08. Mai 2022 / 20:40 Uhr

"Nicht ganz schön": Stuttgart-Remis trübt Bayern-Meisterfeier – Gedämpfte Stimmung bei Nagelsmann und Co.

"Nicht ganz schön": Stuttgart-Remis trübt Bayern-Meisterfeier – Gedämpfte Stimmung bei Nagelsmann und Co.

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann war bei der Schalen-Übergabe nicht gänzlich zufrieden.
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann war bei der Schalen-Übergabe nicht gänzlich zufrieden. © IMAGO/Jan Huebner/Nordphoto (Montage)
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Der FC Bayern München durfte am Sonntag zum zehnten Mal in Serie die Meisterschale entgegennehmen. Die große Party-Stimmung kam bei den Münchenern jedoch nicht auf. Das 2:2 gegen Abstiegskandidat VfB Stuttgart schlug auf das Gemüt.

Schlusspfiff, ein mageres 2:2 des FC Bayern München gegen den VfB Stuttgart und Bayern-Kapitän Manuel Neuer bolzte den Ball völlig frustriert in die gegnerische Hälfte. Da war Kingsley Coman bereits in der Kabine verschwunden. Der Bayern-Angreifer hatte in der Nachspielzeit seinem Widersacher Konstantinos Mavropanos eine Ohrfeige verpasst und dafür die Rote Karte gesehen. Beide Aktionen Sinnbilder für die zunächst maue Stimmung auf der Meisterparty in der Allianz Arena. Diese wurde besser, als Neuer um 19.37 Uhr von DFL-Chefin Donata Hopfen die Meisterschale, die zehnte in Serie, überreicht bekam.

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Doch gänzlich wollte die Party-Stimmung nicht aufkommen. Das Münchner Team um Premieren-Champion und Trainer Julian Nagelsmann tanzte zwar auf dem Podium mit der Schale im rot-weißen Konfettiregen. "Kurz nach dem Spiel, wenn man nicht gewonnen hat, ist es nicht ganz schön", sagte Nagelsmann bei DAZN aber mit gemischten Gefühlen. Zumindest Torschütze Thomas Müller war bemüht, den Blick auf das Positive zu lenken: "Auch wenn viele dabei sind, die die Zeremonie kennen, ist es einfach immer wieder schön", sagte der Nationalspieler, gab dann jedoch ebenfalls zu: "Wir wollten gewinnen, hatten Bock, aber wir haben auch Fehler gemacht."

Schöne Geste der Mannschaft: Müller gab die Meister-Trophäe über den Zaun der Südkurve für kurze Zeit in die Hände der Fans. "Es ist klar, dass uns in der Vergangenheit die Zuschauer gefehlt haben", erklärte Kapitän Manuel Neuer die Aktion. Die Fans hätten es daher "verdient, dass sie die Schale in den eigenen Händen halten können". Doch auch der Schlussmann, der gegen den VfB zwei Mal hinter sich greifen musste, merkte an: "Es wäre schöner gewesen nach einem Sieg. Trotzdem ist es schön, mit den Fans zu feiern." Gedämpfte Stimmung bei den Münchenern – eine Feier ist für den Abend laut Aussagen von Müller und Neuer jedoch ohnehin nicht geplant.

Ibiza-Reise: FC Bayern gelingt es nicht, die Nebengeräusche zu übertönen

Die Stuttgarter hatten nach Schlusspfiff die bessere Laune, schleppten sich vor ihre stimmungsvolle Kurve. Mit dem lebenswichtigen Punkt haben sie nun kommenden Samstag am letzten Spieltag alle Optionen, da sie als Sechzehnter nur noch drei Punkte (und das bessere Torverhältnis) hinter Hertha BSC und dem rettenden Ufer. Allerdings auch nur drei Punkte vor Arminia Bielefeld, momentan auf Rang 17. Kommenden Samstag empfängt der VfB zum Showdown den 1. FC Köln, die Hertha muss in Dortmund ran.

Für die Bayern ging es rein tabellarisch um nichts mehr, man hatte allerdings den guten Ruf zu verlieren – und das in doppelter Hinsicht. Einerseits, um den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung von Hertha-Trainer Felix Magath im Duell mit dem ebenfalls gegen den Abstieg kämpfenden VfB zu entkräften. Und zweitens wegen der Ibiza-Reise der Mannschaft nach dem enttäuschenden Auftritt letztes Wochenende in Mainz (1:3). Sportlich gelang es den Münchenern trotz größter Anstrengung nicht, die Nebengeräusche zu übertönen. Immerhin dafür war die Übergabe der Schale jedoch gut: "Wir können durch das Erlebnis auch Dinge ausblenden, die wir natürlich auch wahrnehmen", lautete das Müller-Fazit.