04. März 2020 / 16:00 Uhr

VfL-Rotsünder Pongracic: "Denke nicht, dass ich morgen Mutter Teresa sein werde"

VfL-Rotsünder Pongracic: "Denke nicht, dass ich morgen Mutter Teresa sein werde"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Marin Pongracic sieht Rot nach seinem Ellenbogenschlag gegen Fortunas Morales. 
Hatte gegen Düsseldorf Rot gesehen: VfL-Profi Marin Pongracic (M.). © Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images
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Am Samstag, wenn der VfL Wolfsburg in der Fußball-Bundesliga RB Leipzig zu Gast hat, darf Marin Pongracic wieder für den VfL auflaufen. Der Kroate hatte beim 1:1 gegen Düsseldorf wegen einer Tätlichkeit Rot gesehen.

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Das ist „ein sehr gutes Gefühl“, sagt ein zufrieden wirkender Marin Pongracic, wenn er an Samstag denkt. Denn in der Partie gegen RB Leipzig dürfte der 22-Jährige wieder für den Wolfsburger Fußball-Bundesligisten auflaufen, weil seine Rot-Sperre abgelaufen ist. Drei Spiele hatte er nach seiner Tätlichkeit im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf zuschauen müssen. Neben der Sperre musste der Winter-Neuzugang eine Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro bezahlen.

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Vergessen und vorbei. „Ich habe in den drei Wochen sehr hart trainiert.“ Um die körperlichen Defizite aufzuholen, die der Neue von RB Salzburg nach einigen Verletzungen im Vorjahr noch hatte. „Ich bin jetzt fit für die neuen Aufgaben“, sagt der Innenverteidiger, der über seinen Start beim VfL grinsend sagt: „Hätte besser laufen können. Ich habe einen Fehler gemacht, diese Rote Karte war ganz doof und darf mir nicht passieren. Aber ich denke, ich werde auf jeden Fall aus meinen Fehlern lernen.“ Er wolle es in Zukunft „besser“ und „klüger“ machen.

 John Anthony Brooks, Sebastian Andersson Tor Kopfballtor zum 1:0, Torwart Koen Casteels / Aktion / Spielszene / Zweikampf / / Fußball Fussball / DFL Bundesliga Herren / Saison 2019/2020 / 01.03.2020 / 1.FC Union Berlin FCU vs. VfL Wolfsburg WOB / DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video. / *** John Anthony Brooks, Sebastian Andersson Goal Header to 1 0, Goalkeeper Koen Casteels Action Game Scene Duel Sport Football Football DFL Bundesliga Men Season 2019 2020 01 03 2020 1 FC Union Berlin FCU vs VfL Wolfsburg WOB DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and or quasi video Zur Galerie
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"Versuche mich selbst zu kontrollieren"

Vor der Ausführung eines Düsseldorfer Freistoßes hatte der Kroate Gegenspieler Alfredo Morales mit einem Ellbogenschlag niedergestreckt. Schiedsrichter Tobias Stieler verwies ihn nach Zuhilfenahme des Videos des Feldes. Noch peinlicher war jedoch, wie sich der Kroate danach aufführte. Der 22-Jährige schimpfte, mokierte sich, trat auf dem Weg in die Kabine in eine Werbebande. „Es war keine Absicht, ich wollte das nicht“, sagt er zur Tätlichkeit. „Und das, was da mit der Bande war, darf mir nicht passieren – auch wenn ich sauer bin.

Er arbeite daran, die eigene Impulsivität besser „zu kontrollieren. Ich denke nicht, dass ich jetzt morgen Mutter Teresa sein werde, aber ein bisschen gedämpfter sollte man es schon angehen“. Das mit der Impulsivität will er selbst in den Griff bekommen, dafür brauche er keine fremde Hilfe. „Auch im Training kommt es ja mal vor, dass es Fehlentscheidungen gibt. Da versuche ich dann, mich selbst zu kontrollieren und mich nicht darüber zu ärgern“, so der Abwehrspieler mit dem ausgeprägten „kroatischen Temperament“.

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"Jetzt weiß ich, wie es ist, drei Wochen nicht zu spielen"

Vor seiner Rot-Sperre war er erste Wahl, nun muss er sich hinten anstellen. „Robin und Jay machen es sehr gut jetzt“, lobte VfL-Trainer Oliver Glasner am Sonntag nach dem 2:2 bei Union Berlin. Glasner meinte die Pongracic-Konkurrenten Robin Knoche und John Anthony Brooks. „Die Jungs haben es sehr gut gemacht. Ich gebe einfach mein Bestes in jedem Training und schaue, dass ich mich weiterentwickle und das mache, was der Trainer von mir fordert“, sagt Pongracic, für den die Rot-Sperre um so ärgerlicher sein müsste, weil er eben sehr schnell den Sprung in die Startelf geschafft hatte. „Ich glaube an Gott. Und vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass das jetzt passiert ist. Jetzt weiß ich, wie es ist, drei Wochen nicht zu spielen und mit dem Athletiktrainer zu trainieren. Ich glaube, das wird sich so schnell nicht wiederholen.“

Etwas Gutes hatte die Rot-Sperre jedoch: „Ich bin auf jeden Fall fitter geworden, wir haben viel nachgeholt. Ich denke, das habe ich auch gebraucht.“ Aber das mit der Sperre hätte trotzdem „nicht sein müssen“, sagt Pongracic, der sich auf das Duell mit RB freut: „Das ist eine coole Truppe.“ Er selbst stand mal vor einem Jahr in Kontakt mit Leipzig. „Es gab mal Gespräche, aber das war alles nicht so konkret.“

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