19. Februar 2017 / 19:26 Uhr

VfL: Trainingsfreier Tag gestrichen, Gomez droht die Bank

VfL: Trainingsfreier Tag gestrichen, Gomez droht die Bank

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Droht ihm die Bank? VfL-Star Mario Gomez.
Ihm droht die Bank: VfL-Star Mario Gomez. © Hermann Hay/CITYPRESS24
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Das war sehr schwere Kost: Um 8 Uhr am Sonntagmorgen hatten sich Valérien Ismaël und Dustin Heun nach dem ganz schlimmen Auftritt beim 0:3 des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten bei Borussia Dortmund zur Videoanalyse getroffen. Aber schon nach zehn Minuten sagte VfL-Trainer Ismaël zu seinem Videoanalysten: „Schalt‘ ab!“. Zu groß war der Trainer-Frust vor dem Schirm. „Wir haben nach vorn alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.“

Die VfL-Lage im Abstiegskampf hat sich dramatisch verschärft. Erste Maßnahme: Vor dem Keller-Knaller am Freitag gegen Bremen hat Ismaël die Zügel deutlich angezogen. Eigentlich war geplant, dass die Mannschaft am Montag trainingsfrei hat. Eigentlich. Aber: „Es gibt keinen freien Tag, nach der Leistung gibt es keinen Grund, wir sind noch frisch“, erklärte der Wolfsburger Trainer. Weitere Maßnahmen wie ein Kurz-Trainingslager sind momentan nicht geplant. Ismaël: „Wir brauchen jetzt kein Kurztrainingslager, die ganze Mannschaft ist die ganze Woche zusammen.“

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Was ihn so verärgerte, war in erster Linie nicht die Niederlage an sich, sondern die Art und Weise, wie sich Mario Gomez und Co. im „Bonusspiel“, wie es der Trainer bezeichnet, präsentiert hat. Damit war der Deutsch-Franzose gar nicht einverstanden - „und das habe ich der Mannschaft auch gesagt. Die Jungs müssen es jetzt kapieren“.

Zusammen mit seinem Trainerteam will Ismaël die vergangenen drei Spiele „knallhart analysieren“. Es geht um die Frage, warum das Team meist zwei Gesichter gezeigt habe, dabei ist Konstanz gefragt. „Die Mannschaft ist gefordert, die Mannschaft ist gefragt, es muss jetzt endlich mal in die richtige Richtung gehen“, fordert der Wolfsburger Trainer. „Jeder muss in dieser Situation selbstkritisch sein“, fügt Routinier Luiz Gustavo hinzu. „Die Spiele werden immer weniger, der Druck wird immer größer.“ Auch Maxi Arnold, noch bester VfL-Feldspieler, fand klare Worte: „Wir waren in einigen Situationen zu mutlos, nicht resolut genug, das hat man dann auch gesehen.“

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Bis auf Torhüter Diego Benaglio und eben Eigengewächs Arnold waren in Dortmund alle neben der Spur. Nicht ausgeschlossen scheint daher, dass Ismaël im Keller-Knaller gegen Bremen Stars wie Mario Gomez zunächst einmal auf die Bank setzt. Er verspricht: „Ich nehme keine Rücksicht auf Namen. Wir brauchen Ergebnisse, jetzt kommt ein Spiel, dass du gewinnen musst. Wir müssen alles raushauen, was wir haben.“ Die Mannschaft müsse von Anfang an ihr gutes Gesicht zeigen - „und nicht das, was wir in Dortmund gesehen haben. Die Mannschaft ist jetzt gefordert, gegen Bremen den Befreiungsschlag zu landen“.