31. August 2020 / 17:36 Uhr

VfL-Reise ins Risikogebiet? „Wir schauen auf die örtlichen Gegebenheiten“

VfL-Reise ins Risikogebiet? „Wir schauen auf die örtlichen Gegebenheiten“

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Schmadtke Albanien
Beschäftigt sich mit dem Gegner und mit den Gegebenheiten vor Ort: Jörg Schmadtke, der Manager des VfL Wolfsburg.
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Der erste Gegner des VfL Wolfsburg in der Europa-League-Qualifikation steht fest: Der Wolfsburger Fußball-Bundesligist muss am 17. September beim albanischen Vizemeister FK Kukesi ran. Aber kommt es am Ende auch wirklich so?

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Jörg Schmadtke ist keiner, der lange um den heißen Brei herumredet. „Ich kann dazu nicht viel sagen, ich bin im albanischen Fußball nicht besonders bewandert“, sagte der VfL-Manager schmunzelnd – und dachte dabei an den albanischen Erstligisten FK Kukesi. Bei dem gastiert der Wolfsburger Fußball-Bundesligist in der zweiten Quali-Runde der Europa League am 17. September.

Um 13 Uhr wurde am Montagmittag am UEFA-Stammsitz in Nyon die Qualifikationsrunde “Q2“ für die Europa League ausgelost – die Runde, in der der VfL in die Quali einsteigen wird. Auf die Wolfsburger wartet in Zeiten der Corona-Pandemie womöglich eine Reise mit einigen Unwägbarkeiten. Auf der Internetseite des Auswärtigen Amts wird „vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Albanien“ gewarnt. Wegen Corona gelten laut der Deutschen Botschaft Tirana in ganz Albanien aktuell Notfall-Verordnungen.

„Wir werden uns damit beschäftigen und werden mal schauen, was das für Auswirkungen hat. Im Moment ist es noch zu frisch, um irgendetwas Verbindliches dazu zu sagen“, so Schmadtke. Beim VfL beschäftigen sie sich damit, ob das Spiel am Ende wirklich in der nordalbanischen Stadt (knapp 17.000 Einwohner) stattfinden wird. Schmadtke: „Wir schauen auf den Gegner und auch auf die örtlichen Gegebenheiten.“

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Während der Wettbewerb für den VfL erst jetzt startet, war Kukesi schon in der ersten Quali-Runde am Start. Der albanische Erstligist hatte da ebenfalls Heimrecht und gewann gegen Slavia Sofia mit 2:1. Der Klub war 2017 Meister geworden und hatte 2016 und 2019 den Pokal geholt. Bei Spielen des VfL-Gegners kann es schon mal hoch hergehen: In der Europa League 2015 war bei einem Heimspiel in Tirana ein Spieler von Legia Warschau mit einem Stein am Kopf getroffen, die Partie daraufhin abgebrochen und das Spiel schließlich 3:0 für den polnischen Erstligisten gewertet worden. Zudem musste der VfL-Gegner 70.000 Euro Strafe bezahlen.

Der VfL-Gegner trägt seine Heimspiele derzeit in Tirana aus. Der Grund: Der Klub baut gerade in Kukes ein neues Stadion. Und so weilen Trainer und Spieler des Vereins zurzeit in der Hauptstadt des Landes, die knapp zwei Autostunden von Kukes entfernt liegt.

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Auf die prominentesten Teams in dieser Quali-Runde konnte der VfL nicht treffen - denn sie gehören wie Wolfsburg zu den gesetzten Teams. Darunter sind unter anderem Englands Tottenham Hotspur, Galatasaray Istanbul, AC Mailand und die Glasgow Rangers. Nur drei Mannschaften dieser Runde haben einen bessere UEFA-Koeffizienten (nach dem die Setzliste erstellt wird) als der VfL - Tottenham, der FC Basel und der FC Kopenhagen.

Alle Runden werden in nur einem Spiel ausgetragen, das Heimrecht wurde ausgelost. Allerdings kann die UEFA das Heimrecht auch bestimmen, wenn die Austragung des Spiels wegen der Corona-Situation in einem Land nicht möglich ist. Ungewöhnlich: Am Dienstag wird bereits die nächste Runde (Q3) ausgelost, die am 24. Oktober gespielt wird. Die endgültige Endscheidung, wer in der Gruppenphase dabei ist, fällt dann in der Play-Off-Runde am 1. Oktober.