder neu bewerten, ob das auch in der Zukunft erfolgsversprechend ist." Der Ex-Nationalspieler wird am 1. Mai von Sportdirektor Sven Mislintat unterstützt, der ohne Zweifel auch in die Entscheidung involviert ist. In Augsburg hielt Hitzlsperger sich bedeckt. "Dass wir reden müssen, ist ganz klar. Man kann nach so einem Spiel nicht zur Tagesordnung übergehen - dafür war es zu krass."

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Weinzierl hatte zuletzt dünnhäutig reagiert und mangelnden Respekt beklagt. „In so einer Situation muss man sich als Trainer auch mal wehren. Es ist einfach Fakt, dass der Trainer nicht an allem schuld ist." Anlass war Kritik auch an seiner Person, nachdem Mittelfeldspieler Santiago Ascacibar gegen Leverkusen seinen Gegenspieler bespuckt hatte. Der Stuttgarter Coach bezog sich dabei nach eigener Aussage auf Medienberichte, in welchen er für den Aussetzer des Argentiniers verantwortlich gemacht worden sei. „Wenn ich im Zusammenhang mit Ascacibar lesen muss, der Trainer hat die Spieler nicht im Griff, dann ist irgendwann auch Schluss“, sagte Weinzierl.

VfB Stuttgart: Spannungen in der Führungsetage

Als mögliche Nachfolger zur neuen Saison wurden zuletzt Ex-HSV- und Hoffenheim-Trainer Markus Gisdol und Trainerlegende Felix Magath gehandelt. Außenseiterchancen wurden Jürgen Klinsmann eingeräumt. Der ehemalige Bundestrainer, dessen Wurzeln in Stuttgart liegen, wurde in den vergangenen Monaten als möglicher neuer Sportvorstand ins Spiel gebracht. Bis zum Ende der Saison müssen die Stuttgarter bei der Suche nach einem neuen Trainer wohl noch warten - denn auch die Ligazugehörigkeit dürfte für den Weinzierl-Nachfolger entscheidend sein.

Der VfB befindet sich seit Monaten in unsicheren Fahrwassern - nicht nur auf dem Platz. Die Spannungen in Aufsichtsrat und Vorstand gipfelten in der vergangenen Woche im Rücktritt von Ehrenspielführer Guido Buchwald als Aufsichtsratsmitglied, nachdem er zuvor von einem Kollegen des Kontrollgremiums in der Loge beschimpft worden war. Der Anlass: Die TV-Sendung Sky90, in der Ex-Stuttgart-Profi Thomas Buchwald die Vereinsführung heftig kritisiert hatte.


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