21. November 2020 / 16:12 Uhr

VfL Potsdam: Jungadler werfen sich aus dem Motivationsloch

VfL Potsdam: Jungadler werfen sich aus dem Motivationsloch

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Ole Machner spielt auf der Außenposition bislang eine starke Saison - wie das gesamte VfL-Team.
Ole Machner spielt auf der Außenposition bislang eine starke Saison - wie das gesamte VfL-Team. © Sylvia Göres
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Den A-Junioren des VfL winkt dank eines tollen Wir-Gefühls die Meisterrunde .

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Man hält sich beim VfL Potsdam bedeckt, den Handball-Jahrgang 2002, 2003 und 2004 als goldenen zu bezeichnen. Das Trainer-Trio, bestehend aus Axel Bornemann, Ulf Rosadzinski und Alexander Haase, weiß aber um die Stärken ihrer Schützlinge – und will die gegenwärtige Situation in der Jugend-Bundesliga nicht kleinreden. „Das, was momentan an Punkten da ist, war das Maximum, was die Mannschaft holen konnte“, bestätigt Alexander Haase.

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Fünf Spiele, vier Siege, 8:2-Punkte: Die ältesten Talente aus dem Adlerhorst konnten bis zur aktuellen Unterbrechung der Saison begeistern und stehen vollkommen zu Recht hinter dem Deutschen Meister Füchse Berlin und dem SC DHfK Leipzig (bereits ein Spiel mehr absolviert) auf dem dritten Platz. Und das, obwohl die Zwangspause im Frühjahr, die sich bis in den Spätsommer zog, eine große Herausforderung darstellte.

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„Den Jungs war beim Wiedereinstieg anzumerken, dass sie in ein Motivationsloch gefallen sind. Sie haben sich aber rausgekämpft und sind zu einer echten Einheit gewachsen“, erklärt der 44-jährige Haase. Auch Trainerkollege Ulf Rosadzinski sieht die Geschlossenheit innerhalb des Teams als großes Plus: „Jeder setzt sich für den anderen ein, nicht nur auf, sondern auch außerhalb der Platte präsentieren sich die Jungs als gefestigte Truppe.“

Jenes Erfolgsgeheimnis und der Glaube an die eigene Stärke spiegelte sich in den richtungsweisenden Duellen gegen direkte Konkurrenten wider – in Cottbus siegten die Potsdamer Sportschüler zum Auftakt mit zwei Toren Unterschied (21:19), in Aue fiel der umjubelte Siegtreffer zum 28:27 elf Sekunden vor Ultimo. „Wenn die Spiele eng sind, wenn wirklich Druck da ist, dann zeigt sich, was für eine homogene Mannschaft wir betreuen dürfen“, lobt Rosadzinski. Gegen den Nachwuchs der TSV Burgdorf (36:29) und von Empor Rostock (31:25) musste der 50-jährige Rangsdorfer mit seinen Kollegen dagegen nicht zittern. Erst einmal verließen die jungen Adler die Platte nicht als Sieger: die 17:31-Niederlage gegen die von Bob Hanning trainierten Youngster aus dem Fuchsbau war aber zu erwarten. „Die Füchse schweben über den Dingen“, betont Ulf Rosadzinski.

Die Leistung der VfL-Junioren ist insbesondere hervorzuheben, weil die Zehner-Staffel mit Handball-Hochburgen wie Magdeburg, Leipzig oder Aue anspruchsvoll bestückt ist. Platzieren sich die Potsdamer nach einer einfachen Runde unter den ersten Vier, sind sie für die Meisterrunde qualifiziert – derselbe Modus gilt auch im Norden, Westen und Süden. „In die Phalanx der besten 16 Mannschaften Deutschlands zu stoßen, wäre überragend“, sagt Axel Bornemann voller Euphorie und Zuversicht. Seit acht Jahren begleitet der Sportliche Leiter des Vereins die A-Junioren und ist stolz auf die Entwicklung. „Man darf nicht vergessen, dass dieser Jahrgang neben etlichen Verletzten auch noch zwei Spieler an die Füchse abgegeben hat. Dafür sind die bisher gezeigten Auftritte grandios.“

Die Ausfälle schwankten meist zwischen den Zahlen sechs und acht – auf Yven Felsch, den etatmäßigen Kapitän, konnte das Trainerteam noch gar nicht zurückgreifen. Dafür gehen andere Spieler voran. „Sowohl im Angriff als auch in der Abwehr trägt Lucas Mohr eine extreme Last auf seinen Schultern. Er ist sehr stabil und durch seine unscheinbare Art merkt man ihm kaum an, was für einen Job er eigentlich macht“, betont Alexander Haase, der von seinen Kollegen Zustimmung erhält. Auch auf die Außenspieler Ole Machner und Jannis Bundschuh, der bereits Erfahrungen bei der U-Nationalmannschaft sammeln durfte, ist stets Verlass.

Vier Partien stehen für die VfL-Talente in der Vorrunde noch auf dem Programm. Die Chance, sich mit den besten Gleichaltrigen zu messen und automatisch die Qualifikation für die Junioren-Bundesliga-Saison 2021/22 perfekt zu machen, ist greifbar. „Die Spiele müssen aber erst noch gespielt werden“, warnt Axel Bornemann. Haase ergänzt: „Das Erreichen der Meisterrunde war vor der Saison unser Ziel. Wohlwissend, dass es sehr ambitioniert ist.“ Mit jedem Erfolg wird das Selbstvertrauen der Potsdamer Handballstars von morgen aber immer größer. Die Jungadler muss man definitiv auf dem Zettel haben.