11. Mai 2020 / 10:34 Uhr

VfL: Doorsouns "Sehnsucht wird an jedem Tag größer"

VfL: Doorsouns "Sehnsucht wird an jedem Tag größer"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Möchte zurück auf den Fußballplatz: Wolfsburgs Sara Doorsoun hofft, dass auch die Frauen-Bundesliga ihre Saison noch beenden kann.
Möchte zurück auf den Fußballplatz: Wolfsburgs Sara Doorsoun hofft, dass auch die Frauen-Bundesliga ihre Saison noch beenden kann. © Roland Hermstein
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Die Fußball-Bundesliga der Männer startet am 16. Mai. Die Top-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg warten zunächst noch auf die Rückkehr ins Teamtraining. Aber Wolfsburgs Nationalspielerin Sara Doorsoun ist zuversichtlich, dass auch bei den Frauen der Ball bald wieder rollen kann. Und freut sich darauf.

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Sechs Spieltage stehen in der Frauen-Bundesliga noch aus, die Saison soll mit Geisterspielen fortgesetzt werden. Ob es tatsächlich so kommt, wird der DFB am 25. Mai auf seinem außerordentlichen Bundestag besprechen. Das für den 30. Mai in Köln geplante Pokal-Endspiel (der VfL gastiert im Viertelfinale bei Zweitligist FSV 2009 Gütersloh) ist auf unbestimmte Zeit verlegt worden. Vor diesem Hintergrund bereiten sich die Wolfsburgerinnen seit Wochen im Training in Kleingruppen auf den Re-Start der Liga vor. Im Interview mit DFB.de berichtet VfL-Nationalspielerin Sara Doorsoun über ihre Erfahrungen.

Kleingruppen haben auch Pluspunkte

"Ich konnte die Wälder in meiner Umgebung nicht mehr sehen und bin einfach nur froh, den Ball am Fuß zu haben", sagt die 28-Jährige. Im Kleingruppentraining sieht sie auch Vorteile. Die Einheiten seien viel mehr auf jede einzelne Spielerin ausgerichtet, an eigenen Schwächen könne gezielt gearbeitet werden. Ein weiterer Pluspunkt: "Dadurch, dass die Gruppe im Moment deutlich kleiner ist, lernt man sich in dieser Konstellation besser kennen."

Auf jeden Fall sind ihre anfänglichen Zweifel vor der Rückkehr ins Training verflogen: "Natürlich habe ich mich ebenfalls gefragt, ob es verantwortbar ist, wieder zu trainieren – und wenn es auch nur im kleinen Kreis ist." Aber das Konzept sei absolut überzeugend. "Wir können beim VfL unter guten Bedingungen arbeiten und gleichzeitig alle Regeln einhalten. Ich sehe keine Gefahr für unsere Gesundheit, wenn wir das so machen."

Blick über den Tellerrand

Der nächste Schritt, der folgen soll, ist die Wiederaufnahme des Teamtrainings. "Die Sehnsucht wird auf jeden Fall an jedem Tag größer", verrät die 28-Jährige. "Wir wollen wieder Fußball spielen, wir wollen gerne wieder unseren Beruf ausüben können." Rollt der Ball dann in der Liga, sind wie bei den Männern Geisterspiele geplant. "Auch wenn es nicht schön ist, aber ich spiele notfalls lieber ohne Zuschauer als gar nicht."

Die Wolfsburgerin blickt aber im DFB-Interview auch über den Tellerrand des Fußballs hinaus. Sie sieht in Zeiten von Corona ein Umdenken in der Gesellschaft. "Ich glaube, dass wir im Moment viele Dinge wieder zu schätzen wissen, die wir vorher als selbstverständlich wahrgenommen haben", sagt Doorsoun. "Ich würde mir wünschen, dass wir das fortsetzen, wenn wieder Normalität in unseren Alltag einkehren wird. Wir sollten uns weiterhin gegenseitig helfen, wir sollten es nicht als selbstverständlich ansehen, wenn es uns gut geht."

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Das hat sie selbst kürzlich auch im Rahmen einer Telefonaktion des VfL erfahren, bei der unter anderem Doorsoun ältere Vereinsmitglieder anrief, um sich nach ihrem Wohlbefinden zu erkundigen: "Ein wichtiger Faktor bei den Gesprächen war, dass wir gemeinsam stärker sind als alleine. Je stärker wir als Einheit auftreten, umso schwerer wird es für jeden Gegner, uns zu besiegen. Das kann man genauso auf den Fußball beziehen wie auch auf das Virus."