24. März 2021 / 20:11 Uhr

VfL-Coach Lerch lobt nach bitterer Chelsea-Pleite: "Haben unfassbares Spiel absolviert"

VfL-Coach Lerch lobt nach bitterer Chelsea-Pleite: "Haben unfassbares Spiel absolviert"

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der Ball wollte in Halbzeit eins einfach nicht rein: Auch VfL-Kapitänin Alexandra Popp traf nur den Pfosten.
Der Ball wollte in Halbzeit eins einfach nicht rein: Auch VfL-Kapitänin Alexandra Popp traf nur den Pfosten. © AP
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Eigentlich stimmte beim VfL Wolfsburg im CL-Viertelfinal-Hinspiel gegen den FC Chelsea alles - nur eben nicht die Chancen-Verwertung und das Ergebnis. Trotz des 1:2 war Trainer Stephan Lerch deshalb mit der Leistung seines Teams zufrieden.

Der VfL schlägt sich selbst: Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League unterlagen die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg dem FC Chelsea knapp und unglücklich mit 1:2 (0:0). Samantha Kerr und ausgerechnet Ex-Wölfin Pernille Harder trafen für die Engländerinnen, Dominique Janssen lässt die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch mit ihrem Anschlusstreffer aber weiter aufs Halbfinale hoffen. Das Rückspiel steigt am kommenden Mittwoch (14 Uhr).

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"Jetzt, im ersten Moment, überwiegt die Enttäuschung, dass wir hier kein besseres Ergebnis erzielen konnten", resümierte Lerch nach Abpfiff, der klar fand: "Wir haben hier heute ein unfassbares Spiel absolviert, wenn nicht sogar das beste der bisherigen Saison. Das war wirklich stark von der gesamten Mannschaft auf dem Platz, und sie hat es nicht verdient, als Verlierer vom Platz zu gehen."

Aber, so der 36-Jährige, "das Ärgerliche an der Sache ist, dass wir es versäumt haben, die Tore zu erzielen. Die Chancen waren da, darunter auch zwei Pfosten-Treffer, aber wir haben sie leider nicht nutzen können." Dass Chelsea eine hohe Qualität in der Offensive hat, war jedem bewusst. Und auch, dass sie nicht viele Chancen brauchen, um letztlich zu treffen. Aber: "Natürlich haben wir uns da auch nicht gut verhalten und Geschenke verteilt. Die Fehler, die wir gemacht haben, wurden direkt eiskalt bestraft. Das ärgert uns. Aber ich bin trotzdem sehr stolz auf die Mannschaft, und diese Leistung macht Mut. Daran können wir anknüpfen, denn es ist noch nichts entschieden."

VfLerin Rauch bleibt kämpferisch

Deshalb stecken die Wolfsburgerinnen die Köpfe auch noch nicht in den Sand. Abwehrspielerin Felicitas Rauch zeigte sich nach Abpfiff kämpferisch. "Wir müssen da jetzt schnell draus lernen, das Spiel abhaken und uns auf das Rückspiel fokussieren. Da ist noch alles möglich, und daran müssen wir glauben." Der VfL konnte vorne zwar Nadelstiche setzen, "wir hätten uns aber in der ersten Halbzeit schon belohnen müssen. Dass wir uns dann ein so dummes Gegentor noch selbst reinlegen, darf nicht passieren." Die Nationalspielerin ist sich sicher, dass der Vorjahresfinalist im Rückspiel seine Chance nutzen wird. "Das Auswärtstor war wichtig, aber wir müssen auch im Rückspiel so diszipliniert stehen und dürfen gegen diese Offensive nichts zulassen. Gelingt uns das wieder so gut, bin ich optimistisch, dass wir den Spielstand drehen werden."

Hayes: "Haben die Lücke geschlossen"

Für Chelsea-Trainerin Emma Hayes ist es der erste Sieg in bisher sieben Duellen gegen Wolfsburg. Drei Jahre waren seit dem letzten Aufeinandertreffen vergangen. "Wir konnten definitiv die Lücke zu ihnen schließen. Wolfsburg ist weiterhin eine Top-Mannschaft, aber wir sind dran." Was sie aus der Partie gelernt hat? "Das man erst leiden muss, bevor man zuschlägt. Im Hinspiel ging es darum, dafür zu sorgen, dass du noch Chancen hast, drin zu bleiben. Keine Mannschaft hat hier einen Heimvorteil."

Aber, so die 44-Jährige, "aufgrund des Auswärtstores haben sie jetzt einen Vorteil. Wir haben ihnen aber einen richtigen Kampf geboten, und das freut mich sehr. Wir haben uns über Jahre hinweg ein starkes Team aufgebaut, und jeder dachte, es wird ein einfaches Spiel für sie." Das war es nicht - auch wenn die Wolfsburgerinnen spielbestimmend waren und die besseren Torchancen hatten. Hayes weiß aber auch: "Wolfsburg hat den europäischen Fußball gemeinsam mit Lyon jahrelang dominiert, und deswegen haben sie auch immer einen Vorteil gegenüber englischen Mannschaften, denen diese Erfahrung noch fehlt."