01. Oktober 2021 / 17:53 Uhr

Bundesliga-Aufsteiger mit Stotterstart: Woran es beim VfL Bochum und Greuther Fürth noch hapert

Bundesliga-Aufsteiger mit Stotterstart: Woran es beim VfL Bochum und Greuther Fürth noch hapert

Christian Müller
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der VfL Bochum und Greuther Fürth sind im deutschen Oberhaus noch nicht richtig angekommen.
Der VfL Bochum und Greuther Fürth sind im deutschen Oberhaus noch nicht richtig angekommen. © IMAGO/Zink/Laci Perenyi (Montage)
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Die Aufsteiger VfL Bochum und SpVgg Greuther Fürth stehen vor dem siebten Spieltag am Ende der Bundesliga-Tabelle. Der SPORTBUZZER beleuchtet, welche Schwächen die beiden Neulinge noch haben - und wieso sie insgesamt erst einen Sieg holten.

Den vielleicht größten Traum aller Bundesliga-Aufsteiger haben sowohl der VfL Bochum als auch die SpVgg Greuther Fürth vor dem siebten Spieltag bereits gelebt: das Duell mit dem FC Bayern München. Zu holen gab es in diesen Partien für beide Liganeulinge nichts: Der VfL ging in München mit 0:7 unter – wofür Trainer Thomas Reis sich nach eigener Aussage im Nachgang schämte. Fürth kam immerhin mit einem 1:3 davon. Coach Stefan Leitl hatte „insgesamt eine gute Leistung“ gesehen, nur Punkte gab es dafür eben nicht.

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Womit das Dilemma der beiden Aufsteiger bereits auf den Punkt gebracht wäre: Teils achtbare Vorstellungen schlagen sich nicht hinreichend in den Resultaten nieder. Bochum feierte mit dem 2:0 über Mainz 05 aber immerhin einen Sieg. Die Franken, die mit der Begegnung beim 1. FC Köln an diesem Freitag (20.30 Uhr, DAZN) den siebten Spieltag eröffnen, warten noch auf das erste Erfolgserlebnis in ihrem zweiten Bundesliga-Jahr nach 2012/2013. Am Freitag werden 3318 Tage vergangen sein, seit das Kleeblatt mit einem 1:0 in Mainz seinen ersten Sieg überhaupt in Deutschlands Beletage eingefahren hatte.

Offensive von VfL und Fürth schwächelt

„Wir werden die gleiche Leistung abrufen wie gegen Bayern München, und dann bin ich überzeugt, dass wir was Zählbares mitnehmen“, sagte Leitl bei der Pressekonferenz der Franken vor dem Duell in Köln. Was aber fehlt dem Duo, das in der 2. Liga vermeintlich etablierte Klubs wie den Hamburger SV, Hannover 96 oder den 1. FC Nürnberg deutlich distanzierte?

Ein Blick in die Statistiken legt den Verdacht nahe: in erster Linie die nötige Schlagkraft in der Offensive. Beide Mannschaften haben erst 64 Torschüsse abgegeben und teilen sich damit im Ligavergleich den 15. Platz. Sowohl Bochum als auch die SpVgg haben erst vier Treffer erzielt. Lediglich der FC Augsburg (zwei) und Arminia Bielefeld (drei) tun sich vor dem gegnerischen Kasten noch schwerer. Der Revierklub und die Franken liegen auch bei den absolvierten Sprints weit zurück – Bochum ist in diesem Klassement mit 1149 Letzter, Fürth mit 1165 Drittletzter. „Es ist schon so, dass wir nicht nur mithalten wollen. Wir wollen kontinuierlich punkten in den nächsten Wochen“, betonte Leitl.

Bochum hofft auf Überraschung bei RB Leipzig

Nun überrascht es nicht allzu sehr, dass zwei Mannschaften, für die der Klassenerhalt oberste Priorität genießt, in spielerischer Hinsicht Luft nach oben haben. Dass das zum Teil auch bei der defensiven Robustheit gilt, die gerade in der 2. Liga besonders im Vordergrund steht, erstaunt da schon eher. Nur Hertha BSC, das einen Stotterstart hinlegte und seine bislang einzigen Siege ausgerechnet gegen den VfL (3:1) und die Franken (2:1) einfuhr, kassierte mehr Gegentreffer (18) als die Aufsteiger (Bochum 13, Fürth 16). Hinzu kommt: Kein Team gewann weniger Zweikämpfe als der VfL (534). Fürth ist in dieser Hinsicht auf Rang 13 (584).

Die Franken werden in Köln alles daran setzen, dass zunächst einmal das Warten auf den ersten Saisonsieg schon am Freitag ein Ende hat. Bochum dagegen lauert am Samstagabend (18.30 Uhr, Sky) bei RB Leipzig auf eine Überraschung. „Ich erwarte von der gesamten Mannschaft, dass wir vorne effektiver werden. Wir hatten schon klare Torchancen und Torabschlüsse, jetzt müssen wir sie nur konsequenter nutzen“, sagte Reis über die schwächelnde VfL-Offensive. Nach der Länderspielpause stehen sich die Neulinge dann am 16. Oktober (15.30 Uhr) im direkten Duell gegenüber.