19. März 2022 / 07:14 Uhr

Spieler des VfL Bochum wüten nach Spielabbruch gegen Becherwerfer: "Du hast im Stadion nichts verloren!"

Spieler des VfL Bochum wüten nach Spielabbruch gegen Becherwerfer: "Du hast im Stadion nichts verloren!"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Bochumer Simon Zoller und Manuel Riemann machten ihrem Ärger über den Vorfall Luft.
Die Bochumer Simon Zoller und Manuel Riemann machten ihrem Ärger über den Vorfall Luft. © IMAGO/kolbert-press/RHR-Foto (Montage)
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Das Freitagabendspiel der Bundesliga zwischen dem VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach wird nach einem Becherwurf abgebrochen. Die Spieler sind wütend auf den Zuschauer, der Bochumer Trainer rechnet mit einer Wertung für den Gegner und der VfL-Vorstandschef hofft auf die Loyalität der anderen Fans.

Der Schiedsrichterassistent musste ins Krankenhaus, die Spieler waren wütend: Nach dem Becherwurf-Eklat mit anschließendem Spielabbruch beim Bundesliga-Duell des VfL Bochum mit Borussia Mönchengladbach sucht die Polizei nun nach dem oder der Verantwortlichen. Die Auswertung der Bilder laufe noch, der VfL werde die Polizei bei ihren Ermittlungen tatkräftig unterstützen, teilten die Bochumer in der Nacht zum Samstag mit. Der Bundesligist behalte sich unter anderem „Schadenersatzansprüche vor. Denn wir gehen davon aus, dass der VfL verbandsseitig bestraft wird“, heißt es in dem Statement.

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Schiedsrichterassistent Christian Gittelmann war am Freitagabend in der 68. Minute beim Stand von 2:0 für die Gäste aus Mönchengladbach von einem Bierbecher getroffen worden. Schiedsrichter Benjamin Cortus unterbrach die Partie vor 25 000 Zuschauern im Ruhrstadion zunächst und brach sie rund eine Viertelstunde später ab.

"Bei einem tätlichen Angriff auf einen Spieloffiziellen, in dem Fall den Schiedsrichter-Assistenten, ist ein Spielabbruch einfach alternativlos", sagte Cortus bei DAZN. Der Becher habe Gittelmann klar am Kopf getroffen, sagte Cortus. "Er war benommen, ist ins Krankenhaus gebracht worden und wird dort entsprechend untersucht", sagte der Hauptschiedsrichter. Florian Heft, Cortus' zweiter Assistent, habe Gittelmann ins Krankenhaus begleitet.

Der Wurf sorgte auch bei den Spielern für Unverständnis und Wut. "Sehr traurig, dass sich sowas VfL Bochum Fan nennt!", schrieb Manuel Riemann bei Instagram. Der Bochumer Keeper war nach der Spielunterbrechung aus seinem Tor gelaufen und hatte in Richtung der Fans auf dem Tribünenabschnitt, aus dem der Becher geflogen kam, gebrüllt.

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Riemanns derzeit verletzter Teamkollege Simon Zoller wurde ebenfalls deutlich. "Wir, der VfL Bochum, schreiben seit knapp 2 Jahren eine unfassbare Geschichte. Diese Aktion ist einfach nur respektlos gegenüber all den en, die sich jeden Tag den Arsch aufreißen, um diese Reise zu erleben! Geschweige denn dem Linienrichter! DU hast im Stadion nichts verloren!", schrieb der 30-Jährige bei Twitter.

Bochum-Boss: Wir werden den Becherwerfer finden

Der Bochumer Vorstandschef Hans-Peter Villis äußerte gegenüber Bild Unverständnis und Wut: "Ich hoffe, dass unsere Anhänger den Werfer anschwärzen. Wir werden denjenigen sicher finden. Mit solchen Fans wollen wir nichts zu tun haben. Hier gibt es ein paar Fans, die ihre Hände und ihr Gehirn nicht im Griff haben. Aber das sind einzelne. Das ist nicht das Verhalten des VfL. Das sind einzige Idioten, die das Image des Vereins nach unten ziehen."

Für den Abbruch habe er vollstes Verständnis, dieser sei korrekt und richtig: „Ein paar Leute machen uns alles kaputt, was wir uns seit Jahren hier aufbauen. Das ist hart, das ist entsetzlich. Man muss sich mal den Zusammenhang vor Augen führen: In der Ukraine ist Krieg, wir machen ein Sondertrikot, machen echt alles, um unseren Beitrag zu leisten für dieses fürchterliche Geschehen. Und da sitzen Leute und schmeißen absichtlich mit einem Bierbecher. Wie doof kann man sein?"

"Es ist natürlich anzunehmen, dass das Spiel gegen uns gewertet wird", sagte Bochums Co-Trainer Markus Gellhaus, der den mit dem Coronavirus infizierten Chefcoach Thomas Reis an der Seitenlinie vertrat. Davon ist tatsächlich auszugehen. 2011 ereignete sich in Hamburg ein ähnlicher Fall. Beim Spiel FC St. Pauli gegen den FC Schalke 04 wurde Schiedsrichterassistent Thorsten Schiffner ebenfalls von einem Becher getroffen. Die Partie wurde beim Stand von 2:0 für Schalke abgebrochen und später 2:0 für die Gelsenkirchener gewertet.

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