04. Juni 2021 / 11:52 Uhr

VfL-Sprinter Almas: "Es ist schade, den DM-Titel kampflos abzugeben"

VfL-Sprinter Almas: "Es ist schade, den DM-Titel kampflos abzugeben"

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Das war sein Tag: Am 8. August 2020 wurde Deniz Almas deutscher Meister. Seinen Titel wird er nun nicht verteidigen.
Das war sein Tag: Am 8. August 2020 wurde Deniz Almas deutscher Meister. Seinen Titel wird er nun nicht verteidigen. © Imago-Images (2)
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"Da habe ich mit Abstand das beste Rennen meiner Karriere hingelegt - und das hätte ich gern wiederholt, aber leider soll's nicht so sein." Gesundheit geht vor, Olympia geht vor. Für die Chance auf einen Start in Tokio verzichtet Deniz Almas, Sprinter des VfL Wolfsburg, auf seine Titelverteidigung bei der Leichtathletik-DM, die an diesem Wochenende erneut in Braunschweig stattfindet.

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Im Vorjahr war es seine Bühne, am Samstag sitzt er nur im Zuschauerraum. VfL-Sprinter Deniz Almas wird seinen 100-Meter-Titel nicht verteidigen können. Sein Zeh zwingt den Wolfsburger weiter zur Pause. "Es ist schade, den Titel kampflos abzugeben", sagt der 23-Jährige. Am 8. August 2020 gewann er in 10,09 Sekunden in Braunschweig. Schneller lief seitdem kein anderer Deutscher.

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Doch die Gesundheit steht im Vordergrund. Zu früh einsteigen, um einen möglichen Olympia-Start in Tokio zu gefährden - das ist es Almas nicht wert. "Ich möchte natürlich die Nationalmannschaft-Staffel unterstützen - und das funktioniert nur, wenn ich gesund bin. Deshalb werde ich mich jetzt nicht noch mal auf einen Wettkampf quälen", sagt der Wolfsburger.

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Im Nachhinein war sein Start in Mannheim beim Sportfest "Road to Tokyo" am 15. Mai die falsche Entscheidung. Almas: "Das war auf gut deutsch gesagt Sch..., was ich da gemacht habe." Seine Zeiten passten nicht über die 100 Meter. Erst stand eine 10,39 im Vorlauf und dann eine 10,50 im Finale auf der Uhr. Von seiner Bestzeit (10,08 Sekunden) sowie von der Olympia-Norm (10,05) trennten ihn beim Saisonauftakt noch Welten. "Was auch daran lag, dass ich Schmerzen hatte, dass ich technisch nicht sauber laufen konnte."



Mit den Mannheimer Zeiten sei er "ganz weit weg von der Nationalmannschaft und der Staffel, die zu den Olympischen Spielen fährt. Und nach dem letzten Jahr ist das einfach nicht mein Anspruch." Sein Wunsch: "Ich möchte schmerzfrei laufen, dann wird der Rest von ganz alleine passieren."

Darum sagte der Wolfsburger zunächst seinen Start bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim ab, um bei der DM durchzustarten. Doch der große Zeh bleibt das Problem. Also weiter pausieren, gesunden und den 20. Juni im Blick haben. In Regensburg läuft die deutsche 100-m-Staffel, mit der der VfLer im polnischen Chorzow bei den World Relyas das Tokio-Ticket gelöst hatte. Einen Anspruch auf einen Startplatz bei Olympia hat er deshalb aber nicht. Es heiße ja nicht, dass die Besetzung, die in Polen dabei war, auch nach Tokio fährt, hatte Almas bereits im SPORTBUZZER gesagt. Deshalb: "Ich möchte mich in Regensburg weiter für die Staffel empfehlen. Wenn ich fit bin, dann glaube ich, bin ich ein wichtiger Teil der Staffel."

Und die Olympia-Quali für einen Einzel-Start über die 100 m? "Am Anfang hatten wir uns auch noch Gedanken gemacht über das Ranking. Aber da mir jetzt die Wettkämpfe fehlen, wird's sehr schwer, sich über die Weltrangliste zu qualifizieren." Almas müsste also die Olympia-Norm knacken. "Mit Ausnahme des Zehs bin ich ja fit. Wenn wir den im Griff haben, hindert mich nichts daran, wieder schnell zu rennen. Ob's für die Norm dann reicht, kann ich nicht sagen. Vielleicht ist mal ein guter Tag dabei, zwei Meter Rückenwind - und ich erwische noch mal so einen Lauf wie 2020 in Weinheim oder Braunschweig." Bis zum 29. Juni hat er dafür Zeit.