26. August 2020 / 21:53 Uhr

VfL-Frauen im Finale gegen Lyon: "Wir wollen diesen Pokal mit nach Wolfsburg nehmen!"

VfL-Frauen im Finale gegen Lyon: "Wir wollen diesen Pokal mit nach Wolfsburg nehmen!"

Andreas Pahlmann und Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Jetzt warten Lyon auf den VfL: Der Titelverteidiger (M. Lucy Bronze) setzte sich gegen Paris (l. Sara Däbritz) durch.
Jetzt warten Lyon auf den VfL: Der Titelverteidiger (M. Lucy Bronze) setzte sich gegen Paris (l. Sara Däbritz) durch. © AP / Twitter
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Die Champions League der Frauen hat ihr Traumfinale: Der VfL Wolfsburg trifft am Sonntag auf den Seriensieger Olympique Lyon. Der Französinnen taten sich in ihrem Halbfinale schwer - und der VfL brennt auf das zweite Triple nach 2013.

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Das Traum-Finale steht: Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg treffen im Endspiel der Champions League am Sonntag (20 Uhr, live auf Sport1) auf Titelverteidiger Olympique Lyon. Der Rekordsieger setzte sich am Mittwochabend im Halbfinale gegen Paris Saint-Germain mit 1:0 durch. Tags zuvor hatte der VfL durch ein 1:0 gegen den FC Barcelona das Endspiel erreicht.

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Lyon - das ist der dickste Brocken, den man im internationalen Frauenfußball bekommen kann. Die Französinnen gewannen die Königsklasse zuletzt viermal in Folge (sechsmal insgesamt) und sind auch am Sonntag Favorit. Seit 2007 gewann zudem kein anderes Team die französische Liga, im Pokal war die Mannschaft von Trainer Jean-Luc Vasseur bereits achtmal erfolgreich. Der Kader ist gespickt mit Weltstars aus aller Welt, zuletzt zog es auch Ex-VfLerin Sara Gunnarsdottir zum mächtigsten Team im Frauenfußball.

"Lyon ist nach wie vor der Top-Favorit in dem Wettbewerb", sagt Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen, über den Finalgegner. "Sie haben weiter die Spielerinnen dabei, von denen man vielleicht dachte, sie würden den Verein verlassen – und dazu noch starke Neuzugänge. Sie sind auch in der Breite qualitativ hoch besetzt.“



Aber am Ehrgeiz der Wolfsburgerinnen ändert das nichts. „Wir bleiben dabei, dass wir sagen: Wir wollen diesen Pokal mit nach Wolfsburg nehmen", so Kellermann. "Die Chancen im Finale stehen 50:50. Das hätte ich auch gesagt, wenn Paris der Gegner gewesen wäre.“ Denn: Bei den Spielen auf hohem Niveau wie bei dieser Endrunde im Baskenland ist alles drin. Kellermann: „Für mich sind das Feiertage hier. Glasgow fiel ein bisschen ab, die anderen sieben Mannschaften sind komplett auf Augenhöhe. Auch die Bayern waren gegen Lyon im Viertelfinale stark, und was Barcelona gegen uns gezeigt hat, war technisch und taktisch auf allerhöchstem Niveau. Das Finale wird dieselbe Qualität bieten." Und: "Wir haben eine Menge Selbstvertrauen, wir wissen um unsere eigene Stärke."

Die Bilanz allerdings spricht eindeutig für Lyon: Die Wolfsburgerinnen schieden in den letzten vier Jahren immer gegen die Französinnen aus. Der letzte Sieg des VfL gegen Lyon liegt dabei schon drei Jahre zurück - doch das 1:0 (Caroline Hansen traf kurz vor Schluss) im Viertelfinal-Rückspiel reichte nach der 0:2-Heimniederlage zuvor nicht. 2013 feierte der deutsche Double-Gewinner seinen bisher einzigen großen Triumph über Lyon. Im Finale reichte ein verwandelter Elfmeter von Martina Müller dem Underdog zum Sieg - für den VfL war es das Triple.

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Auch im rein französischen Halbfinale ging es eng zu. Bereits beim 2:1 gegen die Bayern im Viertelfinale hatte das Olympique-Team gezeigt, dass es verwundbar sein kann, auch gegen PSG liefen sie über weite Strecken hinterher. Das Fehlen von Ada Hegerberg (noch nicht fit nach Kreuzbandriss), Griedge Mbock Bathy (Achillessehnenriss) und Mittelfeldakteurin Amandine Henry (Wadenprobleme, sollte Sonntag wieder einsatzbereit sein) machte sich bemerkbar. Wendie Renard sorgte per Kopf für das entscheidende Tor gegen Paris, Lyon-Stürmerin Nikita Parris sah Gelb-Rot und wird im Finale fehlen.

Der Titelverteidiger scheint so schlagbar wie noch nie, Wolfsburgs kämpferische Leistung gegen Barcelona macht Mut. Und so ist der VfL zwar immer noch in der Außenseiter-Rolle - aber für Kellermann ist klar: "Weder wir noch Lyon sind es aus der Liga gewohnt, mehrere Spiele auf diesem hohen Niveau kurz nacheinander bestreiten zu müssen. Auch darum wird das ein offenes Spiel.“

VfL-Trainer Stephan Lerch betont derweil die Stärken des Finalgegners: "Sie dominieren seit Jahren den europäischen Wettbewerb und sind auf jeder Position top besetzt. Auch in der Breite ist der Kader unglaublich gut aufgestellt." Lyon habe eine "sehr eingespielte Mannschaft, die jetzt in den Jahren im Kern zusammengeblieben ist. Sie wissen, um was es geht, kennen diese Situation - und haben schon einige Finals gespielt..."

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