12. Februar 2020 / 19:15 Uhr

Klartext von VfL-Sportdirektor Schäfer: „Erwarte, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht!“

Klartext von VfL-Sportdirektor Schäfer: „Erwarte, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht!“

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Klartext von VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer vor dem richtungweisenden Spiel am Samstag bei 1899 Hoffenheim
Klartext von VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer vor dem richtungweisenden Spiel am Samstag bei 1899 Hoffenheim © Boris Baschin
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Vier Spiele im neuen Jahr, nur vier Punkte - gegen vier Keller-Kinder: Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg droht das Ziel Europa zu verfehlen, die Partie am Samstag bei 1899 Hoffenheim wird richtungweisend.

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Marcel Schäfer – er war als Spieler einer, der in Krisen-Situationen vorangegangen ist. Und das erwartet der Rekordfeldspieler des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten nun auch von den VfL-Profis, die aus den ersten vier Spielen des neuen Jahres gegen vier Keller-Kinder nur vier Punkte eingefahren haben. Eine solch unterirdisch schwache erste Halbzeit wie beim 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf „darf es nicht mehr geben“, fordert der Sportdirektor vor dem richtungweisenden Spiel am Samstag (15.30 Uhr) bei 1899 Hoffenheim.

Richtungweisend in Sachen Europa. Verliert der VfL die Partie beim Tabellensiebten, war es das wohl endgültig mit der erneuten Quali fürs internationale Geschäft. Der VfL hat als Zehnter sieben Punkte Rückstand auf Rang sechs, die vor ihm liegenden Teams Frankfurt (in Dortmund), Freiburg (in Augsburg), Hoffenheim und Schalke (in Mainz) haben schwere Aufgaben vor der Brust. Mit einem Sieg kann Wolfsburg ein Signal setzen. Aber dafür braucht es ein anderes Auftreten als zuletzt. „Dass im Moment Kritik auf uns einprasselt, ist ganz normal. Dass es nach den ersten 45 Minuten gegen Düsseldorf ein Pfeifkonzert gab, ebenfalls. Dafür habe ich totales Verständnis, solch eine Leistung können wir nicht akzeptieren“, so Schäfer.

Marcel Schäfer: Seine Karriere beim VfL Wolfsburg

Felix Magath holte Marcel Schäfer im Sommer 2007 für 1,2 Millionen Euro von 1860 München zum VfL Wolfsburg Zur Galerie
Felix Magath holte Marcel Schäfer im Sommer 2007 für 1,2 Millionen Euro von 1860 München zum VfL Wolfsburg ©
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Am Dienstagvormittag hatte sich Trainer Oliver Glasner das Team zur Brust genommen und mit den Spielern darüber gesprochen, warum es gegen Düsseldorf zwei solch unterschiedliche Halbzeiten gegeben hatte. Am Mittwochmorgen dauerte die Trainingseinheit mit vielen Spielformen ungewöhnlich lang. Rund zwei Stunden wurde auf dem Platz geschwitzt. Geredet wurde danach nicht mehr. Muss es auch nicht, findet Schäfer. „Zu viel reden bringt nichts. Natürlich muss man ab und an mal gewisse Dinge ansprechen und auch herausstellen, aber in erster Linie geht es doch darum, die Dinge zu machen, sie umzusetzen.“

Schäfer wird konkret: „Ich erwarte, dass in Hoffenheim eine Mannschaft auf dem Platz steht. In der zweiten Halbzeit gegen Düsseldorf war das so, komischerweise jedoch in Unterzahl. Mit elf Mann jedoch haben wir alles vermissen lassen, was eine Fußball-Mannschaft ausmacht.“ Als Spieler war es für Schäfer immer wichtig, dass die Basics auf dem Platz vorhanden sind – Einsatz- und Laufbereitschaft mussten stimmen. „Mal den Mitspieler positiv mitnehmen oder auch coachen – das brauchen wir in der jetzigen Situation“, so der ehemalige Linksverteidiger.

Zusammen mit Manager Jörg Schmadtke ist der VfL-Meisterspieler nun in der Beobachterrolle. Es gibt kaum ein Training, bei dem nicht einer von beiden zuschaut. Mal direkt vom Platz aus, mal aus dem Bürofenster heraus. Der Ex-Profi sieht die Mannschaft in der Pflicht. „Vier Punkte aus den ersten vier Spielen – das ist zu wenig. Da gibt es nichts schönzureden, in keinster Weise.“ Gleichwohl fand er es gut, dass sich Wout Weghorst und Co. trotz Krise am Samstagabend in Berlin zu einem Teamabend getroffen hatten. Seine Erklärung: „Wenn es läuft, werden solche Dinge gern positiv gesehen. Dass eine Mannschaft zusammensteht, zeichnet sie aber vor allem dann aus, wenn sie auch in schwierigen Phasen gemeinsam Dinge unternimmt. Das finde ich viel, viel wichtiger.“

VfL Wolfsburg - Fortuna Düsseldorf 1:1

Szenen aus dem Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Fortuna Düsseldorf (1:1). Zur Galerie
Szenen aus dem Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Fortuna Düsseldorf (1:1). © Boris Baschin
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