16. September 2020 / 11:00 Uhr

VfL-Reise ins Risikogebiet - Glasner: "Ich sehe das relativ entspannt"

VfL-Reise ins Risikogebiet - Glasner: "Ich sehe das relativ entspannt"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der VfL Wolfsburg bestreitet sein erstes Testspiel in der Saisonvorbereitung 2020/21 gegen den Zweitliga-Nachbarn Eintracht Braunschweig
Es geht nach Albanien. Der VfL Wolfsburg (l. Trainer Oliver Glasner, r. Wout Weghorst) muss bei FK Kukesi antreten. © Roland Hermstein
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Das erste Pflichtspiel hat der VfL Wolfsburg mit dem 4:1 im Pokal gegen Fürstenwalde gemeistert, nun steht die erste Auswärtsreise der neuen Saison an - in ein Corona-Risikogebiet.

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Zweites Pflichtspiel für den VfL in der neuen Saison, aber diesmal waren die Vorbereitungen auf den Gegner etwas schwieriger als vor dem Pokalspiel gegen Union Fürstenwalde. Der Wolfsburger Fußball-Bundesligist muss am Donnerstagabend (20 Uhr, live bei Sport 1) in der Europa-League-Quali beim albanischen Erstligisten FK Kukesi in Tirana ran. Ein Trip in ein Corona-Risikogebiet.

Auf die Wolfsburger wartet in Zeiten der Corona-Pandemie womöglich eine Reise mit einigen Unwägbarkeiten. Auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes wird „vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Albanien“ gewarnt. Wegen Corona gelten laut der Deutschen Botschaft Tirana in ganz Albanien aktuell Notfall-Verordnungen. Wie geht der VfL damit um? Er ist gut vorbereitet. Trainer Oliver Glasner: „Halb Europa ist ein Risikogebiet – und wenn du den Europapokal spielen möchtest, musst du quasi zwangsläufig in irgend ein Risikogebiet. Ich sehe das relativ entspannt, weil ich die Sicherheitsvorkehrungen und das Hygienekonzept schon kenne.“ Das beinhaltet unter anderem das Tragen von Masken, Kontakte zu anderen Personen werden vermieden, „deswegen habe ich hier keine Bedenken“, so der Trainer.

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Die Spieler trafen sich am Mittwochmorgen zum Brunch, um 12 Uhr fliegt das Team von Braunschweig aus nach Tirana. In Kleinbussen geht‘s dann ins Hotel, um 18 Uhr wird trainiert, am Donnerstagvormittag wird leicht angeschwitzt. Das machen die VfLer in einem größeren Raum im Hotel, bevor dann der Trainer in seiner Besprechung mit dem Team letzte taktische Anweisungen gibt. Direkt nach dem Spiel geht es wieder zurück nach Wolfsburg.

In der abgelaufenen Saison belegte der VfL-Gegner in der Kategoria Superiore, der ersten albanischen Liga, den zweiten Platz. Während der Wettbewerb für den VfL erst jetzt startet, war Kukesi schon in der ersten Quali-Runde am Start. Der Erstligist hatte da ebenfalls Heimrecht und gewann gegen Slavia Sofia mit 2:1. „Das Spiel haben wir gesehen“, so der VfL-Trainer. „Wir wollten gern noch ein zweites Spiel sehen, aber jetzt wurde der Liga-Auftakt verschoben in Albanien, deswegen haben wir nur das eine gesehen.“ Hintergrund ist aber offenbar nicht die Corona-Situation auf dem Balkan, sondern ein Streit zwischen Verband und Regierung, bei dem es unter anderem um Steuerregelungen geht. Kukesi und die elf anderen Vereine haben darum einen Boykott beschlossen – und die Liga-Spiele erst einmal ausgesetzt. Im Spiel gegen Sofia hatte Kukesi neben einem 4-3-3- auch auf ein 4-1-4-1-System gesetzt. Glasner: „Das ist eine technisch versierte Mannschaft.“ Das sei bei Teams vom Balkan öfter so. Und dennoch: Der VfL ist klarer Favorit. Glasner: „Wenn unsere Leistung passt, werden wir eine Runde weiterkommen.“

Nicht mit dabei ist Abwehrspieler John Anthony Brooks, weil er in der vergangenen Saison beim Europa-League-Aus gegen Schachtar Donezk mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war. Mit im Kader wiederum sind Linksverteidiger Jerome Roussillon (fehlte zuletzt wegen Rückenproblemen) und Torhüter Koen Casteels, der gegen Fürstenwalde aufgrund einer Risswunde an der Lippe hatte passen müssen. Nicht mit dabei wiederum ist Offensivmann Omar Marmoush (Knieprobleme).

Für den VfL ist es die zweite Partie in der ersten englischen Woche der Saison, die Tour ist mit vielen Strapazen verbunden. Ist so ein Trip so kurz vor dem Ligastart am Sonntag (18 Uhr) gegen Bayer Leverkusen ein Nachteil? „Wir müssen das jetzt einfach als unsere Aufgabe sehen“, sagt der Coach. „Wir wollen in die Gruppenphase einziehen – und da gehört das dazu.“ Da gehören solche Strapazen dann dazu. Glasner weiter: „Und wenn wir das als Herausforderung sehen, wird das auch kein Problem sein.“