16. Oktober 2020 / 15:56 Uhr

VfL in Gladbach nur vor 300 Zuschauern! Schmadtke: "Das kann man doof finden, aber..."

VfL in Gladbach nur vor 300 Zuschauern! Schmadtke: "Das kann man doof finden, aber..."

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Jörg Schmadtke, Manager des VfL Wolfsburg
Jörg Schmadtke, Manager des VfL Wolfsburg © Boris Baschin / VfL Wolfsburg
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Für das Spiel des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten bei Borussia Mönchengladbach am Samstagabend sind anders als ursprünglich geplant nur 300 Zuschauer zugelassen. Für VfL-Manager Jörg Schmadtke ist das die logische Konsequenz aus den steigenden Corona-Fallzahlen - für das Heimspiel gegen Bielefeld hat er aber noch Hoffnung.

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Es hatte sich angebahnt, nun ist klar: Beim VfL-Spiel am Samstagabend (20.30 Uhr, live auf DAZN) bei Borussia Mönchengladbach dürfen aufgrund der steigenden Corona-Fallzahlen nur 300 Zuschauer dabei sein - ursprünglich waren über 10.000 Zuschauer erlaubt gewesen. Für Jörg Schmadtke, Manager des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten, ist das nachvollziehbar. Gleichwohl hätte er es sich anders gewünscht. Für die Partie eine Woche später in der VW-Arena gegen Bielefeld hat er aber noch Hoffnung.

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Bundesweit steigt die Anzahl an Corona-Neuinfektionen. In Mönchengladbach ist der Inzidenz-Wert, der besagt, wie viele Menschen sich auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche mit Covid-19 infiziert haben, am Freitag auf 36,8 gestiegen - der Grenzwert liegt bei 35. Daher werden am Samstag nur 300 Zuschauer zugelassen sein. Dies teilte der Klub am Freitagmorgen mit, nachdem das Gesundheits- und Ordnungsamt der Stadt die ursprünglich erteilte Ausnahmegenehmigung für 20 Prozent der Gesamtkapazität an Zuschauern wegen der erhöhten Corona-Zahlen widerrufen hatte. "Das kann man zwar doof finden, aber es sind die Vorgaben, die umgesetzt werden", sagt Schmadtke. "Angesichts der steigenden Fallzahlen ist das die logische Konsequenz."

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Gleichwohl werden aber auch kritische Stimmen anderer Bundesligisten laut, nach denen die Inzidenz nicht den alleinigen Ausschlag bezüglich der Zuschauerzahlen geben sollte. "Wir sollten uns grundsätzlich fragen, ob wir nur den Inzidenz-Wert betrachten oder das umfangreiche Hygiene-Konzept der Klubs heranziehen", sagte beispielsweise Köln-Geschäftsführer Alexander Wehrle dem Kölner Stadt-Anzeiger. Der Meinung schließt sich Schmadtke an. "Alle Klubs haben Hygiene-Konzepte aufgestellt, die tragfähig sind", so der Manager. Nach seiner Einschätzung müsse berücksichtig werden, dass "ein Stadion-Besuch kein erhöhtes Risiko" darstellt - und dass "nichtsdestotrotz allein die Inzidenz-Zahlen entscheidend sind", dürfe hinterfragt werden. Zudem sollte man auch bei den Inzidenz-Werten aufs Detail achten. Denn "ob bei den Infizierten viele Risikopatienten dabei seien oder ob es vermehrt leichte Verläufe sind, findet derzeit keine Berücksichtigung bei den Zahlen." Diese Einordnung sei aber gegebenenfalls "Aufgabe der Politik".

Und was bedeuten die steigenden Fallzahlen für Wolfsburg und das VfL-Spiel am Sonntag in einer Woche gegen Arminia Bielefeld? "Bei uns ist der Inzidenz-Wert noch relativ entspannt, auch wenn bei uns die Zahlen ebenfalls nach oben gehen", sagt Schmadtke. Am Donnerstag lag die Inzidenz bei 20,7 - in allen Bundesliga-Stadien, in denen an diesem Wochenende ein Heimspiel stattfindet, war er höher. Daher hat der Manager noch Hoffnung für das nächste Heimspiel. "Das ist ein bisschen Glaskugel-Schauen", sagt er. "Entscheidend ist, wie weit die Dinge, die beschlossen wurden, schon wirken. Das dauert in der Regel ein bis zwei Wochen." Heißt: Wenn der VfL die Arminen empfängt, könnten die Maßnahmen bereits greifen.

Sollten dann trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nur 500 statt der eigentlich erlaubten 6000 Zuschauer in die VW-Arena dürfen, wäre das ein organisatorischer Aufwand für den VfL. Denn die Entscheidung darüber fällt grundsätzlich immer erst einen Tag vor dem Spiel - in dem Fall also am Samstag. Das macht die Kommunikation schwierig. "In der Regel sind die Dinge initiiert, die Karten sind verteilt. Die muss man dann zurückrufen, das ist nicht einfach, aber wir werden es nicht geändert bekommen", so Schmadtke. Die zugelassenen Fans würden dann unter den Ticket-Besitzern ausgelost werden.