10. Mai 2020 / 14:34 Uhr

VfL-Schock vorm Re-Start: Gerhardt schwer verletzt

VfL-Schock vorm Re-Start: Gerhardt schwer verletzt

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wieder Torjubel: VfLer Yannick Gerhardt.
Hat sich schwer verletzt: Yannick Gerhardt vom VfL Wolfsburg. © Andreas Gora/dpa
Anzeige

Das tut richtig weh! Yannick Gerhardt droht das Saison-Aus, der laufstarke Mittelfeldspieler des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg hat sich am Samstag beim Geheimtest schwer verletzt.

Anzeige
Anzeige

Hiobsbotschaft für den VfL Wolfsburg eine Woche vor dem Re-Start der Fußball-Bundesliga: Beim internen Testspiel am Samstag hat sich Yannick Gerhardt schwer verletzt. Der Mittelfeldspieler hat sich mehrere Frakturen im Gesicht zugezogen und liegt in einem Braunschweiger Krankenhaus. Passiert war das Ganze bei einem Kopfball, bei dem Gerhardt mit einem Mitspieler zusammengeprallt war.

"Er ist im Krankenhaus, am Montag gibt's da finale Untersuchungen, was gebrochen ist und wie es bei ihm weitergeht", so VfL-Trainer Oliver Glasner. Bei der finalen Untersuchung entscheidet sich auch, "ob es eine OP benötigt oder nicht". Mit wem Gerhardt zusammengeprallt war, wollte Glasner nicht sagen. "Ich möchte das nicht im Detail erzählen, es war einfach unglücklich", so der Coach über den "großen Wermutstropfen".

So läuft beim VfL das Training mit Abstand

Koordinationstraining im Kraftraum: John-Anthony Brooks. Zur Galerie
Koordinationstraining im Kraftraum: John-Anthony Brooks. ©

Dass den Spielern nach vielen Wochen des Trainings in Kleingruppen ohne Körperkontakt nun noch etwas das Timing fehlt, könne bei dieser Verletzung mit ausschlaggebend gewesen sein. "Die Jungs konnten das acht Wochen nicht machen", so der Trainer, der keine A- gegen eine B-Elf bei diesem internen Test spielen ließ. "Wir haben durchgemischt", so Glasner. Das Tor des Tages erzielte übrigens Felix Klaus.

Ausgerechnet Gerhardt fehlt dem VfL jetzt - „für mich war das schon ein bisschen bitter mit der Pause“, hatte er am Freitag voller Vorfreude auf den Neustart der Liga noch gesagt. Vor der Corona-Unterbrechung war der 26-Jährige erste Wahl im Wolfsburger Mittelfeld gewesen – was auch mit der hartnäckigen Knieverletzung von Josuha Guilavogui zusammenhing. Für den VfL-Kapitän kommt das Spiel in Augsburg noch zu früh. Und so wäre Gerhardt am Samstag bei der Wiederaufnahme des Liga-Spielbetriebs erste Wahl gewesen.

Mehr Sport aus der Region

Der VfL wollte das Testspiel nutzen, um die Profis auf die nun anstehenden Geisterspiele vorzubereiten. Gespielt wurde in der Arena, 90 Minuten lang, ein Team im Heim-, das andere im Auswärtstrikot, mit Pause - aber eben ohne Fans. "Endlich mal wieder auf einem großen Feld Elf gegen Elf, um das Gefühl für die Räume zu bekommen. Das war wochenlang nicht möglich. Auch, dass wir als Team auftreten konnten, war nicht drin. Jetzt haben wir endlich mal wieder in Trikots gespielt, haben vorher eine Besprechung gemacht", beschrieb der Trainer die Abläufe. Glasner weiter: "Mit dem Spiel insgesamt war ich zufrieden. Viele Dinge sind gut umgesetzt worden." Gleichwohl habe man in der einen oder anderen Situation noch gesehen, "dass die Selbstverständlichkeit fehlt".

Eine Woche vor dem Neustart der Liga gehen die Teams, so sieht es das DFL-Konzept vor, in eine Art Quarantäne-Trainingslager. Seit Samstag sind die Wolfsburger nun im Hotel Ritz-Carlton. Die Spieler werden in den nächsten Tagen zwischen Hotel und Trainingscenter pendeln - und zwar mit Fahrrädern. Das Essen können sich die Spieler einen Tag vorher aussuchen, gegessen wird in großen Räumen im Hotel.