02. Februar 2020 / 22:15 Uhr

VfL-Sieg in Paderborn: Tore statt Trainerdiskussion

VfL-Sieg in Paderborn: Tore statt Trainerdiskussion

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Das wichtigste Tor: Daniel Ginczek schließt in dieser Szene überlegt zum 3:1 für Wolfsburg in Paderborn ab.
Das wichtigste Tor: Daniel Ginczek schließt in dieser Szene überlegt zum 3:1 für Wolfsburg in Paderborn ab. © Friso Gentsch/dpa
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Der VfL Wolfsburg hat erstmals in dieser Saison vier Tore in einem Spiel geschossen - und damit erst einmal eine Trainerdiskussion verhindert.

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Es war eine Menge drin in diesem Spiel – vier Tore in 90 Minuten beispielsweise hatte der VfL unter Trainer Oliver Glasner noch nie geschossen, auch einen Sieg nach einem Rückstand gab es zuvor nicht. Das Wichtigste aber: Mit dem 4:2 (2:1) gestern in Paderborn hat Wolfsburgs Fußball-Bundesligist nach drei Niederlagen in Folge endlich wieder Zählbares eingefahren, damit ein sehr unschönes Tabellenbild und eine Trainerdiskussion verhindert. Daniel Ginczek gelangen vor 14.000 Zuschauern seinen ersten beiden Saisontore, davor war Robin Knoche für den VfL erfolgreich, danach Maximilian Arnold. 

Wolfsburg ist nun wieder Neunter, den europäischen Plätzen der Tabelle nach Punkten näher als die Abstiegszone. Man sei vor dem Spiel „ein bisschen angespannt“ gewesen, „weil die Situation keine schöne ist“, gab Manager Jörg Schmadtke am Sky-Mikrofon zu – und wird hinterher froh darüber gewesen sein, dass seine Aussage zur Zukunft von Oliver Glasner („Wir müssen uns freimachen vom Denken, es geht hier um den Trainerjob – es geht darum, das Spiel zu verbessern“) nach dem Abpfiff keiner Feinjustierung bedarf. 

Der Coach hatte personelle und taktische Konsequenzen aus den Pleiten in den ersten Rückrundenspielen gezogen, ließ wie erwartet Kevin Mbabu und Marcel Tisserand auf der Bank und setzte trotz des Ausfalls von Wout Weghorst (Oberschenkelzerrung) auf ein 4-4-2-System mit Mittelfeldraute, vorn stürmten Daniel Ginczek und Renato Steffen. Ginczek unterstrich seinen Wert mit zwei Toren, ansonsten waren die Änderungen nur eingeschränkt zu bewerten, denn der Platzverweis gegen Paderborns Gerrit Holtmann veränderte die Spielstatik stark.

Bilder aus dem Bundesligaspiel SC Paderborn - VfL Wolfsburg.

Wolfsburgs Admir Mehmedi (r) im Zweikampf mit Paderborns Abdelhamid Sabiri (l) Zur Galerie
Wolfsburgs Admir Mehmedi (r) im Zweikampf mit Paderborns Abdelhamid Sabiri (l) ©
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Für Glasner selbst wäre es „zu billig, alles an der Grundordnung festzumachen“, es sei wichtiger gewesen, „wie die Mannschaft auf den Rückstand reagiert und dann weiter nach vorn gespielt hat – das hat mir sehr gut gefallen“. Dass die „Vorzeichen schwierig“ waren, gab er zu: „Wenn du mit zwei Niederlagen in die Rückrunde startest, sind natürlich alle unzufrieden. Wir hatten den einen oder anderen Ballverlust drin, aber das ist ganz normal und menschlich.“

Umso wichtiger, dass der VfL nicht nur am torreichsten Spiel des Spieltags beteiligt war, sondern mit vier Treffern endlich mal positive Offensivzeichen setzte. Glasner: „Vier Tore waren wichtig, aber jetzt ist es wichtig, daran anzuknüpfen. Man hat gemerkt, dass die Jungs nicht so vor Selbstvertrauen strotzen.“

Das könnte sich nun ändern. „Mannschaften wie Leverkusen hatten beispielsweise hier Probleme“, weiß Doppel-Torschütze Ginczek. „Wenn du also hier vier Tore schießt und zwei, drei weitere Möglichkeiten hast, dann macht das schon etwas mit einem. Und bei den Toren hatten wir alles dabei, Treffer aus dem Spiel heraus, zwei per Standard und davon ein verwandelter Freistoß.“

Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) geht es gegen den Vorletzten Fortuna Düsseldorf, mit einer ähnlichen Abschlussstärke kann der VfL wieder etwas näher an das Saisonziel rücken. Und weiterhin dafür sorgen, dass keine Trainerdiskussion in Gang kommt. Dass eine solche drohte, sei „im Fußball ganz normal“, befand Ginczek. „Aber das komplette Trainerteam hat uns super auf das Spiel eingestellt. Wir sprechen sehr viel und diesmal haben wir es auch umgesetzt. Es ist egal, wer an der Seite steht – aber wir hoffen, dass es noch lange Oliver Glasner ist!“

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Die VfL-Anreise zum Spiel in Paderborn war übrigens holprig, wegen eines Staus mussten die VfLer bei Bad Oeynhausen von der Autobahn runter und einen Umweg über Lemgo fahren, erst 45 Minuten vorm Anpfiff war das Team da. Manager Jörg Schmadtke: „Wir sind ein bisschen über die Dörfer gefahren, das ging auch – alles in Ordnung.“

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