02. September 2020 / 12:37 Uhr

Vorbereitung nicht nach Maß: VfL Eintracht stellt sich auf Abstiegsrunde ein

Vorbereitung nicht nach Maß: VfL Eintracht stellt sich auf Abstiegsrunde ein

Jannik Meyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Für Felix Schmidt (links) und den VfL Eintracht Hannover geht es in der kommenden Saison wohl nur darum, den Sturz in den Kreis zu vermeiden.
Für Felix Schmidt (links) und den VfL Eintracht Hannover geht es in der kommenden Saison wohl nur darum, den Sturz in den Kreis zu vermeiden. © Debbie Jayne Kinsey
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"Manche Mannschaften haben die lange Zwangspause gut verkraftet, wir gehören leider nicht dazu", sagt Stephan Kroll mit Blick auf die Ergebnisse seines Teams in der Vorbereitung. Der Trainer des VfL Eintracht Hannover rechnet damit, dass es für die Südstädter in die Abstiegsrunde geht.

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Der VfL Eintracht Hannover startet in seine zweite Bezirksliga-Saison. Dafür, dass die Südstädter die vergangene, später abgebrochene Spielzeit als Aufsteiger begonnen hatten, schlugen sie sich mehr als beachtlich. Die Mannschaft von Stephen Kroll geriet nicht einmal in ernst zu nehmende Abstiegsgefahr.

Jedoch weiß man bei der Eintracht, dass die Entwicklung im Laufe der Saison besorgniserregend war. Die letzten sechs Saisonspiele vor der Corona-Unterbrechung gingen verloren – und die Eintracht hatte nur noch sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Kroll meint aber: „Wir hatten uns gut auf die Rückrunde vorbereitet und hätten den Klassenerhalt gepackt. In der Wintervorbereitung haben wir ein neues System gespielt, welches sehr gut funktioniert hat.“

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Mittlerweile steht der VfL Eintracht kurz vor dem Start in die neue Spielzeit. Doch dort lief wieder nicht alles wie gewünscht. Das zeigt sich auch in den Ergebnissen der ersten Testspiele. Gegen die SpVg Laatzen (5:0) gab es zwar einen Sieg, anschließend jedoch drei verdiente Niederlagen gegen Landesligist 1. FC Sarstedt (1:7), Kreisligist TSV Kirchrode (0:2) und Bezirksligist SC Harsum (1:6), bevor der BSV Gleidingen (5:2) deutlich geschlagen werden konnte.

Kroll wäre Vorrunde ohne Rückspiel lieber gewesen

„Manche Mannschaften haben die lange Zwangspause gut verkraftet, wir gehören leider nicht dazu. Die Abläufe und Automatismen müssen wir uns alle wieder erarbeiten“, weiß Kroll, dessen Team sich seit dem 16. Juli in der Vorbereitung befindet.

Über den neuen Ligamodus findet der Trainer keine positiven Worte. „Der Modus ist fragwürdig. In der Vorrunde geht es nur für Teams um etwas, die in die Aufstiegsrunde wollen. Für alle anderen wird es erst in der Abstiegsrunde wichtig“, sagt Kroll. „Besser wäre es gewesen, die Vorrunde ohne Rückspiel zu spielen und danach die Auf- und Abstiegsrunden mit Hin- und Rückspiel auszutragen. Aber so stehst du in der Abstiegsrunde von Beginn an enorm unter Druck.“

In der Vorrunde wird es für den VfL Eintracht darum gehen, so erfolgreich wie möglich abzuschneiden, um mit einem positiven Gefühl in die neun wichtigen Spiele im Frühjahr zu gehen. „Es wäre schon eine Sensation, wenn wir unter die beiden ersten Teams kommen. Deshalb gehe ich davon aus, dass wir ab März die Abstiegsrunde spielen werden“, schätzt der Coach die Lage in Anbetracht der Tatsache ein, dass seine Mannschaft in der Bezirksliga 6 auf viele starke Gegner trifft.

Neun Neue beim VfL Eintracht

Der Kader hat sich bei den Südstädtern im Vergleich zur abgelaufenen Spielzeit deutlich verändert. So konnte der VfL neun Neuzugänge für sich gewinnen, drei Spieler haben den Verein verlassen. Jedoch gibt es zum Start in die Vorbereitung zwei Hiobsbotschaften: Timo Gaßmann (Kreuzbandanriss) und Jannes Schneider (Bänderriss im Sprunggelenk) haben sich schwer verletzt und werden für den Saisonstart definitiv ausfallen.

Erfreuliche Nachrichten gibt es beim VfL Eintracht Hannover außerhalb des Platzes: Eine Firma aus Bielefeld hat am 3. August begonnen, den neuen Kunstrasenplatz zu bauen. „Das wird sicherlich auch ein Anreiz für einige Spieler sein, zu uns zu wechseln“, hofft Kroll. Fertiggestellt werden soll der neue Platz Mitte Dezember.

Das sind die Bilder der Saison 2019/20 in Hannovers Amateurfußball

Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  Zur Galerie
Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  ©

Neuzugänge: Milan Riemenschneider, Vincent Albracht (beide eigene Jugend), Maurice Sue, Henning Bär (SV Dedensen), Lars Breitenstein (FC Sülbeck/Immensen), Marc Probst (FC Ambergau/Volkersheim), Leon Gottschalck (SC Hemmingen-Westerfeld U19), Niklas Bernard (reaktiviert), Sven Lorek (FC Anker Wismar); Abgänge: Ferdinand Schlatt (beruflich), Marian Kobus und Steffen Bartels (Karriereende).