19. Februar 2017 / 17:27 Uhr

VfL: Es geht mal wieder um Ismaëls Job

VfL: Es geht mal wieder um Ismaëls Job

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Unter Druck:  VfL-Trainer  Valérien Ismaël.
Unter Druck: VfL-Trainer Valerién Ismaël. © Imago
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Wer nach diesem Spiel etwas Trost braucht, dem sei gesagt: Hätte der VfL sein Leistungspotenzial in Dortmund ausgeschöpft, hätte er wahrscheinlich trotzdem verloren. Denn zwischen dem, was die Borussia da auf dem Platz tut, und dem, was die Wolfsburger in dieser Saison regelmäßig versuchen, liegen Welten. Und nur eines von beiden sah am Samstag aus wie Bundesliga-Fußball. Das 3:0 (2:0) in diesem Spiel war darum am Ende ein viel zu knappes Ergebnis, nach dem Eigentor von Jeffrey Bruma sowie den Treffern von Lukasz Piszczek und Ousmane Dembélé - allesamt per Kopf - stellte der BVB das Toreschießen netterweise ein.

Dass die Südtribüne leer war, das Spiel von „nur“ 56.906 Zuschauern gesehen wurde, änderte am erwartbaren Verlauf nichts. Dass der VfL aber neben bekannten fußballerischen Mängeln auch gedanklich und kämpferisch nicht mithalten konnte, lässt die Sorgen größer werden: War Dortmund einfach zu stark? Oder war die gute zweite VfL-Halbzeit gegen Hoffenheim nur ein Ausrutscher nach oben?

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Im Tabellenkeller wird es immer enger. Die Siege von Bremen und Ingolstadt am Samstag erhöhen den Druck - auch und vor allem auf VfL-Trainer Valérien Ismaël. Geht‘s beim kommenden Heimspiel am Freitag gegen Werder schief, muss er wahrscheinlich seinen Hut nehmen, sprach selbst schon am Samstag von einem „immens wichtigen Spiel“ und fügte am Sonntag hinzu: „Zwei schlechte Wochen in Folge kann man sich jetzt nicht mehr erlauben. Die Spiele werden weniger, jetzt kommen die Spiele, die du gewinnen musst, es muss sitzen.“

VfL-Sportdirektor Olaf Rebbe will die Job-Perspektive seines Trainers öffentlich nicht diskutieren, fand aber nach dem Abpfiff in Dortmund für seine Verhältnisse ungewohnt deutliche Worte: „Es fühlt sich nicht so gut an. Wir hatten uns vorgenommen, Schwung mitzunehmen. Das ist uns nicht gelungen. Man kann in Dortmund verlieren, aber die Art und Weise gefällt uns nicht.“ Ein Spiel zu drehen, sei in Dortmund zwar schwer, „aber man muss es trotzdem versuchen“. Das Spiel am Freitag gegen Bremen müsse man nun „unbedingt gewinnen“.

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In dieser Saison hat die Mannschaft immer mit einem Sieg reagiert, wenn es um den Job des Trainers ging: Ein 3:0 in Freiburg machte aus dem Interimscoach Ismaël einen Cheftrainer, ein 1:0 gegen Frankfurt beendete die Diskussion um seinen potenziellen Nachfolger David Wagner, ein 2:1 gegen Hoffenheim verhinderte vor gut einer Woche vorläufig den Start einer erneuten Trainer-Debatte. Jetzt also Bremen. Eine Partie, für die immer gern das übertrieben klingende Wort „Schicksalsspiel“ verwendet wird.

„Ich weiß, was zu tun ist“, sagte Rebbe. Und: „Wir müssen auf alles schauen. Nur mitspielen genügt nicht, wir müssen auf den Punkt kommen. Wir werden alle Möglichkeiten, die wir haben, voll ausschöpfen.“ Ob zu diesen Möglichkeiten auch ein Trainerwechsel gehört, entscheiden Leistung und Ergebnis am Freitag.