28. Dezember 2019 / 08:30 Uhr

VfL-Kapitän Guilavogui besucht Waisenkinder in Guinea: "Sie sagen Papa zu mir"

VfL-Kapitän Guilavogui besucht Waisenkinder in Guinea: "Sie sagen Papa zu mir"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
VfL-Kapitän Guilavogui besucht Waisenkinder in Guinea
Er hat ein großes Herz! VfL-Kapitän Josuha Guilavogui hilft Kindern in Guinea, die keine Eltern mehr haben. Der Mittelfeldspieler weilt gerade in Afrika.
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Josuha Guilavogui – der VfL-Kapitän hilft dem Wolfsburger Fußball-Bundesligisten auf dem Platz, aber er hilft auch Menschen, die fast alles im Leben verloren haben.

Weihnachten feierte Josuha Guilavogui mit der Familie in seiner Heimat Toulon in Frankreich, aber ganz so viel Zeit dafür blieb dem VfL-Profi nicht. Denn der Kapitän des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten hatte schon länger geplant, dass er in der Winterpause nach Conakry (Guinea) fliegt – um die Kinder zu besuchen, die in einem Waisenhaus leben, das er zusammen mit seiner Familie aufgebaut hat. Jetzt war es so weit.

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„Es war unglaublich“, sagte Guilavogui von den Emotionen gepackt. „Als ich zum ersten Mal hier war, war das Haus noch leer, aber jetzt wurde alles gemacht.“ Jetzt leben Kinder, die keine Eltern mehr haben, in diesem Haus. „Die Kinder sagen Papa zu mir“, erzählt der Mittelfeldspieler der Wolfsburger und erklärt es: „Die Kinder sagen mir: Wir haben keinen Papa oder keine Mama mehr – sie sagen, du bist unser Papa. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, das jetzt hier erleben zu dürfen.“

Guilavogui – der VfL-Profi mit dem riesigen Herz. Im Sommer hatte sich der Wolfsburger in dem Land, in dem die Wurzeln seiner Eltern liegen, die Lage vor Ort angeschaut, in den vergangenen Monaten wurde dann aus dem Traum, ein Waisenhaus zu bauen, Wirklichkeit. „Momentan leben 13 Kinder bei uns, acht Jungs und fünf Mädchen“, so Guilavogui, der jedoch nicht nur den Kindern in seinem Waisenhaus helfen möchte. „Am Donnerstag habe ich ein Kind getroffen, dessen Rollstuhl kaputt war. Das Kind lebt in der Nähe unseres Waisenhauses, daraufhin habe ich gesagt: Am Freitag fahren wir los und holen einen neuen. Uns geht es darum, den Kindern hier zu helfen.“ Dass er nicht allen helfen kann, weiß er. Aber da, wo er anpacken kann, wird auch angepackt.

VfL-Kapitän Guilavogui besucht Waisenkinder in Guinea

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VfL-Kapitän Guilavogui besucht Waisenkinder in Guinea ©
Der Franzose Josuha Guilavogui begann seine fußballerische Laufbahn in Toulon, wechselte 2005 in die Jugenabteilung des AS Saint-Étienne und wurde ab 2008, mit 18 Jahren, an die Profimannschaft des französischen Erstligisten herangeführt. Unter Trainer Alain Perrin kam er 2009 zwar zu seinem Debüt in der Ligue A, wurde danach allerdings nur noch selten in den Kader berufen. Zur Galerie
Der Franzose Josuha Guilavogui begann seine fußballerische Laufbahn in Toulon, wechselte 2005 in die Jugenabteilung des AS Saint-Étienne und wurde ab 2008, mit 18 Jahren, an die Profimannschaft des französischen Erstligisten herangeführt. Unter Trainer Alain Perrin kam er 2009 zwar zu seinem Debüt in der Ligue A, wurde danach allerdings nur noch selten in den Kader berufen. ©
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Der zweifache Familienvater (Tochter Kellys und Sohn Ezéquiel) erfährt vor Ort viel Hilfe von seiner Familie. Seine Tante und deren Mann kümmern sich um die Dinge. Guilavogui unterstützt die Helfer so gut er kann. Aber nicht nur sie, auch für die Kinder hat der 29-Jährige viele Geschenke mit dabei. „Ich habe in Wolfsburg viel eingekauft“, sagt er schmunzelnd – etwa Wölfi-T-Shirts oder Käppis. Aber die Geschenke gibt’s erst am Wochenende – erst einmal ging es ihm darum, die Kinder kennen zu lernen, mit ihnen zu spielen, ihre Geschichte zu erfahren. Momente, die Guilavogui nie mehr vergessen wird.

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Bis zu 15 Kinder sollen in dem Waisenhaus ein neues Zuhause finden. „Die Kinder gehen zu einer Schule, die nicht mal einen Kilometer entfernt ist. Aber das ist nur der erste Schritt. Wir versuchen, ein Grundstück zu kaufen, um etwas richtig Großes zu machen.“ Um ein noch größeres Waisenhaus zu bauen oder ein Haus entstehen zu lassen, in dem eine Akademie beheimatet ist, in der Menschen Jobs lernen können. Guilavogui: „Es ist gut, den Menschen hier Essen geben zu können und dafür zu sorgen, dass sie eine Unterkunft haben.“ Das sei wichtig, keine Frage. „Aber noch wichtiger ist es, dass die Menschen später mal einen Job haben und davon leben können – das ist unser großes Ziel.“

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