18. November 2019 / 21:21 Uhr

VfL-Frauen erwartet Rekord-Besuch: Aber anderswo geht noch mehr

VfL-Frauen erwartet Rekord-Besuch: Aber anderswo geht noch mehr

Andreas Pahlmann und Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Es wird voll im AOK-Stadion: Der VfL Wolfsburg erwartet beim Spiel gegen Bayern einen Zuschauerrekord.
Es wird voll im AOK-Stadion: Der VfL Wolfsburg erwartet beim Spiel gegen Bayern einen Zuschauerrekord. © Gero Gerewitz
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Frauenfußball-Hit am Samstag: Knapp 3000 Fans werden im AOK-Stadion erwartet, wenn der VfL Wolfsburg in der Bundesliga gegen Bayern München antritt. Für Deutschland ist das eine große Zahl - im internationalen Vergleich ist sie das nicht.

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Das Bayern-Doppel des VfL Wolfsburg: Am vergangenen Samstag ging es im Pokal gut aus, eine Woche später folgt in der Liga der zweite Teil – und das vor einer Rekordkulisse. Knapp 3000 Zuschauer werden zum Hit der Frauenfußball-Bundesliga zwischen Dauer-Meister VfL und Dauer-Vizemeister Bayern München (zuletzt dreimal in Folge) erwartet. Los geht’s am Samstag um 13 Uhr im AOK-Stadion, die ARD überträgt das Spiel live auf ihrem Digitalkanal ONE.

2300 Tickets sind bereits verkauft, damit ist klar: In Wolfsburg werden deutlich mehr Zuschauer dabei sein als beim Pokalspiel in München, wo 1400 Fans auf dem Bayern-Campus den 3:1-Sieg des VfL sahen. „Das wird eine Kulisse sein, die der Bedeutung des Spiels angemessen ist“, freut sich Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen. Aber er sagt auch: „Bei einer Ansetzung am Sonntag oder am Freitagabend wären es noch mehr Zuschauer gewesen.“ Auf Wunsch der ARD (die Ausschnitte in der Sportschau zeigt) wurde die Partie auf Samstag gelegt.

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Jubel beim VfL ©

Knapp 3000 Zuschauer – das wäre Saisonrekord in der Bundesliga. Das Top-Spiel in Frankreich zwischen Lyon und Paris Saint-Germain am Samstag sahen über 30.000 Menschen vor Ort. Wie man noch viel mehr Leute zum Frauenfußball locken kann, hat der englische Verband gerade vorgemacht: Ganz bewusst wurden dort in der Länderspielpause der Männer Top-Derbys der Frauen-Liga angesetzt, zum Teil in die großen Stadien verlegt und mit dem Motto „Women’s Football Weekend“ intensiv beworben. Das Ergebnis: 38.000 Zuschauer sahen Tottenham gegen Arsenal (Liga-Rekord), 23.500 in Anfield Liverpool gegen Everton. „So ein Zusammenspiel von Vereinen und Verband könnte auch für Deutschland beispielgebend sein“, so Kellermann.

Rund um den Frauenfußball

Dass es am Samstag nur 1400 Zuschauer waren, fand auch Dr. Tim Schumacher, der für Frauenfußball zuständige VfL-Geschäftsführer eher enttäuschend. „So ein spannendes Spiel hätte natürlich mehr Zuschauer verdient“, resümierte der 45-Jährige im NDR. Aber: „Das ist vielleicht die momentane Situation in Deutschland.“ Woran hapert es? Schumacher: „Einerseits ist es wichtig, dass die Nationalmannschaft gut spielt. Das ist immer so der Vorreiter, aber es wäre auch schön, wenn viele Bundesliga-Vereine sich im Frauenfußball engagieren, denn wir brauchen einfach eine wettbewerbsfähige Liga und da muss man fairerweise sagen, dass das Leistungsgefälle momentan relativ groß ist.“

In der Tat: Ein Sieg des Tabellenführers VfL am Samstag gegen den Dritten Bayern würde in der Liga schon die Weichen stellen – und der Tabellenzweite Hoffenheim steht am Freitagabend beim 1. FFC Frankfurt (19.15 Uhr, live auf Eurosport) auch vor einer hohen Hürde. Der VfL wünscht sich mehr Konkurrenz: „Wir könnten es uns einfach machen und sagen: ‚Je weniger Wettbewerber, desto einfacher für uns‘“, so Schumacher. „Aber das machen wir nicht. Man braucht viele Mannschaften, die um Titel kämpfen, dann wird es automatisch spannend und die Zuschauer und Fans werden dann auch kommen.“