14. Mai 2021 / 10:24 Uhr

VfL-Sprinter Almas: Die Jagd aufs Einzel-Ticket für Olympia beginnt

VfL-Sprinter Almas: Die Jagd aufs Einzel-Ticket für Olympia beginnt

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Auf geht's: Der Wolfsburger Deniz Almas läuft am Samstag in Mannheim.
Auf geht's: Der Wolfsburger Deniz Almas läuft am Samstag in Mannheim. © imago images/Sven Simon
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Das Ticket für Olympia hat er mit der Staffel gelöst, jetzt wäre ein Einzel-Start über die 100 Meter die Kirsche auf der Tokio-Torte. Einen ersten Angriff auf die Norm startet Deniz Almas vom VfL Wolfsburg beim nationalen Sportfest Road to Tokio in Mannheim am Samstag.

Hallenmeister, deutscher Meister, Olympia-Ticket gelöst. Die Karriere von Deniz Almas verläuft - wie sollte es anders sein - im Sprint. In den vergangenen 15 Monaten hat er mehr erreicht als die meisten deutschen Läufer in ihrer gesamten Laufbahn. Doch im Ziel sieht sich der 100-Meter-Mann des VfL Wolfsburg noch nicht. Zum Austrudeln keine Zeit. Es ist weiter Vollgas gefragt. Schließlich kann man in Japan ja auch mehrfach starten, wenn man schon mal da sein sollte. Das Ticket für Tokio hat er mit der Staffel gelöst, jetzt wäre ein Einzel-Start über die 100 m die Kirsche auf der Torte. Einen ersten Angriff auf die Olympia-Norm startet er beim nationalen Sportfest Road to Tokio in Mannheim am Samstag.

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Das Dorf freut sich mit

Die Olympia-Quali mit der deutschen Staffel bei den World Relays im polnischen Chorzow hat bei Almas für Erleichterung gesorgt: "Hätte das nicht geklappt, wäre es schwer und nervig gewesen, das Ticket zu lösen." Danach Erleichterung pur, Glückwünsche satt. "Meine Mama ist im Dorf auch wieder angesprochen worden, dass sie sich mit mir freuen", berichtet der VfL-Sprinter, der hier aber auch mal ausnahmsweise abbremst: "Es heißt ja nicht, dass die Besetzung, die jetzt dabei war, auch nach Tokio fährt. Das ist wie im Fußball. Du kannst das Quali-Turnier spielen, bist aber nicht bei der EM dabei." Deshalb gelte: "Ich muss mich natürlich immer noch in Position bringen. Aber meine Chancen stehen sehr, sehr gut, das muss man einfach sagen."

Mehr über Deniz Almas

In den Tagen nach Polen ging's erst einmal darum, "Problemchen mit dem Fuß" in den Griff zu bekommen, die sind jetzt einigermaßen besser geworden: "Noch nicht zu 100 Prozent weg, aber es sollte reichen." Das Training lief gut, für Almas geht's deshalb auch mit gutem Gefühl nach Mannheim. Er hofft auf vernünftiges Wetter. Gern würde er direkt ein erstes Ausrufezeichen setzen: "Wenn ich einen guten Lauf abliefere, würde mir das reichen - dann wird die Zeit schon für sich sprechen", so der deutsche Meister.

Wenn es mit Tokio klappen soll, muss der Wolfsburger entweder die Olympia-Norm von 10,05 Sekunden knacken - die liegt drei Hundertstel unter seiner Bestleistung - oder sich über die Weltrangliste qualifizieren. "Ich schiele weder auf das eine noch auf das andere. Das mit der Rangliste wird sich, wenn man einen normalen Saisonverlauf hat und in ein paar Meetings reinrutscht so oder so ergeben", sagt der VfL-Sprinter selbstbewusst. Wichtiger für ihn: "Ich möchte einfach wieder zurück zu dieser Lockerheit, einfach laufen, Spaß haben und gute Läufe abliefern, dann kommen die schnellen Zeiten von ganz allein."

Zurück zur Lockerheit

Warum verschwand die Lockerheit? "Ich wollte einfach zu viel. Wenn du im Sommer an die 10,0 rennst, schielst du auch Richtung deutscher Hallenrekord und schneller. Aber wenn du das dann auf Kampf rennen willst, funktioniert's nicht." So fiel er nach der Halle in ein kleines Loch. "Aber meine Freunde, meine Familie haben mich ganz gut aufgefangen und aufgebaut. Deswegen bin ich da jetzt sehr optimistisch für den Sommer."

Mannheim bildet am Samstag den Auftakt - wie es danach weitergeht? "Vieles ergibt sich jetzt nach dem ersten Wettkampf, damit mein Management auch sieht, wo ich stehe, beziehungsweise die Meeting-Direktoren auch sehen, okay, den können wir rennen lassen, der ist in Form", sagt Almas. Ansonsten sei ein Start am darauffolgenden Wochenende auf der Kurpfalz-Gala in Weinheim geplant. "Ich habe aber auch ein Meeting in Ostrawa am Mittwoch angefragt. Das wäre im Hinblick auf die Weltrangliste ganz gut." Im Juni steht dann die DM in Braunschweig an, auch nach Chorzow geht es im Juni erneut, dann zur Team-WM. Starts mit der Staffel und im Einzel sind dort möglich.