23. Februar 2020 / 15:54 Uhr

VfL-Frauen: Neuer Verfolger und noch mehr Torhunger

VfL-Frauen: Neuer Verfolger und noch mehr Torhunger

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der FC Bayern ist jetzt Verfolger des VfL Wolfsburg
Der FC Bayern ist jetzt Verfolger des VfL Wolfsburg © Boris Baschin
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In der Frauenfußball-Bundesliga hat der VfL Wolfsburg jetzt einen neuen Verfolger, der FC Bayern löst Hoffenheim als Tabellenzweiter ab. Der Vorsprung ist deutlich, das Wolfsburger Torverhältnis sensationell - und dennoch mahnt eine Spielerin noch mehr Torhunger an...

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Der VfL Wolfsburg bleibt in der Frauenfußball-Bundesliga das Maß aller Dinge, daran ändert sich womöglich in dieser Saison auch nichts mehr. Und in der Verfolgerrolle ist seit dem Wochenende nun auch tabellarisch das Team, das da nach Meinung vieler Experten hingehört: der FC Bayern.

Am Freitag gewann der VfL erwartungsgemäß gegen Potsdam, einen Tag später büßte Hoffenheim den zweiten Tabellenplatz ein, unterlag 2:3 bei der SGS Essen. Und diesen wichtigen zweiten Rang (berechtigt zur Teilnahme an der Champions League) holte sich am Sonntag der FC durch einen 3:1-Sieg gegen den SC Sand. Der Vorsprung der VfLerinnen ist mit sechs Zählern immer noch noch üppig und nach jeweils fünf eigenen Treffern in den ersten beiden Spielen des Jahres sieht auch das Torverhältnis mit plus 61 (!) glänzend aus, die Bayern liegen bei plus 30. Verteidigerin Lena Goeßling: „Wenn wir so weitermachen, können wir uns nur selbst schlagen.“

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VfL Wolfsburg - Turbine Potsdam: Joelle Wedemeyer (M.) Zur Galerie
VfL Wolfsburg - Turbine Potsdam: Joelle Wedemeyer (M.) ©

Doch es gehört zur VfL-DNA, nie zufrieden zu sein – darum mahnte Goeßling nach dem 5:1-Sieg mehr Egoismus vor dem Tor des Gegners an. „Wir haben immer noch viele Torchancen liegen gelassen“, so die Ex-Nationalspielerin. „Wenn wir sehen, was für hundertprozentige Chancen wir da noch haben, da können wir manchmal noch ein bisschen kaltschnäuziger und ein bisschen mehr Egoist sein.“ Denn: „Ich glaube, wir wollen immer, dass die andere Spielerin eher noch mal das Tor schießt.“ Die nächste Chance, es in diesem Sinne besser zu machen, bietet sich dem Spitzenreiter kommenden Sonntag im Spiel beim USV Jena.

Die personelle Auswahl für VfL-Trainer Stephan Lerch wird bis dahin größer. Sara Gunnarsdottir hat nach Knie-Problemen schon vergangene Woche wieder mit der Mannschaft trainiert, Dominique Bloodworth ist schon einen Schritt weiter, kam nach Rückenproblemen am Freitag zu einem Kurzeinsatz. „Ich hoffe, dass ich jetzt schnell wieder von Beginn an spielen kann. Ich wäre auch schon gegen Hoffenheim bereit gewesen“, so die 25-Jährige. Aber: „Ich bin froh, dass ich jetzt wieder ein paar Minuten bekommen habe. Es hat sich richtig toll angefühlt, als der Trainer meinen Namen gerufen hat und ich wusste: jetzt darf ich rein!“

12 Meilensteine aus 75 Jahren VfL Wolfsburg

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Zum Durchklicken: 12 Meilensteine aus 75 Jahren VfL Wolfsburg ©
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Wobei: Das mit dem Namen ist bei ihr so eine Sache. Immer noch steht “Janssen“ auf dem Trikot – dabei sollte da längst „Bloodworth“ zu lesen sein „In Holland ist es so, dass im Pass dein Mädchenname steht – und dann der Name, den du nach der Hochzeit hast. Ich habe das geändert, aber das hat dem DFB nicht gereicht...“, so Bloodworth. Und deswegen führt der DFB sie immer noch als „Janssen“.

Aber egal, mit welchem Namen auf dem Rücken: Die Niederländerin hat sich in der Hinrunde zu eine der besten Defensivspielerinnen der Liga entwickelt. „Wenn du in eine neue Mannschaft kommst, muss man sich umgewöhnen, alles ist neu. Es gibt neue Leute, neue Trainer, neue Spielsysteme“, so Bloodworth. Aber: „Ich war direkt in der Mannschaft drin, alle haben viel Respekt.“ Und mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu: „Ich glaube, dass der Trainer ganz froh ist, dass ich hier bin.“