14. Februar 2020 / 23:07 Uhr

VfL in Hoffenheim: Mit neuem Sturm gegen die Tor-Armut?

VfL in Hoffenheim: Mit neuem Sturm gegen die Tor-Armut?

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Doppelspitze beim VfL? Weghorst und Ginczek
Doppelspitze beim VfL? Weghorst und Ginczek © imago/Ulrich Roth
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Der VfL Wolfsburg leidet weiter an Tor-Armut – und tritt am Samstag im Spiel bei 1899 Hoffenheim womöglich wieder mit einem neuen Sturm an.

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7,32 Meter breit und 2,44 Meter hoch, das ergibt eine Fläche von knapp 18 Quadratmetern – und so groß ist das größte Problem des VfL. Der Ball will immer noch zu selten da rein, wo er rein muss: ins Tor. 25 Treffer hat Wolfsburg in dieser Bundesliga-Saison erzielt, nur Düsseldorf hat weniger. Am Samstag, wenn der VfL um 15.30 Uhr bei 1899 Hoffenheim antritt, wird womöglich wieder einmal eine neue Angriffsformation auflaufen – mit Wout Weghorst und Daniel Ginczek als Doppelspitze.

Vor einer Woche verzichtete Trainer Oliver Glasner noch auf diese Option, ließ den zuvor angeschlagenen Weghorst eine Halbzeit lang auf der Bank. Beide von Beginn an auflaufen zu lassen, sei „auch möglich“, so Glasner, will die Durchschlagskraft im Angriff aber nicht an der Aufstellung festmachen:„Es hat keiner ein Verbot, in den gegnerischen Strafraum einzudringen. Egal, welche Position er hat.“

Die Top-Torjäger der Bundesliga-Geschichte des VfL Wolfsburg:

Platz 10 - Wout Weghorst - 24 Tore - seit 2018 Zur Galerie
Platz 10 - Wout Weghorst - 24 Tore - seit 2018 ©
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Mögliche Alternative: Weghorst muss wieder auf die Bank, Ginczek und Renato Steffen bilden mit Admir Mehmedi in der Zentrale das Offensiv-Dreieck. „Admir und Renato sind wieder sehr torgefährlich, das sieht man auch im Training“, lobt Glasner. „Sie haben einen guten Zug zum Tor und einen guten Abschluss.“ Hinzu kommt: Steffen hat in der Rückrunde immerhin schon zwei Treffer und eine Vorlage auf dem Konto, Mehmedi ein Tor und ein Assist.

Was zudem für diese Lösung spricht: Weghorst ist zwar mit sieben Saisontreffern nach wie vor der treffsicherste VfLer, aber die letzten elf (!) Tore schossen andere – was an sich ein gutes Zeichen ist, denn in der Hinrunde war der VfL zu oft abhängig von der Form seines stürmenden Niederländers. „Wir werden“, ist sich Glasner darum sicher, „genug Spieler haben, die Tore machen können.“

Dass der VfL in der Rückrunde mit sieben Toren in vier Spielen deutlich über seinem Hinrunden-Schnitt liegt, könnte man ebenfalls als gute Zeichen werten. Allerdings verfälschten die vier Tore in Paderborn – von denen drei in Überzahl fielen – diese Bilanz stark. Weniger gut: Von den letzten neun Treffern des VfL waren nur vier herausgespielt, die anderen fielen nach Standardsituationen oder gegnerischen Fehlern.

Hauptproblem: Die Phasen, in denen der VfL Zug zum Tor entwickelt, sind immer noch zu selten, potenzielle Anspielstationen bewegen sich oft nicht in Räume, die für den Gegner gefährlich sind. „Wir müssen die guten Phasen immer länger werden lassen“, fordert Glasner. „Wir hatten im Herbst eine Phase, in der wir eine mangelnde Effizienz hatten, das haben wir in den vergangenen Spielen besser gemacht. Da haben wir die Chancen besser verwertet.“ Aber dafür eben nicht genug Chancen kreiert – obwohl der VfL immerhin die achtmeisten Torschüsse (276) der Liga abgibt.

Einer, der mit seinen individuellen Qualitäten Gefahr ausstrahlen kann, ist Josip Brekalo. Doch der hochtalentierte Kroate ist im Moment außen vor. „Josip hat in Köln ein Super-Tor aufgelegt, hatte dann vielleicht nicht sein bestes Spiel gegen Hertha“, erklärt Glasner. Und Steffen und Mehmedi „haben im Training die Leichtigkeit gefunden, die Josip im Herbst hatte, wo er viele Tore gemacht hat“.

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