07. Oktober 2021 / 21:49 Uhr

Fusion durchgeführt: VfB und Lok Leipzig sind eins

Fusion durchgeführt: VfB und Lok Leipzig sind eins

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
 Trägt er bald ein Trikot mit Meisterstern? Lok Leipzigs Djamal Ziane (re.) im Zweikampf beim 1:0-Sieg in Auerbach.
Trägt er bald ein Trikot mit Meisterstern? Lok Leipzigs Djamal Ziane (re.) im Zweikampf beim 1:0-Sieg in Auerbach. © imago images/foto2press
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Beide Mitgliederversammlungen stimmen einstimmig für den Zusammenschluss der beiden Vereine, der jetzt "1. FC Lokomotive Leipzig - Verein für Bewegungsspiele e.V." heißt. Zur Feier gab es ein Feuerwerk - und vielleicht bald einen Meisterstern auf dem Trikot.

Leipzig. Lok-Geschäftsführer Martin Mieth sprach am Donnerstagabend von nicht weniger als einem der „wichtigsten Tage der Vereinsgeschichte“. Die außerordentlichen Mitgliederversammlungen des VfB und des 2004 neugegründeten 1. FC Lok Leipzig hatten Minuten vorher im Bruno-Plache-Stadion die seit Jahren geplante und mehrfach verschobene Fusion zwischen beiden Klubs einstimmig abgesegnet. Anschließend hatte der Probstheidaer Klub zur Feier des Tages ein Feuerwerk gezündet.

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Bei Lok läuft es gerade auch sportlich

Für Lok ändert sich nicht viel, nur der Name wird vergrößert: Verein für Bewegungsspiele soll an den jetzigen Namen angehangen werden. Bis ersehnte Stern für drei Meisterschaften, die der VfB vor über 100 Jahren gewann und die nun in die Geschichte von Lok übergehen soll, auf das blau-gelbe Trikot gestickt werden kann, wird jedoch noch Zeit vergehen. Zunächst muss die Fusion im Vereinsregister verankert werden, danach ein Antrag beim DFB eingereicht werden. Die Lok-Verantwortlichen vermuten, dass es noch gut ein viertel Jahr dauern könnte, bis der exklusive Trikotzusatz unter Dach und Fach ist.

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Sportlich soll der bald zu erwartende Stern weiteren Rückenwind geben. Dabei läuft es schon jetzt in Liga vier hervorragend. Die Elf von Trainer Almedin Civa sammelte nach der jüngsten Siegesserie in der laufenden Spielzeit im Schnitt mehr als zwei Punkte pro Spiel, die Probstheidaer Abwehr ist die stärkste Defensive der Regionalliga Nordost, der Angriff erzielte die zweitmeisten Tore der Liga.

„Ich freue mich, wie es gelaufen ist“

Loks Topstürmer Djamal Ziane fühlt sich wohl in den oberen Gefilden der Tabelle. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir oben mitspielen wollen“, stellt der Matchwinner vom 1:0-Sieg am Mittwochabend beim stets unbequemen VfB Auerbach klar. Loks Höhenflug ist auch Ziane zu verdanken, der in den letzten fünf Partien jeweils das 1:0 erzielte.

Von Understatements hält der gebürtige Leipziger nicht viel. „Ich mag dieses Alibi-Gequake nicht“, unterstreicht er am MDR-Mikrofon nach dem Abpfiff. Auf der Pressekonferenz ordnet Civa dennoch den knappen Auswärtssieg realistisch ein: „Die ersten Hälfte war eine starke Halbzeit. In der zweiten Hälfte hat uns Auerbach große Probleme bereitet, doch unsere Jungs haben es mit aller Macht verteidigt. Die letzten zehn Minuten waren Kampf. Das war Herz und Leidenschaft von beiden Mannschaften.“

Besonders kritisch sieht der Bosnier dies jedoch nicht: „Ich freue mich, wie es gelaufen ist. Ich habe gemerkt, mit was für einer Leidenschaft die Jungs kämpfen können. Man sagt, wir können gut Fußball spielen, aber wie sie sich gegen einen Punkteverlust gewehrt haben – da muss ich den Hut ziehen.“