21. Juni 2020 / 18:12 Uhr

VfL-Coach Lerch wünscht sich Spiele wie gegen Bayern "in regelmäßigen Abständen"

VfL-Coach Lerch wünscht sich Spiele wie gegen Bayern "in regelmäßigen Abständen"

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Umkämpftes Spiel: Der VfL Wolfsburg (in Blau) und Bayern München trennten sich im Prestige-Duell mit 0:0.
Umkämpftes Spiel: Der VfL Wolfsburg (in Blau) und Bayern München trennten sich im Prestige-Duell mit 0:0. © Getty Images
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Punkte-Rekord futsch, aber weiterhin keine Niederlage: Den Titel in der Frauenfußball-Bundesliga sicherte sich der VfL Wolfsburg bereits am vergangenen Mittwoch durch ein 2:0 gegen den SC Freiburg. Am Sonntag wurden die VfLerinnen beim FC Bayern (0:0) noch einmal von einem Gegner auf Augenhöhe gefordert. VfL-Trainer Stephan Lerch fand das trotz der Nullnummer gut.

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In München trennten sich der VfL und Bayern in einem sehr umkämpften und intensiven Spiel mit 0:0. Bereits im Hinspiel (1:1) gab es keinen Sieger zwischen den beiden besten deutschen Teams im Frauenfußball.

Der VfL, für den es sportlich in dem Duell um nichts mehr ging, kann die Saison dank der kämpferischen Leistung weiterhin unbesiegt beenden, hat aber den Punkte-Rekord verpasst: Das Team von Trainer Stephan Lerch kann mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen Leverkusen nur noch maximal 62 Punkte erreichen und den Rekord des 1. FFC Frankfurt (Meister 2005) von 63 Punkten nicht mehr überbieten. 

Für die Bayern (51 Punkte) geht es am letzten Spieltag gegen die SGS Essen noch um die Qualifikation für die Champions League, da die TSG Hoffenheim (49 Punkte) parallel mit 4:0 gegen Frankfurt siegte – dass die Bayern noch mitten im Rennen um die CL-Plätze stecken, war ihnen auch anzumerken – sie waren von Beginn an das aggressivere Team.

VfL Wolfsburg in der Defensive gefordert

„Wir wussten, dass der FC Bayern im Kampf um die Champions-League noch Punkte braucht. Wir waren am Ende unserer dritten englischen Woche und deswegen war es zusätzlich intensiv, aber auch sehr packend“, sagt Coach Lerch. „Wir wurden sehr in der Defensive gefordert, konnten nicht immer alles verteidigen und Bayern hatte ein paar Chancen, aber wir haben das im Laufe des Spiels immer besser gelöst.“

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Auch VfL-Kapitänin Alexandra Popp sagte: „Das war schon ein heißes Spiel, sehr zweikampfbetont. In der ersten Halbzeit waren wir etwas schläfrig und haben mit angezogener Handbremse gespielt. Unsere Viererkette hat alles abgeräumt, was ging. Am Ende sind wir glücklich, dass es keine Niederlage ist.“

Dass der VfL nicht immer in jedem Spiel so gefordert ist, bedauert der VfL-Trainer ein bisschen: „Das sind die Spiele, die man sich in regelmäßigen Abständen wünscht, da wir uns die auch rausziehen können und daran wachsen können.“ Klar ist für ihn aber auch: „Wir haben heute nicht das abgerufen, was wir uns vorgenommen haben. Wir hatten einige Fehler drin, die wir so nicht machen wollen, ob das im technischen oder taktischen Bereich war. Aber da mache ich der Mannschaft keinen Vorwurf, es war jetzt eine sehr intensive Zeit, und wir haben heute noch mal einige Spielerinnen ersetzen müssen, die sehr wichtig für uns sind.“

Bayern sind enttäuscht

Die Bayern waren über weite Strecken der Partie das bessere Team, aber dennoch gab’s nur einen Punkt – das sorgt für etwas Frust. „Ich denke, dass wir dem Sieg etwas näher waren als Wolfsburg, da wir ein paar Chancen liegengelassen haben. Deswegen ist die Enttäuschung bei den Spielerinnen natürlich nachvollziehbar“, sagte FCB-Coach Jens Scheuer.

Und Kapitänin Melanie Leupolz ergänzte: „Wir haben uns heute gegen Wolfsburg so viele Torchancen erarbeitet wie noch nie und hätten uns dafür durchaus belohnen können, da überwiegt dann am Ende eher der Frust – den Punkt nehmen wir natürlich trotzdem gerne mit.“ Das 0:0 baue im Kampf um Europa nun für das letzte Spiel gegen Essen „ein bisschen Druck auf“.