07. November 2019 / 22:36 Uhr

VfL gegen Gent: Wieder nur wenig Zuschauer, aber eine europareife Stimmung

VfL gegen Gent: Wieder nur wenig Zuschauer, aber eine europareife Stimmung

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Leeres Stadion, volle Nordkurve: Die VfL-Fans, die da waren, haben für gute Stimmung gesorgt.
Leeres Stadion, volle Nordkurve: Die VfL-Fans, die da waren, haben für gute Stimmung gesorgt. © Boris Baschin
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Wieder kaum mehr als 10.000 Fans: Beim 1:3 in der Europa-League zwischen dem VfL Wolfsburg und der KAA Gent aus Belgien war die Kulisse wieder bescheiden - und es drohte ein Stadion in blau-weißer Hand. Doch die VfL-Fans wussten das bis zum Rückstand zu verhindern.

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Ist das wirklich ein Heimspiel für den VfL Wolfsburg in der Europa League? Für Passanten in der Wolfsburger Innenstadt sah das am Donnerstagnachmittag noch ganz anders aus: Die City war fest in der Hand der Fans der KAA Gent, rund 1000 Anhänger hatten die Anreise aus Belgien auf sich genommen – und ordentlich Krach gemacht.

Viele Fans in Blau-Weiß sammelten sich am Irish Pub an der Fußgängerzone, feierten ihren Klub lautstark und marschierten von da aus zum Stadion. Zwar zündeten einige Gent-Fans Pyros, doch ansonsten blieb alles friedlich. In Wolfsburg dominierten am Nachmittag die Farben blau und weiß – doch am Abend sollte sich das ändern.

Wie beim Heimspiel gegen den FC Olexandrija Mitte September (3:1), bei dem 10.200 Zuschauer in die VW-Arena gekommen waren, hatten beim 1:3 gegen Gent auch nur 11.700 Fans am späten Donnerstagabend den Weg ins Stadion auf sich genommen. Weil im September nur ungefähr 60 Fans aus der Ukraine mitgereist waren, sorgten vor allem die belgischen Fans für die höhere Zuschauerzahl.

Doch wie gegen Olexandrija hatten auch die VfL-Fans, die da waren, wieder richtig Bock auf Europa. Spätestens am Abend war Wolfsburg also wieder fest in grün-weißer Hand – und die üppig gefüllte Nordkurve zeigte den Gäste-Fans von Beginn an, welches Lager für mehr Lärm sorgen kann. Was sich allerdings nach dem 1:2 schon änderte. Die Gäste bekamen stimmlich wieder Oberwasser.

Insgesamt lassen die Zuschauerzahlen auf VfL-Seite zu wünschen übrig. Ein Grund: Die Schichten bei VW. Doch diesen Grund lassen die Wolfsburg-Fans Jockel Beyrow und Burkhard Seefeld, die am Donnerstagabend im Stadion waren, nicht gelten. „Wir arbeiten auch bei VW, haben morgen Frühschicht und müssen um 3 Uhr raus“, sagen die beiden Dauerkartenbesitzer, die bei jedem Heimspiel ihren VfL unterstützen. „Irgendwie muss man immer zum Spiel. Entweder man ist Fan – oder man lässt es bleiben.“

Bilder zum Spiel der Europa League zwischen dem VfL Wolfsburg und der KAA Gent

Wolfsburgs Josip Brekalo nimmt den Ball elegant an. Zur Galerie
Wolfsburgs Josip Brekalo nimmt den Ball elegant an. ©
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Die VfL-Anhänger Gerd Gaube und Carola Brandt waren ebenfalls „enttäuscht von der Kulisse, schließlich wollten doch alle nach Europa“. Für die beiden ist das ein Pflichtprogramm, trotz der späten Anstoßzeit. Denn: „Fußball gehört für uns zum Leben.“ Doch das Duo nimmt’s ähnlich wie sein Lieblingsklub, der beispielsweise das kommende Heimspiel gegen Bayer Leverkusen als „El Konzernico“ beworben hat, mit Humor. „Ich habe vor dem Spiel gegen Gent schon gesagt: ,Das findet wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt’“, sagt Gaube und lacht. „Wenn man sich selbst auf den Arm nehmen kann, ist alles viel leichter.“

Auch für die VfL-Fans Monika Schwarzfeldt und Martina Szameitat gehört das Gent-Spiel zum Pflichtprogramm. „Wir haben schon seit 1996 eine Dauerkarte, waren schon zu Zweitligazeiten dabei. Wir sind also leiderprobt“, sagten die beiden mit einem Schmunzeln. Ihnen ist aber weniger die Zuschauerkulisse, sondern vielmehr die Anstoßzeit ein Dorn im Auge: „Unsere EL-Auswärtsspiele sind alle schon um 18.55 Uhr, die Heimspiele erst um 21 Uhr – das ist zu spät.“

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